Accountzwang: Microsoft zieht bei Windows 11 die Daumenschrauben an

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Accountzwang: Microsoft zieht bei Windows 11 die Daumenschrauben an
Quelle: Microsoft

Ein neuer Preview-Build für Windows 11 entfernt einen beliebten Weg, um das Betriebssystem ohne Account-Verknüpfung zu installieren. Microsoft will damit den Accountzwang ausbauen. Dieser kann aber auch jetzt noch umgangen werden.

Microsoft versucht schon seit Jahren, Nutzer bei der Installation ihres Windows-Betriebssystems dazu zu bringen, dieses mit einem Microsoft-Account zu verbinden. Die normale Installationsroutine bietet schon lange keine Möglichkeit mehr an, die Registrierung zu umgehen. Bislang konnte man sich allerdings relativ leicht mit dem Befehl bypassnro behelfen: Dieser ermöglicht in Windows 11 die Einrichtung des Betriebssystems ohne aktive Internetverbindung - und damit auch ohne Microsoft-Account.

Versperrter Ausweg

Ebendiesen Workaround hat Microsoft nun aber offenbar ins Visier genommen. Ein neuer Insider Preview Build für Windows 11 - Kennnummer 26200.5516 - deaktiviert den Befehl. Als Begründung für diesen Schritt nennt das Unternehmen eine Verbesserung der Sicherheit und der Nutzererfahrung. Mindestens letzteres dürfte der Realität aber kaum standhalten. Denn schließlich gibt es bei vielen Nutzern durchaus den Wunsch, ihr Betriebssystem nicht mit einem Online-Account zu verknüpfen.

Dass Microsoft hier die Daumenschrauben anzieht, dürfte wohl eher dazu dienen, mehr Leute zur Erstellung eines Microsoft-Accounts zu bewegen. Glücklicherweise gibt es für versierte Nutzer aber zumindest vorerst trotzdem noch Möglichkeiten, den Accountzwang in Windows 11 zu umgehen. Laut The Verge lässt sich bypassnro im neuen Build noch über den Registry-Editor aktivieren - und notfalls kann man auch mit einer angepassten Installationsdatei nachhelfen.

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Ob und wann Microsoft auch diese Wege gegen den Accountzwang in Windows 11 versperren wird, ist derzeit noch unklar. In jedem Fall dürfte es in Zukunft aber etwas umständlicher werden, das Betriebssystem ohne Account-Verknüpfung zu erstellen. Immerhin: Momentan gibt es noch eine Schonfrist. Denn zuerst muss die Änderung aus dem aktuellen Preview Build ihren Weg in die offizielle Version finden. Bis dahin kann der bypassnro-Befehl noch wie gewohnt verwendet werden.

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Quelle: Microsoft via The Verge

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    • Kommentare (129)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PureLuck
        Ich frage nur, weil z.B. Alternate ihre PC-Konfigs nicht mit Windows-Lizenz ausliefern, wenn man nicht den Montage-Service dazu bucht. Und auch bei NBB gibt's keinen Rechner ohne OS, soweit ich sehen konnte. Es ist immer mindestens dieses FreeDOS drauf.
        Bei Alternate kann man im Konfigurator beim Betriebssystem auch "ohne Betriebssystem" auswählen und für Windows zahlt man entsprechend extra. Konfiguratoren bieten diese Option allgemein sehr oft. Alternate bietet auch Fertig-PCs und Notebooks ohne Betriebssystem an. Es sind halt jeweils vergleichsweise wenige.
        Zitat von PureLuck
        Das ist ja der Knackpunkt. Wenn's keinen kommerziellen Wettbewerb gibt, warum sollten sich MS und die großen OEMs da überhaupt einen Kopf machen? Und ohne kommerziellen Wettbewerb, keine Verbreitung von Linux.
        MS hat ja schon mal selbstverständlich ein direktes und indirektes kommerzielles Interesse daran, dass möglichste viele Geräte mit Windows ausgeliefert werden. Insofern stehen sie vielleicht schon in einer Art kommerziellem Wettbewerb.
        Zitat von PureLuck
        Natürlich tun sie das. Die Frage ist aber, wem muss man wie viel Geld in den Rachen schmeißen bzw. in Aussicht stellen, dass sich das mal ändert?
        Niemandem. So was kann man gesetzlich festlegen und die Rechtsgrundlage wäre prinzipiell gegeben, ist aber ja immer zu einem gewissen Grad Auslegungssache.
        Zitat von PureLuck
        Wir stellen ja fest, bei den (Privat)Usern brauchste gar nicht erst ansetzen. Die kaufen was geboten wird.
        Ja, deswegen würden lange nicht alle wechseln. Aber die Option sollte einfach präsenter sein.
        Zitat von PureLuck
        Man könnte es auf Landes-Ebene in den EDU-Bereich drücken, um die Jugend da ran zu führen. Mach ich mir aber auch keine großen Hoffnungen.
        Mal abwarten. Da Microsoft ja diversen recht einschneidenden Gesetzen unseres "Vielleicht-doch-nicht-mehr-so-guten-Bündnispartners" unterliegt, könnte da vielleicht doch mal das Bestreben nach mehr digitaler Souveränität etwas mehr in Fahrt kommen. Ich sehe zwar aktuell bei mehr Investition in Bildung im allgemeinen und insbesondere in dem Bereich eher schwarz, aber wenn sich da in Behörden was ändert, sickern vielleicht insgesamt mehr Kompetenzen in die Richtung.
        Zitat von PureLuck
        Ich fände es ja auch gut, wenn nicht jeder scheiß von Windows abhängig wäre (ich bin mit eDirectory und OES beruflich "aufgewachsen"). Aber es geht mittlerweile kein Weg mehr an Windows vorbei. Und das wird eher schlimmer als besser. Aber das nur am Rande. Das hat jetzt nix mehr mit dem Consumer-Markt zu tun.
        Gerade abseits vom Consumer-Markt sollten jetzt einige mal genau aufhorchen und ich glaube das passiert auch. Da muss man sich dann halt doch mal fragen, ob man sich das Risiko, das mit dieser Abhängigkeit zusammenhängt, noch leisten kann. Consumer haben da eher ein kleineres Risiko und tragen weniger Fremdverantwortung, von daher ist das da meiner Meinung nach noch am ehesten weniger kritisch.
        Zitat von PureLuck
        Was wäre denn deine Idee, dem DAU in Größenordnung ein Linux unterzujubeln?
        Auf die Schnelle wird das vermutlich nicht gehen. Microsoft hat ja einfach eine ganz andere Präsenz, sowohl durch die bestehende Verbreitung als auch durch Marketing. Deswegen wäre es halt einfach wichtig, das klar wird, dass es Alternativen gibt. Fairerweise muss man Microsoft anrechnen, dass sie selbst einen großen Beitrag leisten. Durch die übertrieben strikten Hardwarevorgaben für Windows 11 hat es die Option auf einen Wechsel auf Linux statt Windows 11 sogar in die Mainstreammedien geschafft. Einen weiteren Beitrag leistet das Kabinett Trump, das jetzt auf einmal deutlich klarer als es bisher war macht, dass Windows als Teil kritischer Infrastruktur und/oder Infrastruktur mit Datenschutzansprüchen vielleicht nicht die beste Lösung ist. Aber dennoch fände ich es nicht verkehrt, wenn jedem beim Kauf eines Rechners noch mal klargemacht würde, dass man nicht zwingend für ein Windows bezahlen muss.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PureLuck
        Ich frage nur, weil z.B. Alternate ihre PC-Konfigs nicht mit Windows-Lizenz ausliefern, wenn man nicht den Montage-Service dazu bucht. Und auch bei NBB gibt's keinen Rechner ohne OS, soweit ich sehen konnte. Es ist immer mindestens dieses FreeDOS drauf.
        Bei Alternate kann man im Konfigurator beim Betriebssystem auch "ohne Betriebssystem" auswählen und für Windows zahlt man entsprechend extra. Konfiguratoren bieten diese Option allgemein sehr oft. Alternate bietet auch Fertig-PCs und Notebooks ohne Betriebssystem an. Es sind halt jeweils vergleichsweise wenige.
        Zitat von PureLuck
        Das ist ja der Knackpunkt. Wenn's keinen kommerziellen Wettbewerb gibt, warum sollten sich MS und die großen OEMs da überhaupt einen Kopf machen? Und ohne kommerziellen Wettbewerb, keine Verbreitung von Linux.
        MS hat ja schon mal selbstverständlich ein direktes und indirektes kommerzielles Interesse daran, dass möglichste viele Geräte mit Windows ausgeliefert werden. Insofern stehen sie vielleicht schon in einer Art kommerziellem Wettbewerb.
        Zitat von PureLuck
        Natürlich tun sie das. Die Frage ist aber, wem muss man wie viel Geld in den Rachen schmeißen bzw. in Aussicht stellen, dass sich das mal ändert?
        Niemandem. So was kann man gesetzlich festlegen und die Rechtsgrundlage wäre prinzipiell gegeben, ist aber ja immer zu einem gewissen Grad Auslegungssache.
        Zitat von PureLuck
        Wir stellen ja fest, bei den (Privat)Usern brauchste gar nicht erst ansetzen. Die kaufen was geboten wird.
        Ja, deswegen würden lange nicht alle wechseln. Aber die Option sollte einfach präsenter sein.
        Zitat von PureLuck
        Man könnte es auf Landes-Ebene in den EDU-Bereich drücken, um die Jugend da ran zu führen. Mach ich mir aber auch keine großen Hoffnungen.
        Mal abwarten. Da Microsoft ja diversen recht einschneidenden Gesetzen unseres "Vielleicht-doch-nicht-mehr-so-guten-Bündnispartners" unterliegt, könnte da vielleicht doch mal das Bestreben nach mehr digitaler Souveränität etwas mehr in Fahrt kommen. Ich sehe zwar aktuell bei mehr Investition in Bildung im allgemeinen und insbesondere in dem Bereich eher schwarz, aber wenn sich da in Behörden was ändert, sickern vielleicht insgesamt mehr Kompetenzen in die Richtung.
        Zitat von PureLuck
        Ich fände es ja auch gut, wenn nicht jeder scheiß von Windows abhängig wäre (ich bin mit eDirectory und OES beruflich "aufgewachsen"). Aber es geht mittlerweile kein Weg mehr an Windows vorbei. Und das wird eher schlimmer als besser. Aber das nur am Rande. Das hat jetzt nix mehr mit dem Consumer-Markt zu tun.
        Gerade abseits vom Consumer-Markt sollten jetzt einige mal genau aufhorchen und ich glaube das passiert auch. Da muss man sich dann halt doch mal fragen, ob man sich das Risiko, das mit dieser Abhängigkeit zusammenhängt, noch leisten kann. Consumer haben da eher ein kleineres Risiko und tragen weniger Fremdverantwortung, von daher ist das da meiner Meinung nach noch am ehesten weniger kritisch.
        Zitat von PureLuck
        Was wäre denn deine Idee, dem DAU in Größenordnung ein Linux unterzujubeln?
        Auf die Schnelle wird das vermutlich nicht gehen. Microsoft hat ja einfach eine ganz andere Präsenz, sowohl durch die bestehende Verbreitung als auch durch Marketing. Deswegen wäre es halt einfach wichtig, das klar wird, dass es Alternativen gibt. Fairerweise muss man Microsoft anrechnen, dass sie selbst einen großen Beitrag leisten. Durch die übertrieben strikten Hardwarevorgaben für Windows 11 hat es die Option auf einen Wechsel auf Linux statt Windows 11 sogar in die Mainstreammedien geschafft. Einen weiteren Beitrag leistet das Kabinett Trump, das jetzt auf einmal deutlich klarer als es bisher war macht, dass Windows als Teil kritischer Infrastruktur und/oder Infrastruktur mit Datenschutzansprüchen vielleicht nicht die beste Lösung ist. Aber dennoch fände ich es nicht verkehrt, wenn jedem beim Kauf eines Rechners noch mal klargemacht würde, dass man nicht zwingend für ein Windows bezahlen muss.
      • Von PureLuck BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Ich habe doch geschrieben, dass ich das als nicht praktikabel ansehe. Aber natürlich darf man das.
        Ich frage nur, weil z.B. Alternate ihre PC-Konfigs nicht mit Windows-Lizenz ausliefern, wenn man nicht den Montage-Service dazu bucht. Und auch bei NBB gibt's keinen Rechner ohne OS, soweit ich sehen konnte. Es ist immer mindestens dieses FreeDOS drauf.

        Zitat von empy
        Und natürlich steht Linux im Wettbewerb zu Windows, wenn auch vielleicht nicht direkt kommerziell.
        Das ist ja der Knackpunkt. Wenn's keinen kommerziellen Wettbewerb gibt, warum sollten sich MS und die großen OEMs da überhaupt einen Kopf machen? Und ohne kommerziellen Wettbewerb, keine Verbreitung von Linux.

        Zitat von empy
        Ich finde schon, dass man hier damit argumentieren kann, das Microsoft die eigene Marktmacht zum eigenen Vorteil ausnutzt.
        Natürlich tun sie das. Die Frage ist aber, wem muss man wie viel Geld in den Rachen schmeißen bzw. in Aussicht stellen, dass sich das mal ändert?

        Wir stellen ja fest, bei den (Privat)Usern brauchste gar nicht erst ansetzen. Die kaufen was geboten wird.
        Man könnte es auf Landes-Ebene in den EDU-Bereich drücken, um die Jugend da ran zu führen. Mach ich mir aber auch keine großen Hoffnungen.

        Ich fände es ja auch gut, wenn nicht jeder scheiß von Windows abhängig wäre (ich bin mit eDirectory und OES beruflich "aufgewachsen"). Aber es geht mittlerweile kein Weg mehr an Windows vorbei. Und das wird eher schlimmer als besser. Aber das nur am Rande. Das hat jetzt nix mehr mit dem Consumer-Markt zu tun.

        Was wäre denn deine Idee, dem DAU in Größenordnung ein Linux unterzujubeln?
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PureLuck
        Heißt für dich Nichtzusammenarbeit mit MS, dass PCs dann generell ohne OS ausgeliefert werden (darf man das in der EU/in DE überhaupt)?
        Ich habe doch geschrieben, dass ich das als nicht praktikabel ansehe. Aber natürlich darf man das.
        Zitat von PureLuck
        Wettbewerb unter wem? Den OEMs? Die haben doch aber alle die selben Voraussetzungen auf dem Markt.
        Und Linux steht ja nicht im Wettbewerb zu Windows, zumindest nicht in kommerziellem Wettbewerb (Consumer-Markt).
        Wettbewerb unter Betriebssystemen. Und natürlich steht Linux im Wettbewerb zu Windows, wenn auch vielleicht nicht direkt kommerziell. Stichworte wären "Digital Markets Act" und "Gatekeeper". Das ist auch der Grund, warum Microsoft in Europa spezielle Windows-Versionen anbieten muss, die in dem Bezug entschärft sind. Bei Windows 10 ging es wohl hauptsächlich um den Windows Media Player, bei Windows 11 werden wohl einige Dinge deinstallierbar sein, die es in der normalen Version nicht sind.
        Zitat von PureLuck
        Ich verstehe, wo du hin willst. Es sollte dem Kunden bewusster gemacht werden, dass er für Windows extra blecht, das aber kein Muss ist. Das funktioniert aber nur, wenn ihm eine echte Alternative geboten wird. Und ein Rechner ohne OS, ist für die Masse keine Alternative.
        Sie muss sie ja wie gesagt nicht ohne OS kaufen. Aber Microsoft profitiert hier ganz klar von der Situation, dass so überwältigend viele Angebote nur mit Windows existieren, dass die meisten einfach denken, dass das so schon gut und richtig sein muss. Ich finde schon, dass man hier damit argumentieren kann, das Microsoft die eigene Marktmacht zum eigenen Vorteil ausnutzt.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Der Vorschlag war aber (und die Praxis insgesamt ist es), verschiedene Pakete aus Linux und Programmen zur Auswahl zu stellen.
        OK, ich scheine das in einen falschen Kontext gepackt zu haben. Ich denke tatsächlich auch, dass man den Ball bei der Auswahl eher flach halten sollte. Für jeden, der weiter experimentieren will, ist ja alles verfügbar.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Die meisten Distri-Kurzbeschreibungen fangen mit einer Auflistung von Elementen an, die dem Einsteiger wiederum alles nichts sagen. Woher sollte er auch wissen, welches von konkurrierenden Treiberpaketen für ihn das bessere ist oder hinter welchem Desktop-Namen sich die Benutzeroberflächenkonfigurationsmöglichkeit verbirgt, die er mag?
        Ja, es ist vermutlich nicht leicht, die Unterschiede von Distros aufzulisten, ohne spezifischer zu werden, als Einsteiger überfordern würde. Was Treiber angeht, liefern eigentlich alle der als nutzerfreundlich geltenden Distros alles mit, was man braucht. Die orthodoxeren kommen halt ohne oder zumindest standardmäßig deaktivierten Closed-Source-Treiber-Repositories, aber ja, ein Einsteiger wird sich vermutlich fragen, warum das so ist und was für ihn richtig ist. Einiges könnte man zwar vermutlich auch schnell kurz erläutern und auch sehr klare Empfehlungen aussprechen, aber am einfachsten ist es wohl, dem Nutzer einfach was vorzusetzen. In dafür infrage kommenden Distros nehmen sich nicht sonderlich viel, was die Benutzerfreundlichkeit und Möglichkeiten angeht.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PureLuck
        Stimme ich dir voll zu. Der User muss Linux einfach vorgesetzt bekommen, so wie es mit Windows eben auch lief. Und die Ersteinrichtung muss mindestens so simpel gestaltet sein wie bei Windows - wenn nicht sogar noch simpler. Mit z.B. Ubuntu gibt es ja eine Distri, die so ziemlich alles kann.

        Dennoch finde ich den Ansatz, mehrere einfache Auswahlmöglichkeiten bei geringst möglicher User-Eingabe zu haben, einfach recht interessant, um beide Welten irgendwie zu verbinden - die annähernde Einfachheit einer Win-Ersteinrichtung und die Variation zugeschnittener Linux-Distributionen.
        Win 9x und, in etwas geringerem Umfange, auch Windows XP, boten einem bereits während der Installation diverse Möglichkeiten. So konnte man Ahnungslose ("Standard") und Pro-User mit der gleichen Version bedienen – und das sogar für letztere sogar bequemer* als mit Linux. Es ist halt einfacher, in einer Installation zu entscheiden (oder auch danach), ob man A, ob man B, ob man C, ob man D, ... haben will, oder vor der Installation zu recherchieren, ob man eine Distribution mit ABCD, eine mit BD, eine mit ACD, eine mit AB, eine mit CD, eine mit ... nehmen sollte. Einige Distris bieten einem da auch ein paar Möglichkeiten an, aber eben bei weitem nicht das volle Spektrum von Linux, und ein Einsteiger steht halt erst einmal vor einem Wald an Distributionen, von denen die meisten auf ein bestimmtes Subset zugeschnitten sind, dass der Ersteller favorisiert.

        *: Betrachtung bei Einrichtung eines Einzelplatzsystems. Wer einen Roll-Out über eine Vielzahl von Rechnern machen muss, der ist natürlich über ein vorkonfiguriertes Image froh. Aber auch dafür gibt es in der 1-Windows-Welt 1-Klick-Lösungen (mittlerweile eher von Drittherstellern, früher auch von Microsoft selbst). Das muss man nicht durch getrennte Distributionen machen, die letztlich allesamt getrennte Betriebssysteme mit im Einzelfall zu prüfendem Verwandtschaftsgrad darstellen.

        Zitat von empy
        Die Programme waren schon explizit für Windows. Ich sehe jetzt kein großes Problem damit, ein Linux vorzuinstallieren und da dann Programme für Linux drauf zu installieren.
        Der Vorschlag war aber (und die Praxis insgesamt ist es), verschiedene Pakete aus Linux und Programmen zur Auswahl zu stellen. Also eben nicht "das Linux" und dann "mach damit, was du willst", sondern eine Vielzahl von Distributionen und "möchtest du lieber Mint oder Ubuntu? Hängst du noch Suse hinterher, hast du Geld für Red Hat?" Darauf reagiert der Einsteiger doch nur mit "Bahnhof?" und hat schon keinen Bock mehr, wenn unter i.d.r. einem Dutzend Empfehlungen und 100ten Möglichkeiten "die richtige" wählen respektive "die falsche" vermeiden muss. Zumal es keine Möglichkeit gibt, die Vielzahl an kleinen Unterschieden übersichtlich und ohne Vorwissen gegenüberzustellen. Die meisten Distri-Kurzbeschreibungen fangen mit einer Auflistung von Elementen an, die dem Einsteiger wiederum alles nichts sagen. Woher sollte er auch wissen, welches von konkurrierenden Treiberpaketen für ihn das bessere ist oder hinter welchem Desktop-Namen sich die Benutzeroberflächenkonfigurationsmöglichkeit verbirgt, die er mag?
      • Von PureLuck BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Wobei mich mal interessieren würde, was schon die Nichtzusammenarbeit mit Microsoft da ändern würde.
        Heißt für dich Nichtzusammenarbeit mit MS, dass PCs dann generell ohne OS ausgeliefert werden (darf man das in der EU/in DE überhaupt)?
        Meine Glaskugel sagt, dass dann die Händler 'nen Reibach machen, indem sie das OS für den Kunden installieren und dies logischerweise extra abkassieren (entsprechende Dienstleistungen bieten MM/Saturn & Co. ja sowieso schon an). Wäre also nur eine Verschiebung zum nächsten Glied in der Absatz-Kette und letztendlich teurer für den Kunden.

        Zitat von empy
        ob es im Rahmen des Wettbewerbrechts nicht doch angebracht wäre, wenn es eine Pflicht gäbe, Systeme auch ohne Software anzubieten
        Wettbewerb unter wem? Den OEMs? Die haben doch aber alle die selben Voraussetzungen auf dem Markt.
        Und Linux steht ja nicht im Wettbewerb zu Windows, zumindest nicht in kommerziellem Wettbewerb (Consumer-Markt).

        Ich verstehe, wo du hin willst. Es sollte dem Kunden bewusster gemacht werden, dass er für Windows extra blecht, das aber kein Muss ist. Das funktioniert aber nur, wenn ihm eine echte Alternative geboten wird. Und ein Rechner ohne OS, ist für die Masse keine Alternative.
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