5D-Speicher: Kristallspeicher soll in Rechenzentren eingesetzt werden
Das Unternehmen SPhotoix arbeitet an 5D-Speichern aus Glas, auf dem zuletzt das menschliche Erbgut gespeichert wurde. Bald soll die Technologie in Rechenzentren eingesetzt werden.
Das britische Startup SPhotoix arbeitet weiter an 5D-Speichern aus Glas. Das Unternehmen ging aus der Forschung der Universität Southampton hervor und wurde 2024 von Peter Kazansky, Professor für Optoelektronik an der Universität Southampton, und seinem Sohn Ilya, unter anderem Mitbegründer und CTO von Statiq, mitbegründet. Schon in den kommenden zwei Jahren soll die Glasspeichertechnologie laut dem Unternehmen in Rechenzentren erprobt werden.
Speicher für 13,8 Milliarden Jahre
Das Speichermedium des Unternehmens ist eine Quarzglasscheibe, die mit einem Femtosekundenlaser in Nanostrukturen beschrieben wird. Die jeweiligen Informationen werden in fünf Dimensionen gespeichert: drei räumliche Koordinaten (x, y, z) sowie die Orientierung und Intensität der Nanostrukturen. Ausgelesen werden die Daten dann mit polarisiertem Licht. Im September 2024 haben die Forscher damit das menschliche Erbgut gespeichert.
SPhotonix gibt an, dass eine einzelne 5-Zoll-Glasscheibe bis zu 360 Terabyte Daten speichern und bei Zimmertemperatur rund 13,8 Milliarden Jahre halten kann. Derzeit werden bei den Prototypen Schreibgeschwindigkeiten von rund 4 Megabyte pro Sekunde und Lesegeschwindigkeiten von etwa 30 Megabyte pro Sekunde erreicht. In drei bis vier Jahren will das Unternehmen jedoch Geschwindigkeiten von 500 Megabyte pro Sekunde anpeilen.
Die anfänglichen Systemkosten für ein Schreibgerät werden von SPhotonix auf etwa 30.000 US-Dollar geschätzt, während ein Lesegerät etwa 6.000 US-Dollar kosten soll. Ein vor Ort einsetzbarer Leser wird in etwa 18 Monaten erwartet. Das Unternehmen habe bisher 4,5 Millionen US-Dollar eingeworben und arbeite nun daran, den Technologiereifegrad (TRL) von 5 auf 6 zu erhöhen, was eine Prototypdemonstration vorsieht.
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Quelle: The Register via Tom's Hardware

Ähnliches gilt auch für Massenspeicher: Die Welt ist intern wie extern von Magnet auf Flash umgestiegen, um teure, große Laufwerkstechnik einzusparen, Zugriffe extrem und mittlerweile auch Geschwindigkeit zu beschleunigen. Höhere Kosten pro Medium, geringere Haltbarkeit und lange Zeit auch ein gestiegener Platzverbrauch wurden dafür bewusst in Kauf genommen. Eine optischer Speicher, der jetzt genau den Gegenteiligen Trade-Off bietet, hat schlichtweg keinen Markt. Genauso gut könnte ein Genetiker jetzt mit "Pferd 2.0: Verwertet jetzt auch Lignin" gegen Benzinkutschen antreten: Geile Idee ja, technischer Fortschritt ja, aber wenn es nicht 3 Monate in der Garage alleinlassen kann, um dann 130 km/h für dreimal drei Stunden mit nur kurzen Pausen dazwischen runterzureißen, dann will es niemand haben.
Zu den von mir genannten Technikbeispielen:
- SMRs werden von Westinghouse, Areva & Co immer wieder vorgeschlagen (die wollen halt ihre Entwicklungen aus dem marin-militärischen Bereich ein zweites Mal für viel Geld verkaufen), aber die anderen Reaktortechniken werden tatsächlich immer wieder von neuen Start-Ups und neuen Politiker-/Lobbyisten-Generationen ausgegraben. Also keine Kette von Scheininsolvenzen, sondern um einen Zyklus von Leuten, die "ist für mich neu" nicht von "ist ein Fortschritt" unterscheiden können, bevor ein paar Milliarden versenkt wurden.
- DVDs haben teilweise zwei Layer, erfolgreiche Blu Rays ebenfalls. Triple+-Layer-Blu-Ray hat sich schon nicht mehr durchgesetzt – Lese- und erst Recht Schreibtechnik für viele Ebenen ist einfach zu teuer.
- Virtualisierte CPUs versprechen, vollkompatibel zu bestehenden ISA zu sein, in dem sie deren Befehle in Echtzeit in eine supertolle, neuartige, interne Struktur (meist sehr simpel und extrem parallel) übersetzen, wobei letztere für absolut überragende Leistung sorgt. Quasi x86=>Microcode-Translation auf Stereoiden. Es gibt immer irgendein Start-Up, dass so eine Revolution verspricht (aus den letzten Jahren fällt mir Tachyum ein), aber das Versprechen wird nie eingelöst. Transmeta war am erfolgreichsten, aber nur weil sie rechtzeitig die Überfliegerambitionen gestrichen und sich eine damals von AMD, ARM und Intel ignorierte Nische gesucht haben.
- Technisch unterscheidet sich eine Emulation von einer Virtualisierung dadurch, dass die Eigenschaften der Hardware komplett maskiert werden. Und es gibt immer wieder jemanden, der auf dieser Basis ein Über-Betriebssystem schaffen will. Typischerweise wird 100-prozentige-x86-Windows-Kompatibilität versprochen. Mal auf Microsoft-freier Linux-Basis, in letzter Zeit oft von Microsoft selbst für ARM-Systeme, nie mit Erfolg.
- Reine Sprachbedienung: Es geht nicht nur um die Fähigkeit der Technik (wie alt sind Siri und Alexa als Schmalspurimplementationen jetzt?), sondern um den Sinn: Wer will seinen Computer denn im Sekundentakt Befehle vorbeten oder sich für einen längeren Text den Mund fusselig reden?
- Das Steam Deck kann streamen (was eher lokal genutzt wird), aber normalerweise berechnet es selbst. Als reiner Streaming-Client war z.B. die Ouya lange Zeit in den Medien. (Letztlich als lokale Android-Konsole erschienen – mit der Leistung eines Streaming-Clients.)
- PCRAM (!=PC-RAM), R(e)RAM, FRAM und verschiedene MRAMs wollen/sollen seit Ewigkeiten Flash verdrängen. Ich hatte in der 12/2015 mal einen Überblick, abseits von echten Exoten wie Racetrack und Millipede (beide aufgegeben) sind diese Revolutionäre immer noch im Rennen, ihrem Ziel aber keinen Millimeter näher gekommen. (Insbesondere MRAM hat einige Nischen für sich gefunden und wird deswegen aktiv weiterentwickelt, aber eben ohne Heilsversprechen.)
- Siliziumalternativen: Ja, Laborprototypen – wie bei allen anderen der genannten Techniken auch. Also Beispiel-Aufbauten, bei denen man alle Nachteile ignoriert, um den einen Vorteil zu demonstrieren. Genauso, wie es die Forscher in der News gemacht haben – und unzählige vor ihnen, zurück bis zum Tesa-Speicher und darüber hinaus. Wirklich revolutionär wäre es dagegen, mal die Nachteile zu lösen, statt nur zum x-ten Mal eine in der Summe nicht konkurrenzfähige Idee zu zelebrieren.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Thx für die Beispiele, falls das nachfolgende zu weit vom Thema wegführt, gerne ignorieren:
So etwa Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe seit >50 Jahren. Kann man wunderbar bei RTL Samstag Nacht nachschauen.
Im Heimelektronik-Bereich würden mir, neben mehrdimensionalen optischen Datenspeichern, noch CPUs mit komplett virtualisierter Architektur oder, als Software-Gegenstück, permanent emulierende Betriebssystem einfallen, reine Sprachbedienung und Streaming-Online-Konsolen. Die meisten Wanna-Be-Alternativen zu Flash fallen auch in diese Kategorie sowie bislang sämtliche großen Versprechen zu Siliziumalternativen. (Davon zu unterscheiden ist die parallel laufende, vorbereitende Forschung für den Zeitpunkt, an dem man Si tatsächlich nicht mehr weiterkommt.)
Schon mal was von den komischen (E)EPROMs da gehört? Das sind so Feldeffekttransistorenanordnungen mit denen man "NMOS-NAND-Gatter" bauen kann... wegen diverser Quanteneffekte kann man da Daten elektrisch speichern und muss nicht nicht weiter Bereiche auf Bändern oder Scheiben magnetisieren. Kurioser Hightech-Shit sag ich dir.
Ein 2D-Wesen das auf einem ideal 2D-angenommenen Papier wohnt und nichts von der 3. Dimension weiß würde, wenn du als 3D-Wesen mit deinem Arm ein Lock ins Papier haust einen Kreis wahrnehmen - die Schnittflächen deines Arms die gerade in der Dimension des Wesens sind. Du wärst für das 2D-Wesen also nur ein spontan erscheinendes und mutmaßlich zufällig seine Form veränderndes kreisartiges Ding.
Genauso würden wir 4D-Objekte wahrnehmen. Willkürliche 3D-Formen die erscheinen/verschwinden.
Hier auch science fiction mäßig aufbereitet
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