RAM: DDR5 bleibt aufgrund von Lieferengpässen deutlich teurer als DDR4

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DDR5
Quelle: Samsung (Montage: Sven Bauduin)

Es wurde erwartet, dass DDR5 im Laufe des Jahres hinsichtlich seines Preises pro GiByte in etwa Parität mit DDR4 erreicht. Doch diese Hoffnungen scheinen sich jetzt wohl zu zerschlagen, denn Lieferengpässe sollen den Preisverfall von DDR5-Modulen verlangsamen.

Wurde zuvor von Analysten noch erwartet, dass DDR5-Speichermodule im Laufe des Jahres hinsichtlich ihres Preises in Euro pro GiByte in etwa Parität mit ihren Pendants auf Basis von DDR4 erreichen, so hat sich diese Hoffnung jetzt ganz offensichtlich zerschlagen. Wie Digitimes aus Kreisen der Speicherhersteller erfahren haben möchte, bremsen Lieferengpässe den Preisverfall des DDR5-Speichers.

Angebot und Nachfrage halten sich die Waage

Jetzt, da sowohl AMD als auch Intel mit ihren aktuellen CPU-Generationen und Desktop-Plattformen den DDR5-Speicherstandard unterstützen und ihre Prozessoren in größeren Stückzahlen ausliefern, sollten sich die Preise für DDR5-Speichermodule der neuesten Generation im exakten Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage befinden, heißt es in dem Bericht aus Asien. Deshalb seien Experten davon ausgegangen, dass die Preise 2024 weiter stark fallen werden. Eine Fehleinschätzung, wie sich jetzt anscheinend herausgestellt hat.

16 GiByte DDR4-3600 Quelle: PCGH 16 GiByte DDR5-6000 Quelle: PCGH

Lieferengpässe machen DDR5 weiterhin teuer

Während 16 GiByte DDR4-3600, wie sie beispielsweise auf der AM4-Plattform in der Regel eingesetzt werden, bei einem Marktpreis von 40 bis 50 Euro notieren, werden für handelsübliche 16 GiByte DDR5-6000, wie Spieler sie für Ryzen 7000 und Core-i-13000 nutzen, zwischen 75 und 80 Euro fällig. Die Schere zwischen DDR4 und DDR5 könnte im Laufe des Jahres demnach wieder etwas auseinandergehen, so Digitimes. In letzter Zeit bewegten sich die Speicherpreise im Gleichschritt nach unten.

Hersteller sollen Auslieferung verzögern

Wie es aus den Kreisen der RAM-Hersteller heißt, sollen die Lieferengpässe auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein. Zum einen sollen die DRAM-Produzenten den Output und die Auslieferung von DRAM-Chips verzögern, um so dem DDR5-Preisverfall entsprechend entgegenzuwirken, zum anderen soll es an Power-Management-ICs, den sogenannten PMICs, mangeln.

Kein DRAM, keine PMICs, keine Module

Es sei derzeit unmöglich zu sagen, warum Micron, Samsung und SK Hynix beschlossen haben, die Auslieferung von DDR5-Speicherchips an RAM-Hersteller zu verzögern, heißt es weiter. Aber wenn es nicht genügend DDR5-Chips gibt, können die RAM-Hersteller keine DDR5-Module produzieren und der Preisverfall wird sich somit zwangsläufig verlangsamen und 2023 nicht in den Bereich von DDR4 vordringen.

Auch Server sollen betroffen sein

Wie Trendforce in der vergangenen Woche berichtet hatte, sehen sich auch professionelle Anwender und Unternehmen bereits zeitnah mit Lieferengpässen konfrontiert. Hier wird von Problemen mit der PMIC-Kompatibilität für DDR5-RDIMMs in Serverqualität ausgegangen und erklärte, dass DRAM-Produzenten und Anbieter von PMICs aktuell gemeinsam an der Lösung des Problems arbeiten.

Crucial DDR5 mit Power-Management-IC ('PMIC') Quelle: Crucial Crucial DDR5 mit Power-Management-IC ("PMIC")

Engpass aufgrund fehlender Power-Management-ICs

Dem Bericht zufolge waren PMICs von Monolithic Power Systems nicht betroffen, was Analysten zu der Prognose veranlasste, dass eine hohe Nachfrage nach MPS-PMICs besteht und ein Lieferengpass für DDR5-Speichermodule in Serverqualität bereits zeitnah entstehen könnte. Anders als bei DDR4, wo das Power Management ausschließlich über das Mainboard erfolgt, besitzt DDR5 entsprechend hochintegrierte Schaltkreise direkt auf dem Speichermodul.

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Quelle: Digitimes und Trendforce via Tom's Hardware

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    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von compisucher Lötkolbengott/-göttin
        Weiss nicht, ich empfinde die Riegelpreise auch eher entspannt.

        32GB DDR5 6000 mit Cl 32 für 111 €:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das DDR4 Pendant 32GB 3600 CL16 liegt bei 88 €
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Dass ist gerade ein Jahr her, da musste man (mehr) als das Doppelte bezahlen.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        Naja, Moore's Law folgt ja eher aus dem Fortschritt, der höhere Transistordichten möglich macht und nicht umgekehrt. Solange es sich lohnt, den stetig wachsenden Mehraufwand zu betreiben, um die Geschwindigkeit beizubehalten, wird es wohl noch gelten, aber das schlägt sich natürlich im Endkundenpreis nieder.
        Moores Law ist ja eigentlich eine Vorhersage und die trifft mit einigen Adaptierungen immer noch zu. Sie meint nicht nur die Vervielfachung von Transistoren sondern gleichzeitig auch den reduzierten Preis pro Transistor.
        Demzufolge wird ein Fortschritt bei Moores Law einen niedrigeren Transistorpreis mit sich bringen. Das passiert aber bei RAM bei weitem nicht in dem Ausmaß in dem es passieren müsste.
        Ist aber egal jetzt, müssen wir nicht drüber streiten, bin müde.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Rollora
        ja klar nicht.
        Aber solange halt Moores Law oder ähnliche Kostenreduktionsgesetze gelten, dann gilt auch die Produktion daraus
        Naja, Moore's Law folgt ja eher aus dem Fortschritt, der höhere Transistordichten möglich macht und nicht umgekehrt. Solange es sich lohnt, den stetig wachsenden Mehraufwand zu betreiben, um die Geschwindigkeit beizubehalten, wird es wohl noch gelten, aber das schlägt sich natürlich im Endkundenpreis nieder.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        Warum sollte irgendwas immer weiter gelten, nur weil es irgendwann mal gegolten hat? Vor allem, wenn es um eine exponentielle Prognose geht. Die ist doch quasi sicher dazu verdammt, irgendwann zu staucheln.

        ja klar nicht.
        Aber solange halt Moores Law oder ähnliche Kostenreduktionsgesetze gelten, dann gilt auch die Produktion daraus
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Rollora
        warum nicht? sie galt die 20-30 jahre davor auch?
        Warum sollte irgendwas immer weiter gelten, nur weil es irgendwann mal gegolten hat? Vor allem, wenn es um eine exponentielle Prognose geht. Die ist doch quasi sicher dazu verdammt, irgendwann zu staucheln.
        Zitat von Rollora
        das war ja nicht der Punkt. Dein Argument ging in die Richtung die gesteigerten Preise hätten mit den Produktionskosten zu tun.
        Das gilt nur für die CPUs unter 30€
        Und Entwicklungskosten und Investitionen in Produktionsstätten. Natürlich wird dann mitgenommen, dass bis der Markt mit den neuen, besonders begehrten Produkten gesättigt ist, höhere Preise aufgerufen werden können.
        Zitat von Rollora
        na eigentlich nicht. Die "Performance" Modelle gabs immer knapp unter 200€
        Ja, die Performancemodelle waren meist günstiger. Aber auch nicht immer. Und es ging ja hier um Topmodelle. Meine 6600GT lag z.B. genau auf 200€, wobei man den Nachrüstkühler prinzipiell dazurechnen müsste, weil der originale unerträglich war, die 7800GT lag deutlich darüber, die 8800GT war wieder deutlich günstiger, aber da war die Reihe auch schon lange am Markt.
        Zitat von Rollora
        äh nein?
        Nein, wenn ich kaum noch Gewinne mache, höre ich auf, in meine Produktionskapazität zu investieren.
        Zitat von Rollora
        und damals waren es 8 bis 12 gb, dennoch wars günstiger
        Ich habe noch nie weniger als 60€ für den Posten bezahlt. Ganz am Anfang sogar deutlich mehr, wobei das eher an mangelnder Erfahrung lag. Damals war RAM mit einer CL von 10ns noch unverhältnismäßig teuer.
        Zitat von Rollora
        Relativieren ist hier einfach der Anfang der Begründung von teuerung.
        Ich mag relativieren, aber gehandelt habe ich meiner Meinung nach (duh) der Situation angemessen. Was anderes bleibt einem ja sowieso nicht übrig. Meine Grafikkarte war bis zum Austausch vor ein, zwei Monaten deutlich über fünf Jahre alt, meine CPU ist gute vier Jahre alt, genau so wie die Plattform aus RAM und Board.
        Zitat von Rollora
        Es gibt keinen Grund für die aktuellen Preise, außer Absprachen. Man muss hier auch nichts rechtfertigen.
        Ich würde das ja wenn dann eher auf die kollektive Illusion schieben, dass Geld arbeiten kann, aus der raus Leute ihr Geld in Anteile der betreffenden Firmen investiert haben und ewig steigende Gewinne erwarten. Aber das ist ja keine neue Erscheinung.
        Zitat von Rollora
        Die Produktionspreise pro Transistor und GB Ram sind extrem gesunken seit 2008, die Endkundenpreise sind dies nicht.
        Mal als Beispiel: GTX 460 mit 2 Mrd. Transistoren und 1GB RAM für 200€ gegen die RTX 3060 mit 13 Mrd. Transistoren und 12GB RAM für 320€, das ist eine Viertelung beim Chip und eine Siebtelung beim RAM. Ich finde das nicht so absurd wenig, wenn man den steigenden Mehraufwand bei der Entwicklung, dem Aufbau von Produktionsstätten und der Produktion selbst miteinbezieht. Bis rund 2010 haben da bei jedem Verkleinerungsschritt die Vorteile deutlich eindeutiger überwogen. Da wurde es eigentlich jedes Mal nur schneller, billiger und sparsamer, sobald man umgestellt hatte.
        Zitat von Rollora
        Man muss hier einfach klar feststellen, dass die aktuellen RAM/GPU Preise "künstlich" sind, nichts mit den Produktionspreisen zu tun haben und letztlich durch künstliche Verknappung enstehen. Würde jeder Hersteller seine Kapazitäten ausreizen hätten wir einen Preiskampf wie damals 2008. Wo kein Hersteller überhebliche Geiwnne hatte, aber es waren Preise die sich auf der Straße jeder Leisten konnte
        Die Preise sind genau so wie 2008 natürlich keine Selbstkostenpreise und natürlich suchen alle genau so wie 2008 den Profitsweetspot, was das Produktionsvolumen betrifft und nur weil sich die Firmen 2008 oder damals zu der Speicher-... ich sag mal Situation 2011-2012 zugunsten der Kunden verzettelt haben, braucht man sich meiner Meinung nach nicht wundern, dass das nicht ewig so weitergeht und so wie sich der Bedarf im Verhältnis zu so manch nötigen Rohstoffen entwickelt, würde ich mich auch darauf gefasst machen, dass sich das nicht so schnell bessert. Das sagt zumindest meine Glaskugel. Aber da der Einstieg immer noch, bzw. jetzt wieder, halbwegs günstig möglich ist und seltenere Neukäufe aufgrund der längeren Entwicklungszyklen eh nur Sinn ergeben, was zumindest mir einleuchtet, der schon die letzten rund 15 Jahre versucht, immer nur Verdopplungsupgrades zu machen, bleibe ich bei meiner ursprünglichen Aussage: Ich finde die Situation nicht so drastisch.
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