Microsoft schließt 570 Sicherheitslücken - aber nicht alle betreffen Windows 11

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Microsoft schließt 570 Sicherheitslücken - aber nicht alle betreffen Windows 11
Quelle: Microsoft / Montage: ChatGPT

Microsoft schließt im Juli eine Rekordzahl von 570 Sicherheitslücken. Die Zahl betrifft allerdings nicht allein Windows 11. Für private PCs fällt die Lage weniger dramatisch aus, als es zunächst klingt.

Microsoft hat im Rahmen des Patch Tuesday im Juli 2026 insgesamt 570 Sicherheitslücken geschlossen. Das dürfte ein neuer Höchstwert sein, denn im Juni waren es noch 200, im Juli des Vorjahres 137 Schwachstellen.

Die veröffentlichten Korrekturen verteilen sich über zahlreiche Produkte und Dienste des Unternehmens. Betroffen sind neben Windows unter anderem Microsoft Office, Sharepoint, Exchange Server, SQL Server, Copilot, Defender und viele mehr. Bleeping Computer zählt unter den 570 Einträgen 59 kritische Schwachstellen. 48 davon könnten die Ausführung von Schadcode aus der Ferne ermöglichen.

Zwei Zero-Days werden bereits ausgenutzt

Dringlich ist das Update offenbar vor allem wegen zweier Zero-Day-Schwachstellen, die laut Microsoft bereits für Angriffe genutzt werden. Eine weitere Sicherheitslücke war vor Veröffentlichung der Korrektur bekannt, eine aktive Ausnutzung ist allerdings nicht bestätigt.

Für die typischen Windows-11-PCs ist die Lage aber im Grunde wenig dramatisch, auch wenn die Gesamtzahl der Fixes hoch ist. Die beiden bereits ausgenutzten Zero-Days betreffen Active Directory Federation Services und Sharepoint Server. Beide Produkte kommen überwiegend in Unternehmens- und Serverumgebungen zum Einsatz. Das ändert nichts daran, dass das kumulative Windows-Update zeitnah installiert werden sollte.

Auf Windows 11 24H2 und 25H2 werden die Sicherheitskorrekturen mit dem kumulativen Update KB5101650 verteilt. Windows 11 25H2 erreicht damit Build 26200.8875, während Windows 11 24H2 auf Build 26100.8875 aktualisiert wird. Für Windows 11 23H2 steht KB5099414 bereit.

Warum die Zahl plötzlich so hoch ausfällt

Die 570 Korrekturen bedeuten nicht automatisch, dass Microsofts Software innerhalb weniger Wochen deutlich unsicherer geworden ist. Das Unternehmen führt den wachsenden Umfang der Updates unter anderem auf KI-gestützte Verfahren zurück, mit denen sich Schwachstellen schneller finden und untersuchen lassen.

Die KI von Microsoft arbeitet in mehreren Stufen: Sie analysiert den Quellcode, prüft gefundene Schwachstellen und erstellt auf Wunsch sogar Patch-Vorschläge für die Entwickler. Quelle: Microsoft Die KI von Microsoft arbeitet in mehreren Stufen: Sie analysiert den Quellcode, prüft gefundene Schwachstellen und erstellt auf Wunsch sogar Patch-Vorschläge für die Entwickler. Microsoft hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass KI sowohl die Entdeckung als auch die Analyse von Sicherheitslücken beschleunigt. Damit können Fehler schneller beseitigt werden. Gleichzeitig erhalten Angreifer jedoch Werkzeuge, mit denen sich veröffentlichte Patches und mögliche Angriffspunkte ebenfalls schneller auswerten lassen. Microsoft empfiehlt deshalb einen zeitnahen und regelmäßigen Umgang mit Sicherheitsupdates.

Der Juli-Wert liegt 316 Prozent über dem entsprechenden Patch Tuesday aus dem Jahr 2025. Seit Januar hat Microsoft laut Windows Latest 1.308 Schwachstellen geschlossen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 680. Die Statistik zeigt damit vor allem, wie stark die Zahl dokumentierter und behobener Fehler steigt. Sie sagt für sich genommen wenig darüber aus, wie hoch das konkrete Risiko eines einzelnen Windows-PCs ist.

Update trotz möglicher Probleme installieren?

Sicherheitsupdates sind in der Vergangenheit wiederholt durch Nebenwirkungen aufgefallen. Das Juni-Update KB5094126 verursachte auf einigen OEM-Systemen unter anderem Startprobleme und Bluescreens. Bislang liegen jedoch keine Hinweise darauf vor, dass KB5101650 auf breiter Front vergleichbare Probleme bei gewöhnlichen Windows-11-PCs verursacht.

Wer auf einen beruflich oder anderweitig kritischen Rechner angewiesen ist, kann vor der Installation ein aktuelles Backup wichtiger Daten anlegen. Wegen der enthaltenen Sicherheitskorrekturen sollte das Update allerdings nicht ohne konkreten Grund dauerhaft blockiert werden.

  • Microsoft schließt im Juli 2026 insgesamt 570 Sicherheitslücken.
  • Zwei Zero-Day-Schwachstellen werden bereits aktiv ausgenutzt.
  • Die Rekordzahl betrifft nicht nur Windows 11, sondern zahlreiche Microsoft-Produkte.

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Quelle: Bleeping Computer, Windows Latest, Microsoft [1], [2], [3]

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