Windows NT: Entwickler schickten Rivalen Särge und falschen Hundekot
In den 1990ern trug Microsoft den Kampf um Betriebssysteme mit ungewöhnlichen Mitteln aus. Windows-NT-Chefarchitekt Dave Cutler berichtet von makabren Paketen an zwei Konkurrenten.
Basierend auf einem älteren Interview mit Dave Cutler, dem Chefarchitekten von Windows NT, macht aktuell eine Anekdote die Runde. Während der Entwicklung von Windows NT soll das Team schwarze Kartonsärge an zwei Konkurrenten geschickt haben. Empfänger seien Sun-Mitgründer Scott McNealy und IBM-Manager Lee Reiswig gewesen.
Die Särge sollen allerdings nicht leer gewesen sein. Stattdessen habe das Windows-NT-Team sie mit falschem Hundekot, einer persönlichen Nachricht und einem Musikmodul aus einer Grußkarte mit dem Imperial March aus Star Wars gefüllt. Nach einem Bericht von Thurrott seien außerdem rote Rosen und jeweils eine Verkaufsversion des Betriebssystems beigelegt worden, für das der jeweilige Empfänger verantwortlich war.
Anlass für den Streich sollen wiederholte öffentliche Spitzen gegen Microsoft und das Windows-NT-Team gewesen sein. Den Anfang habe eine Veranstaltung gemacht, bei der McNealy einen Hund namens Network neben einem Hydranten mit Microsoft-Schriftzug platzierte. Anschließend soll das Tier an den Hydranten uriniert haben.
Microsoft wollte den Versand noch verhindern
Cutler zufolge waren die schwarzen Kartonsärge ungefähr zwei Fuß und damit rund 60 Zentimeter lang. Die beiden Pakete seien persönlich an Sun und IBM ausgeliefert worden. Ein dritter Sarg soll ebenfalls vorbereitet gewesen sein, habe Microsoft jedoch nicht mehr verlassen.
Für wen das zusätzliche Exemplar gedacht war, konnte Cutler im Interview nicht mehr eindeutig sagen. Als möglicher Empfänger fiel unter anderem der Name von Larry Ellison, dem Mitgründer des Softwareunternehmens Oracle. Ob der dritte Sarg tatsächlich für ihn bestimmt war, bleibt offen.
Der Zeitpunkt der Aktion war offenbar nicht ganz zufällig. Jim Allchin, damals leitender Microsoft-Manager und später Chef der Windows-Sparte, soll das Windows-NT-Team kurz zuvor dazu aufgefordert haben, gegenüber der Konkurrenz weniger aggressiv aufzutreten. Laut Thurrott stand Microsoft zu dieser Zeit wegen seiner Geschäftspraktiken rund um MS-DOS unter rechtlichem Druck.
Allchin habe deshalb sowohl die Vorführung eines intern produzierten Videos als auch den Versand der Särge untersagt. Für die beiden bereits vorbereiteten Pakete kam die Anweisung allerdings zu spät. Cutler habe den Manager lediglich darauf hingewiesen, dass die Lieferungen schon unterwegs seien.
Nicht Microsofts einziger Streich gegen die Konkurrenz
Das war übrigens nicht das einzige Mal, dass Microsoft Streiche gespielt hat. Auch während des Browserkriegs griff Microsoft zu ungewöhnlichen Mitteln. Zur Veröffentlichung des Internet Explorer 4 stellte das zuständige Team 1997 ein großes Internet-Explorer-Logo auf den Rasen der Netscape-Zentrale. Die Mitarbeiter des Browser-Konkurrenten reagierten noch in derselben Nacht. Sie kippten das Logo um und stellten die Mozilla-Dinosaurierfigur darauf.
2010 verwendete Microsoft erneut Särge als Symbol. Mitarbeiter des Windows-Phone-Teams trugen bei einer internen Parade Nachbildungen von Särgen für Apples iPhone und Blackberry über das Firmengelände. Der geplante Erfolg von Windows Phone blieb allerdings aus.
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Quelle: Thurrott, SFGate, Techcrunch

Dann wäre das kein "ungewöhnliches Mittel" sondern Bedrohung, ggf. Stalking, Belästigung oder HateSpeech
Man stelle sich vor was dieser "Entwicklerstreich" der MS Entwickler heute an Reaktionen hervorrufen würde.
Dann wäre das kein "ungewöhnliches Mittel" sondern Bedrohung, ggf. Stalking, Belästigung oder HateSpeech