Bessere Kameras: Bis zu 40 Prozent bessere Farbaufnahme dank Nanosäulen

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Bessere Kameras: Bis zu 40 Prozent bessere Farbaufnahme dank Nanosäulen
Quelle: Visera Technologies

Die Foundry Visera Technologies hat einen Kamerasensor mit Nanosäulen gefertigt, der insbesondere blaue und grüne Wellenlängen deutlich besser aufnehmen kann. Das kommt dem Bildrauschen zugute.

Die taiwanische Foundry TSMC verfügt nicht nur über Fertigungsprozesse für Prozessoren und Grafikkarten. Über das Tochterunternehmen Visera Technologies werden beispielsweise auch Lösungen speziell für optische Empfänger wie beispielsweise Kamerasensoren angeboten. Und genau auf diesem Bereich hat das Unternehmen jüngst einen Fortschritt verkündet: Durch Nanosäulen soll die Lichtausbeute teils deutlich besser werden.

Mehr Licht, weniger Rauschen

Ebendiese ist für gute Fotos entscheidend: Der Sensor muss möglichst viel Licht einfangen, um das Bildrauschen niedrig zu halten. Immer höhere Auflösungen sorgen aber für kleinere Pixelflächen und damit weniger auftreffendes Licht pro Bildpunkt, sodass diese zum Rauschen neigen. Visera Technologies will hier mit den besagten Nanosäulen entgegenwirken. Dabei handelt es sich um winzige Erhebungen auf dem Sensor, durch die die richtigen Wellenlängen zu den richtigen Subpixeln gelenkt werden sollen.

Die Nanosäulen sollen das eintreffende Licht so umleiten, dass jede Wellenlänge nur an die gewünschten Subpixel gelangt. Quelle: Visera Technologies Die Nanosäulen sollen das eintreffende Licht so umleiten, dass jede Wellenlänge nur an die gewünschten Subpixel gelangt. Im Fall eines von Visera Technologies gefertigten Sensor mit 0,8-µm-Pixeln kamen dabei Säulen aus einem Polymer und Titanoxid zum Einsatz, die angeblich durch klassische Lithografie- und Ätzprozesse hergestellt wurden. Gegenüber einem klassischen Bildsensor mit Mikrolinsen soll die Lichtausbeute so um bis zu 40 Prozent im blauen Farbspektrum und um bis zu 16 Prozent im grünen Farbspektrum verbessert worden sein. Bei roten Farbtönen gibt es hingegen nur geringe Verbesserungen, und teils ist die Empfindlichkeit sogar niedriger.

REM-Aufnahme der gefertigten Nanosäulen. Quelle: Visera Technologies REM-Aufnahme der gefertigten Nanosäulen. Wie die farbigen Graphen zeigen, sollen die Nanosäulen gegenüber dem bisherigen Verfahren (gestrichelt) eine deutlich höhere Quantenausbeute - sprich Lichtempfindlichkeit - ermöglichen. Nur im Bereich um 625 nm ist sie etwas geringer. Quelle: Visera Technologies Wie die farbigen Graphen zeigen, sollen die Nanosäulen gegenüber dem bisherigen Verfahren (gestrichelt) eine deutlich höhere Quantenausbeute - sprich Lichtempfindlichkeit - ermöglichen. Nur im Bereich um 625 nm ist sie etwas geringer. Ebenso interessant: Cerabyte: Optische Speichertechnik soll unverwüstlich sein und 5.000 Jahre halten

In der Praxis dürfte der Einsatz also wohl das Bildrauschen der grünen und blauen Farbkanäle teils deutlich reduzieren, und beim roten Kanal ähnliche Ergebnisse liefern. Visera Technologies hält es deshalb für gut möglich, dass sich Nanosäulen in Zukunft durchsetzen und bisherige Sensoren mit Mikrolinsen ablösen werden. Ein konkreter Zeitplan wird dabei aber leider nicht genannt, und auch zu den Kosten gibt es noch keine konkrete Angabe. Das Unternehmen spricht aber zumindest davon, dass der neue Ansatz "kosteneffizient" sein soll.

Quelle: Visera Technologies (IEDM 2023)

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von efes Software-Overclocker(in)
        Zitat von Coonfusiarch
        Und ich dachte es wird für alles nur noch K.I forciert.
        KI ist immer mit dabei. da mal weniger, dort mal mehr
      • Von efes Software-Overclocker(in)
        Zitat von Coonfusiarch
        Und ich dachte es wird für alles nur noch K.I forciert.
        KI ist immer mit dabei. da mal weniger, dort mal mehr
      • Von Lighting-Designer Freizeitschrauber(in)
        Zitat von sho_xen
        Sehr guter Artikel, danke.
        Das sind natürlich geniale Aussichten für alle Hobbyastrofotographen. Der "blaue" Wellenlängenbereich war immer etwas problematisch.
        Ich fotografiere mit ner Mono-Cam ( Moravian G2-8300 FW mit Filtern). Aber die „neuen“ OSC wie die Asi2600C würden davon sicher extrem profitieren.
        Ich muss mir mal so ne OSC mit passendem Filter kaufen.
      • Von sho_xen Freizeitschrauber(in)
        Sehr guter Artikel, danke.
        Das sind natürlich geniale Aussichten für alle Hobbyastrofotographen. Der "blaue" Wellenlängenbereich war immer etwas problematisch.
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von soulstyle
        Na da bin ich auf die Unterschiede im Direktvergleich gespannt.
        Wenn man die Unterschiede suchen muss, nein Danke.
        Es gibt DIN-Normen zur Beleuchtung von Sportanlagen und auch die FiFa hat Beleuchtungsnormen. Diese richten sich nach der Kameratechnologie und deren Anforderungen. Wenn es also besser Kameras gäbe die mit weniger Licht zurechtkommen, dann wären auch diese Normen weniger streng und es könnte Strom gespart werden, bzw. es würde Vereinen leichter fallen die Beleuchtungsnormen zu erfüllen. Das ist weniger einer Problem für Champions-League Vereine und mehr eines für Dritt- und VIertligisten die in Abendspielen des DFB Pokals auftauchen.

        Der Konsument am TV Bildschirm muss da wirklich keinen Unterschied sehen, damit sich das finanziell rechnet.
      • Von Coonfusiarch PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von 4thVariety
        TV Kameras bei Sportübertragungen könnte ich mir vorstellen. Nicht alles findet in einem gut ausgeleuchteten Stadion statt. Bislang ist nicht nur der Farbraum von Monitoren dem menschlichen Auge weit unterlegen, sondern auch die Kameratechnik. Von daher darf es schon FOrtschritt geben.
        Und ich dachte es wird für alles nur noch K.I forciert.
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