SSL-Zertifikat-Hacker kommen aus dem Iran: Alarmstufe Rot für Google Mail, Yahoo, Skype und Mozilla - Update

21
News Lars Craemer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Microsoft veröffentlicht jetzt einen Notfallpatch für den Internet Explorer unter Windows, durch den eine schwerwiegende Sicherheitslücke beseitigt werden soll. Hacker hatten vor wenigen Tagen SSL-Sicherheitszertifikate von einem Server gestohlen, dieses digitale "Ausweispapier" ermöglicht es Internetkriminellen, Webseiten wie Google Mail täuschend echt nachzubauen - der Anwender hat in so einem Fall kaum eine Chance, dem Angriff zu entgehen.

Laut ersten Untersuchungen kommen die SSL-Hacker aus dem Iran. Politische Ziele werden nicht ausgeschlossen. Quelle: Comodo Laut ersten Untersuchungen kommen die SSL-Hacker aus dem Iran. Politische Ziele werden nicht ausgeschlossen. Update vom 24. März 2011: Spuren des Angriffes führen in den Iran
Die Zertifizierungsstelle von Comodo wurde angegriffen, der Eindringling konnte auf Basis eines gültigen Accounts ein eigenes Benutzerkonto anlegen. Wie Comodo bekannt gegeben hat, konnte der Angriff während des Dateitransfers gestoppt werden - es liegt die Vermutung nah, dass der Angreifer weitere SSL-Zertifikate im Visier hatte. Anhand der IP-Adressen konnten die meisten Zugriffe auf zwei Knotenpunkte im Iran zurückverfolgt werden. Der Dienstleister schießen ein politisch motiviertes Ziel der Angreifer nicht aus. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man allerdings nicht ausschließen, dass die Spur in den Iran nur eine falsche Fährte ist. Selbst wenn der Angreifer aus dem Iran kommt, kommen immer noch Pro- und Contra-Regierungs-Fraktionen in Frage.

"The IP address of the initial attack was recorded and has been determined to be assigned to an ISP in Iran. A web survey revealed one of the certificates deployed on another IP address assigned to an Iranian ISP. The server in question stopped responding to requests shortly after the certificate was revoked."

Comodo betont, dass der Angriff keine Schädigung der Infrastruktur oder ein EIndringen in Systemrelevante Bereiche der Comodo-Serverstruktur beinhaltet. Vielmehr sei ein externer Comodo-Dienstleister Ziel des Angriffes gewesen. Zuständige Regierungsstellen und SSL-Dienstleister sehen in diesem Fall einen weiteren Präzedenzfall, durch den auch Social Networks und E-Mail-Anbieter als illegale Informationsquelle missbraucht werden können.

Quelle: Comodo

Reklame: Network Security with Open SSL (Buch) jetzt bei Amazon ab 50 Euro bestellen.

---

Damit bekannte Webseiten nicht einfach nachgebaut werden können und ahnungslose Anwender auf einer gefälschten Seite wichtige Informationen wie beispielsweise Kreditkartennummern preisgeben, gibt es unter anderem SSL-Zertifikate. Dieses Sicherheitsfeature lässt sich quasi als Ausweis für Webseiten beschreiben - wird das Zertifikat einer Webseite als unsicher eingestuft, ist Vorsicht angesagt. Was im realen Leben passieren kann, ist allerdings auch online möglich, so haben Hacker gültige SSL-Zertifikate von einem Webserver gestohlen. So ist es mit diesen Zertifikaten beispielsweise möglich, dass findige Hacker die Google-Mail-Webseite täuschend echt nachbauen.

Die betroffenen Webseiten:
- mail.google.com
- www.google.com
- login.live.com
- login.yahoo.com
- login.skype.com
- addons.mozilla.org

Microsoft empfiehlt allen Anwendern, über die Update-Funktion zu prüfen, ob der Patch bereits installiert wurde - die aktuellen Versionen von Firefox und Chrome sind laut aktuellen Informationen bereits gegen diesen SSL-Diebstahl gesichert.

Quelle: Microsoft

Reklame: Network Security with Open SSL (Buch) jetzt bei Amazon ab 50 Euro bestellen.

21
    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gamer090 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Bei Facebook frage ich mich schon wie es mit der Sicherheit aussieht, ich sehe zwar bei der Anmeldung das der kleiner Balken neben der Adressangabe blau wird aber nachher geht der weg und wenn ich auf das Logo klicke dann steht das keine Identitätsdaten zur Verfügung gestellt werden und die Verbindung sei nicht verschlüsselt.

        Ist das normal?
      • Von Gamer090 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Bei Facebook frage ich mich schon wie es mit der Sicherheit aussieht, ich sehe zwar bei der Anmeldung das der kleiner Balken neben der Adressangabe blau wird aber nachher geht der weg und wenn ich auf das Logo klicke dann steht das keine Identitätsdaten zur Verfügung gestellt werden und die Verbindung sei nicht verschlüsselt.

        Ist das normal?
      • Von fariborsm Schraubenverwechsler(in)
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Geklaute SSL-Zertifikate: Spuren führen in den Iran WOHIN FÜHRTEN DIE SPUREN DER "UNSCHÄDLICHMACHUNG"SBESTREBUNGEN DER ANLAGE IN BUSCHEHR? STELLE FEST: WIR SIND AUCH IN DIESEM BEREICH NICHT DIE EINZIG ALLES KÖNNER. HÖCHSTE ZEIT UMZUDENKEN. SOLANGE ES NICHT ZU SPÄT IST.
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Zitat von kühlprofi
        Na klar kann man IP-Adressen verstecken. Aber sich zu 100% zu tarnen ist mMn unmöglich - schon gar nicht wenn dich Spezialisten aufsuchen wollen. Egal ob jemand ein Schlaumeier ist und alle paar Minuten den Proxyserver wechselt. Gibt's halt dem Proxy-Besitzer bisschen Kohle auf die Kralle...
        Schon mal was von verseuchten Windows PCs gehört die sich dann fernsteuern lassen?
        Außerdem können da auch andere "Spezialisten" dahintersitzen (Geheimdienste) die solche sachen ausführen um das jeweilige Land in ein schlechtes Licht zu rücken.
      • Von kühlprofi BIOS-Overclocker(in)
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Zitat von Gamer090
        Muss euch beiden recht geben, das man IP Adressen verstecken kann habe ich schon davon gehört obwohl ich nicht weiss wie das geht und es kommt auch mir so vor als sei es eine Windows SIcherheitslücke.

        Na klar kann man IP-Adressen verstecken. Aber sich zu 100% zu tarnen ist mMn unmöglich - schon gar nicht wenn dich Spezialisten aufsuchen wollen. Egal ob jemand ein Schlaumeier ist und alle paar Minuten den Proxyserver wechselt. Gibt's halt dem Proxy-Besitzer bisschen Kohle auf die Kralle...
      • Von MisterG PC-Selbstbauer(in)
        AW: Windows: SSL-Zertifikate gestohlen - Alarmstufe Rot für Google-Mail, Yahoo, Skype und Mozilla

        Zitat von x-up
        Ja liegt es dann wieder mal an der M$ Software, wie dem neuen IE ?

        Das mit den SSL Zertifikaten habe ich irgendwie immer noch nicht verstanden.

        Nein liegt nicht an MS oder dem IE speziell, alle Browser sind betroffen.

        Das mit der möglichen Gefahr ist zudem ziemlich beschränkt, Zitat von einem user bei Computerbase:

        Zitat
        Eine Kompromittierung geht nur, wenn ich auf die gefakte Webseite die das gefakte Zertifikat enthält geleitet werde und das passiert eben nicht, wenn ich keine iranischen DNS Server zur Namensauflösung nutze.
        Heisst also, wenn du Kontrolle über den länderspezifischen DNS hast/hättest dann könntest du die neu erworbenen Zertifikate dazu nutzen, eine von den gennanten Websites (addons.mozilla.org, login.skype.com, login.live.com, mail.google.com, Google, login.yahoo.com) nachzubauen also zu faken und mit den neu erworbenen Zertifikaten wäre die dann auch vom Browser als legitim ausgegeben. Beispiel wenn du eine "legitime" Seite ansurfst und dich zB einloggst geschieht das über HTTPS, bei Firefox zB färbt sich der "Adress-Teil" in der URL-Leiste "grün" und man kann weitere Details abrufen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk