Windows 10: BSOD-Dauerschleife sorgt weltweit für Probleme
Ein durch Crowdstrike verursachtes BSOD-Problem hält Windows-10-PCs derweil auf dem Recovery-Bildschirm fest. Weltweit sollen Systeme betroffen sein, doch es gibt mehrere Problemumgehungen.
Bei Windows-10-PCs herrscht derweil eine "Pandemie" an Blue Screens of Death. Nicht nur Medien- und Technologieunternehmen sowie Schulen und Universitäten sollen von dem Problem betroffen sein, der PCs auf dem Recovery-Bildschirm in eine Dauerschleife schickt. "Es sieht so aus, als ob Windows nicht richtig geladen wurde. Wenn Sie neu starten und es noch einmal versuchen möchten, wählen Sie unten "PC neu starten", ist dort zu lesen.
Der X-Nutzer (ehemals Twitter) und Microsoft Director Troy Hunt berichtete am Morgen des 19. Juli weiterhin davon, dass weltweit Systeme betroffen sind und dabei auch wichtige Infrastruktur wie Flughäfen, wo Flugzeuge vom Abheben gehindert werden, oder aber auch Notfalldienste und öffentlicher Nahverkehr.
Microsoft badet in Unschuld - Lösungen gibt es reichlich
Der Übeltäter ist diesmal aber nicht Microsoft, sondern das Unternehmen für Cybersicherheitstechnologie Crowdstrike. Dieses bestätigte laut Windows Latest, dass das global grassierende BSOD-Problem bei Windows 10 auf sein Sensor-Update zurückzuführen ist, und zwar auf mehrere Sensoren-Versionen. Windows Latest hat bereits die Systemdatei ausfindig gemacht, die das Problem verursacht, nämlich csagent.sys (oder C-00000291*.sys). Eine Löschung der Datei sowie die Umbenennung des Treiberordners sollen den Bootfehler beheben und ein gewöhnliches Hochfahren des PCs gewährleisten können.
Wer also mit einem ähnlichen Problem wie ein großer Teil der gesamten Welt konfrontiert ist, für den gibt Windows Latest drei Methoden an die Hand, um dem BSOD zu entkommen:
- Methode 1: Verwenden Sie den abgesicherten Modus und löschen Sie die betroffene Datei.
- Methode 2: Verwenden Sie den abgesicherten Modus und benennen Sie den Crowdstrike-Ordner um.
- Methode 3: Verwenden Sie den Registrierungseditor, um den CSAgent-Dienst zu blockieren.
Für jede der genannten Methoden bietet Windows Latest eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an, damit Nutzer von Windows-10-PCs die Boot-Dauerschleife in den Griff bekommen. Crowdstrike selbst hat die Berichte bestätigt und selbst eine Stellungnahme abgegeben, wie Windows Latest übermittelt, in der sie angeben, die Ursache des BSOD-Problems zu untersuchen. Es soll sich um eine sich entwickelnde Geschichte handeln.
Quelle: Windows Latest

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
TPM 2.0 erschien 2014 und war nicht verpflichtend für Windows 10.
selbst schuld
Erinnerst du dich noch an das Märchen das Microsoft der ganzen Welt aufgetischt hat? Windows 10 wäre das letzte OS und ein Windows 11 oder 12 würde es nicht geben?
Tja, warum sollte ich dann meine Server-CPUs oder gleich die ganzen Server tauschen, wenn mir die Leistung zum einen absolut noch ausreicht, und zum anderen niemand irgendwas von Windows 11 zu dem Zeitpunkt wusste?
Das gleiche Spiel bei den Clients. Intel Core i3/5 der 6th und 7th Gen und vergleichbare AMD Ryzen CPUs sind schnell genug für 08/15 Office-Geschichten... Wie schon gesagt, kein Unternehmen wirft (während einer laufenden Pandemie) Hardware raus die noch über laufende Support-Verträge verfügt, Leistungsstark genug oder noch nicht abgeschrieben ist.
Urplötzlich kommt dann Mitte 2021 während der laufenden Pandemie in der viele Unternehmen ihre IT-Finanzmittel umgewidemet haben, die Meldung das Windows 11 erscheinen wird. Dann das ewige auf und ab, auf welcher Hardware Windows 11 denn nun eigentlich genau laufen kann/darf/wird.
Selbst wenn man anschließend aufrüsten wollte: Die Verfügbarkeit von Hardware und insbesondere Enterprise-Hardware war sehr sehr lange Zeit aufgrund brachliegender Lieferketten mangelhaft oder ungenügend.
Viele Unternehmen haben aufgrund der Pandemie und dem Aufwand hinter einem Server/Client-Wechsel das Ganze sicherlich auch nach hinten verschoben.
Da waren Notebooks, Headsets, Videocall-Software etc. damals wichtiger als neue Server. Aber auch hier haben die Lieferketten gnadenlos zugeschlagen. Es ist eine Sache wenn ich als Privatuser von Lieferproblemen betroffen bin, aber es ist ein ganz anderer Schnack wenn sowas ein Unternehmen trifft.
Wir haben damals (2022) ja selbst mit neuen AMD EPYC-Servern geplant... Und bei den Planungen ist es dann auch geblieben. Die CPUs wären in begrenzten Stückzahlen lieferbar gewesen, aber nicht die Supermicro-Boards und die Datacenter-SSDs. Lieferzeit: Unbekannt ; Ende vom Lied: --> Kauf wurde verschoben.
Stattdessen haben die Bestandsserver je einen zweite Intel-CPU und ein RAM-Upgrade erhalten um die Pandemie zu überbrücken, von der keiner wusste wie lange sie überhaupt andauern wird. Das war der Vorteil der alten Hardware. Es gab Restbestände die Anfangs zumindest keiner haben wollte. Nach dem sich ein paar Wochen später aber herauskristalisiert hatte, das die Lieferketten noch sehr lange drunter leiden werden, sind auch diese Restbestände verschwunden oder nur noch zu Mondpreisen auf Ebay zu finden gewesen. Der Wechsel auf AMD EPYC erfolgte dann im Mai 2023, wo es btw. immer noch Lieferprobleme bei Datacenter-SSDs gab. Heute sieht das zum Glück besser aus, und viele Unternehmen rüsten auch auf.
selbst schuld
"hey die server sind das wichtigste bei uns, ja lass das alte günstige nehmen wo nicht mal das aktuelle Betriebssystem läuft"
0 Mitleid
hauptsache der boss fährt den 2. porsche fün sommer und der rest knebelt für Mindestlohn, an uralt PCs die auf uralt servern laufen
Dazu kommt das Windows 11 auf vielen Firmengeräten gar nicht laufen würde. Entweder weil die CPU zu alt ist, oder weil die TPM-Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Bei den Servern sieht es ähnlich aus, und bei den VMs ist es noch viel schlimmer. Es gibt auch viele Server auf denen TPM gar nicht erst aktiviert wurde. Das ist auch der Grund warum bei vielen Firmen Windows 10 in der Enterprise LTSC 2021 Variante zum Einsatz kommt. Hier endet der Support nämlich erst am 12. Januar 2027. Bei IoT Enterprise LTSC 2021 ist sogar ein Extended Support bis 13. Januar 2032 möglich. Das verschafft Unternehmen den entsprechenden Spielraum bis alle Software auf Win 11 getestet wurde und das OS bis dahin auch stabiler läuft.
Und gerade als KRITIS-Unternehmen würde ich es mir zweimal überlegen, ob ich so eine Software einsetze wenn unter 8.6 der Terms and Conditions das hier steht:
DIE CROWDSTRIKE-ANGEBOTE UND CROWDSTRIKE-TOOLS SIND NICHT FEHLERTOLERANT UND NICHT FÜR DEN EINSATZ IN GEFÄHRLICHEN UMGEBUNGEN AUSGELEGT ODER VORGESEHEN, DIE EINE AUSFALLSICHERE LEISTUNG ODER EINEN AUSFALLSICHEREN BETRIEB ERFORDERN. WEDER DIE ANGEBOTE NOCH DIE CROWDSTRIKE-TOOLS SIND FÜR DEN BETRIEB VON FLUGZEUGNAVIGATION, NUKLEARANLAGEN, KOMMUNIKATIONSSYSTEMEN, WAFFENSYSTEMEN, DIREKTEN ODER INDIREKTEN LEBENSERHALTENDEN SYSTEMEN, FLUGVERKEHRSKONTROLLE ODER ANWENDUNGEN ODER ANLAGEN BESTIMMT, BEI DENEN EIN AUSFALL ZU TOD, SCHWEREN KÖRPERVERLETZUNGEN ODER SACHSCHÄDEN FÜHREN KÖNNTE.
Man könnte jetzt hier über den genauen Wortlaut und die Definintion von KRITIS in Verbindung mit amerikanischen Recht und Gesetz und den Terms diskutieren, aber auch ohne hinterlässt der Absatz einen mehr als faden Beigeschmack, wenn man bedenkt wo Crowdstrike überall zum Einsatz kommt.
Als Krönung kommt noch Bitlocker hinzu, also mal schnell Linix vom Stick starten um eine Datei zu löschen geht nicht.