Praxis: Vista-Systembuilder und Mainboardtausch - was passiert?
Vista verlangt nach dem Mainboard-Tausch nach einer erneuten Aktivierung
Im Internet gehen derzeit die verschiedensten Szenarien um, was passiert, wenn man nach Installation der Systembuilder wesentliche Hardware wie zum Beispiel das Mainboard austauschen muss.
Genau dieses Szenario wurde in einem Testsystem von uns nachgestellt. Ergebnis: nach Austausch der Hauptplatine installierte Vista die notwendigen Chipsatz-Treiber neu - und in der Systemsteuerung wurde die Meldung ausgegeben, dass eine Aktivierung innerhalb von drei Tagen nötig sei. Diese erneute Aktivierung war über das Internet nicht möglich.
Das Telefon-System von Microsoft - welches übrigens bei den automatischen Bandansagen noch von Windows XP spricht - stellte nach Eingabe der Installations-ID zu einer Mitarbeiterin durch. Hier wurden wir gefragt, ob Windows auf mehreren Rechnern installiert sei und was der Grund für die erneute Aktivierung sei. Auch ob wir das Betriebssystem zusammen mit einem PC erwarben wurde gefragt, dabei wurde nur unterschieden zwischen "Zusammen mit PC" und "im Handel": die Möglichkeit, eine Systembuilder-Version ohne PC im Handel zu kaufen schien die Damen nicht zu kennen. Nach einer weiteren kurzen Wartemelodie aus dem Telefon wurde die Aktivierungs-Kennung angesagt - nach dem diese Korrekt eingegeben war lief Vista weiter wie gewohnt.
Was ist "wesentliche Hardware"?
Per Telefon bekommen wir eine neue Aktivierungs-ID mitgeteilt
Microsoft gibt an, dass eine Neuaktivierung fällig wird, wenn wesentliche Hardware verändert wird. Die einzelnen Komponenten sollen einen Wert haben - verändert sich dieser insgesamt zu stark, wird eine Neuaktivierung fällig.
Die Werte der Hardwarekomponenten (noch unbestätigt):
- Festplatten-Seriennummer: 11
- BIOS-ID (Mainboard): 9
- IDE-Adapter: 3
- Prozessor: 3
- Soundkarte: 2
- Netzwerkkarte: 2
- SCSI-Adapter: 2
- Optische Laufwerke: 1
- Grafikkarte: 1
- Menge des Arbeitsspeichers: 1
Solange der Gesamtwert über 25 liegt, muss Vista bei einem Hardwaretausch nicht neu aktiviert werden. RAM oder Grafikkarte lassen sich folglich ohne Probleme mehrmals austauschen. Festplatte und Mainboard dagegen werden höher bewertet: ein Austausch führt hier schneller zu einer Neuaktivierung.
Vor allem ein Mainboard-Tausch führt fast unweigerlich zu einer Neuaktivierung: zwar zählt das Mainboard nur neun Punkte, da aber zusätzliche Onboard-Komponenten wie Netzwerkkarte und Festplatten-Kontroller ebenfalls mitgezählt werden "verbraucht" ein Mainboard-Tausch mehr Punkte.
Unklar ist immer noch, ob sich die Systembuilder-Versionen beliebig oft nach einem Hardwaretausch neu aktivieren lassen. Dies werden wir in einem weiteren Test ermitteln.
