Apple: Lieferkettenprobleme treffen iPhone-Hersteller vor Weihnachten
Zum ersten Mal seit einer Dekade stehen Apples Produktionsstätten in China still. Der Chipmangel hat letztlich auch den Technikpionier erreicht, er wird die ursprünglich bis zum Jahresende angestrebten 95 Millionen Exemplare des iPhone 13 nicht mehr fertigen können. Noch schlechter sieht es für die iPads auf deutschen Weihnachtswunschzetteln aus - sie werden aller Voraussicht nach erst einen Monat nach dem Fest verschenkt werden können.
Anfang Oktober laufen die Fertigungsstätten der wichtigsten Apple-Lieferanten in China normalerweise auf Hochtouren, denn das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. In diesem Jahr aber stehen dort die Fließbänder komplett still - zum ersten Mal seit einer Dekade, schreibt das taiwanesische Branchenblatt Nikkei Asia. Die Lieferkettenprobleme haben offenbar auch den Technikpionier aus Cupertino, Kalifornien erreicht, er strauchelt unter den Covid-Restriktionen und Lockdowns in Ländern wie Malaysia oder Vietnam. Zudem leidet die Produktion der Apple-Fabriken unter den Stromabschaltungen in China, die infolge der Preissteigerung bei Kohle und Gas seit Juni dieses Jahres wiederkehren.
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Weihnachten ohne iPads
Die gegenwärtigen Probleme bei der Komponentenfertigung bringen Apple in eine missliche Lage; der Konzern wird die ursprünglich bis zum Jahresende angestrebten 95 Millionen Exemplare des iPhone 13 nicht mehr fertigen können. Gemäß Berechnungen der Autoren von Nikkei Asia seien nur noch etwa 83 bis 85 Millionen Geräte bis Weihnachten zu erwarten. Im Jahr 2021 wollte Apple insgesamt 230 Millionen iPhones sämtlicher Modelle produzieren lassen. Nikkei Asia sagt eine Verfehlung um 15 Millionen Stück voraus.
Wie aus Kreisen der Zulieferer zu vernehmen, habe Apple die Fertigung des iPhone 13 priorisiert - ein entsprechender Engpass bei den iPads ist in Stein gemeißelt. So werden die Tablets online erst wieder ab Ende Januar 2022 bestellbar sein. Der Apple-Chef Tim Cook warnte vor solchen Engpässen bereits im April, insbesondere bei Firmen-Produkten, die mit dem M1-Chip ausgestattet sind. Zwar gaben Lieferanten Apple gegenüber anderen Kunden den Vorzug, um künftige Aufträge des Großbestellers nicht an die Konkurrenz zu verlieren. Doch der aktuelle Mangel an grundlegenden Komponenten wie Platinen, Chip-Substraten und digitalen Kompassen erschwert es, Apples Nachfrage zu bedienen. Es besteht aber auch ein Mangel an (normalerweise) massenproduzierten Kleinteilen, die nur mit ein paar Cent zu Buche schlagen.
Quelle: via Der Spiegel
