Windows as a Service: Microsoft ändert Updatepolitik bei Windows 10
Ursprünglich waren mehrere Funktionsupdates pro Jahr bei Windows 10 geplant. Nach interner Evaluation, neuer Organisationsstruktur und nicht zuletzt öffentlicher Kritik passt Microsoft nun die Updatepolitik an. Künftig wird es nur noch ein großes Feature-Update pro Jahr geben, das dann im Frühjahr auf die Welt kommen wird. Im Herbst folgt dann immer eine Art Service Pack.
In diesen Tagen feierte das Betriebssystem Windows 10 Geburtstag. Im Jahr 2015 wurde es erstmals veröffentlicht und mit ihm auch ein neues Updateverfahren. Statt alle zwei bis drei Jahre eine neue Betriebssystemversion auf den Markt zu bringen und dafür Geld zu verlangen, geht Microsoft einen anderen Weg. Wer sich einmal Windows 10 gekauft hat beziehungsweise das Angebot des kostenlosen Updates von Windows 7 oder 8 auf die aktuelle Version in Anspruch genommen hat, bekommt immer wieder kostenfreie, sogenannte Funktions-Updates. Die Häufigkeit, wann eine derartige neue Software erscheint, wird zukünftig anders geregelt sein als bisher.
Update-Zyklus aktualisiert
Im Jahr 2015 lieferte Microsoft neben der Hauptversion Windows 10 auch noch zwei Funktions-Updates aus. Damals war noch der umstrittene Chef Terry Myerson verantwortlich für die Weiterentwicklung vom Betriebssystem. Bereits im darauffolgenden Jahr veröffentlichte Microsoft nur noch zwei Updates mit neuen Features pro Kalenderjahr. Dieser Rhythmus ist bis heute so geblieben. Allerdings gab es in letzter Zeit zunehmend Probleme bei neuen Versionen von Windows 10. Bei der Version 1803 beispielsweise musste die Verteilung einige Zeit ausgesetzt werden, weil es zu häufigen Fehlerberichten der Nutzer kam. Auch die folgende Version 1809 entwickelte sich zu einem Fiasko für Microsoft. Aufgrund von Problemen musste der Rollout gestoppt werden. Selbst die Version 1903 konnte nicht wie geplant ausgerollt werden. Das konnte Microsoft-CEO Satya Nadella nicht gut gefallen haben. Seit Kurzem ist die Abteilung umstrukturiert worden. Terry Myerson hat Microsoft im letzten Jahr verlassen, seine frühere Windows-Division gibt es so nicht mehr. Vielmehr wurde die Entwicklung in zwei Abteilungen aufgegliedert.
Einmal in den technischen Bereich, der nun gemeinsam mit der Server- und Cloud-Abteilung erfolgt, und einmal in den Bereich rund um die Benutzeroberfläche und neue Features, die nun zusammen mit Office und der Hardwareentwicklung stattfinden wird. Der neue Chef vom Betriebssystem Windows betreut auch alle Themen rund um den Bildungsbereich und heißt Eran Megiddo. Er ist direkt Joe Belfiore unterstellt, der sich gesamtheitlich um die User Experience aller Microsoft-Produkte kümmert. Darüber hinaus hat der Konzern - wie wir bereits hier berichtet haben - auch eine andere Updatestrategie zugrunde gelegt. Beginnend mit dem kommenden, vermutlich 1909 getauften Aktualisierung, werden diese Änderungen greifen. Hierbei wird Microsoft nur noch ein großes Funktions-Update pro Jahr veröffentlichen und sich in einem weiteren Funktions-Update um das Fixing von Bugs kümmern.
Individueller Installationszeitraum für alle und Langzeitsupport
Fortan ist es möglich, Funktions-Updates zu verschieben. Dies können nicht mehr nur Unternehmenskunden, sondern generell alle Nutzer von Windows 10. Es ist ab der Version 1903 möglich, die Installation um bis zu 18 Monate nach hinten zu schieben. Erst dann läuft der Support seitens Microsoft für die jeweilige Version von Windows 10 aus, daher sollte man spätestens dann auf eine neuere Build aktualisiert haben. Man hat als Nutzer - endlich - die Wahl, wann man ein Funktions-Update einspielen möchte. Zudem wird ein neues Funktions-Update nur noch dann einem Nutzer angeboten, wenn sichergestellt ist, dass möglichst wenig Benutzer Probleme mit der Build melden. Generell können User ab der Version 1903 die Installation sämtlicher Updates um bis zu 35 Tage nach hinten verschieben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Home- oder Pro-Version nutzt.
Firmenkunden können 10 Jahre Update-Ruhe kaufen
Firmenkunden erhalten sogar noch mehr Optionen. Wenn man entweder Windows 10 Pro oder Enterprise verwendet, kann man ein Funktions-Update bis zu 30 Monate nach dem Release nach hinten schieben. So können Unternehmen bis zu 30 Monate lang mit derselben Version von Windows 10 arbeiten und müssen keinerlei neue Funktions-Updates einspielen. Dies gilt für die Herbst-Updates von Windows 10. Damit soll sichergestellt werden, dass in Unternehmen nur Betriebssystemversionen laufen, die sich im Arbeitsalltag bewährt haben. Erst wenn der Support seitens Microsoft für eine spezifische Version von Windows 10 Pro oder Enterprise eingestellt wird, sollten auch Firmenkunden wechseln. Entweder zu einer neueren Build-Variante oder aber in den sogenannten Long Term Servicing Channel - kurz LTSC. Mit Letzterem ist eine Lizenz von Windows 10 Enterprise gemeint, die über einen Zeitraum von zehn Jahren nach Vertragsabschluss keinerlei neue Funktions-Updates erhält. Diese Version erhält natürlich trotzdem Bugfixes und Sicherheitspatches, aber eben keine neuen Features. Zudem gibt es auch keine neuen Gerätetreiber oder neue API-Funktionen. Im Gegenzug muss aber das Unternehmen eine individuell verhandelte Servicepauschale an Microsoft bezahlen, um eine derartige Lizenz von Windows 10 Enterprise zu erhalten. Alternativ können Firmenkunden auch Gerätelizenzen von Windows 10 Enterprise LTSB kaufen.
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Fakten zur Neustrukturierung vom Windows-as-a-Service-Modell:
- Seit es Windows 10 im Jahr 2015 gibt, ist das Windows-as-a-Service-Modell verfügbar. Damit gemeint ist, dass es jährliche Funktions-Updates gibt.
- Nach einer Umstrukturierung der Entwicklungsabteilung und öffentlicher Kritik an der Qualität der letzten Funktions-Updates hat Microsoft-CEO Satya Nadella durchgegriffen und eine Neuausrichtung veranlasst.
- Ab der Version 1903 können alle Nutzer von Windows 10 - unabhängig von der verwendeten Edition - die Installation eines Funktions-Updates um bis zu 18 Monate nach dem Release verschieben. Erst dann wird der Support für die betreffende Version eingestellt, daher empfiehlt sich spätestens dann eine Aktualisierung auf eine neuere Variante.
- Auch die Installation von Sicherheits- und Bugfix-Updates kann um bis zu 35 Tage nach Veröffentlichung verschoben werden.
- Zukünftig wird es nur noch ein Frühjahrs-Update mit neuen Funktionen geben. Das zweite Funktions-Update im Jahr, das im Herbst veröffentlicht wird, wird ab der kommenden Version 1909 nur noch Bugfixes enthalten.

So und das ganze jetzt bitte auch für Privatkunden, egal ob Home oder Pro.
Und dann haben wir fast wieder die Zustände wie zu Win7 Zeiten, prima.
Leider bekommt man ja nie heraus, welche Großkunden MS dazu bewegen, Updates für Uraltversionen zu verlängern.
Zum Punkt längere Update Verschiebungen für Firmenkunden ...
So und das ganze jetzt bitte auch für Privatkunden, egal ob Home oder Pro.
Und dann haben wir fast wieder die Zustände wie zu Win7 Zeiten, prima.
Da fragt man sich doch, warum Microsoft erst jetzt begreift, was viele schon
von vorneherein oder zumindest viel früher wußten.
Firmen, die Betriebssysteme entwickeln, sollten sich wirklich aufs Wesentliche
beschränken. Jeder möchte einfach nur eine sichere und stabile Plattform.
Wer spielen möchte soll sich ein game kaufen. Am OS sollte man als Firma nicht
ständig rumspielen. Änderungen erst dann, wenn es wirklichlich die Arbeit
unterstützt und nicht nur des lieben Ändern willens.
Mehr Technik und Qualität .. weniger Marketing-Schwachsinn.
Ich hab 8 und 10 LTSC im Dualboot, mich betrifft das Beta Testen, gsd nicht