Windows 11: Microsoft behebt Fehler mit riesiger Systemdatei
Eine Systemdatei von Windows 11 konnte unbemerkt mehrere Hundert Gigabyte belegen. Das Juli-Update behebt den Fehler. Eine Kontrolle kann sich dennoch lohnen.
Microsoft hat einen ungewöhnlichen Speicherfehler in Windows 11 behoben. Auf betroffenen Rechnern konnte eine einzelne Systemdatei unkontrolliert wachsen und dadurch mehrere Hundert Gigabyte auf der SSD belegen. Der Fix wird mit dem regulären Juli-Update KB5101650 verteilt.
Ganz neu ist die Fehlerbehebung allerdings nicht. Sie war bereits im optionalen Vorschau-Update KB5095093 vom 23. Juni enthalten. Mit dem Juli-Update landet sie nun regulär auf Rechnern mit Windows 11 24H2 und 25H2. Microsoft spricht in den Patch Notes lediglich von einer verbesserten Speicherplatznutzung. Wie genau es zu dem Problem kam, erklärt das Unternehmen nicht.
Mehrere Hundert Gigabyte durch eine Systemdatei
Betroffen ist die Datei "CapabilityAccessManager.db-wal". Sie gehört zum Capability Access Manager von Windows 11. Dieser verwaltet unter anderem, welche Anwendungen auf Standortdaten, Kamera, Mikrofon oder Bildschirmaufnahmen zugreifen dürfen.
Bei der Endung WAL handelt es sich um ein sogenanntes Write-Ahead-Log. Darin werden Änderungen zunächst protokolliert, bevor Windows sie in die eigentliche Datenbank übernimmt. Normalerweise sollte eine solche Datei nicht dauerhaft weiterwachsen. Auf einigen Systemen funktionierte die Bereinigung offenbar nicht wie vorgesehen.
Windows Latest berichtet von einem Extremfall, bei dem die Datei rund 500 GB groß geworden sei. Weitere Nutzer meldeten Werte zwischen 12 und 200 GB. Microsoft selbst nennt keine konkreten Größen und macht auch keine Angaben dazu, wie viele Rechner betroffen waren.
So lässt sich der Speicherverbrauch prüfen
Fix stoppt das Wachstum - räumt aber nicht immer sofort auf
Mit KB5101650 sollte Windows verhindern, dass die Protokolldatei erneut unkontrolliert größer wird. Unklar bleibt allerdings, ob bereits belegter Speicher auf jedem PC automatisch wieder freigegeben wird. Windows Latest berichtet, dass die Datei nach dem Update auf einem Testsystem zunächst weiterhin rund 300 GB belegte.
Nach einem Neustart und etwas Wartezeit könne Windows die Datei zwar selbst bereinigen. Eine Garantie dafür gibt es nach bisherigem Stand aber nicht. Microsoft beschreibt in seinen Patch Notes lediglich die verbesserte Speicherplatznutzung und nennt keine Schritte für Rechner, auf denen die Datei bereits stark angewachsen ist.
Vom vorschnellen Löschen des gesamten Ordners ist abzuraten. Der Capability Access Manager hängt mit mehreren Windows-Funktionen zusammen. Berichten zufolge können nach einem falschen Eingriff unter anderem WLAN-Verbindungen, Standortdienste und App-Berechtigungen Probleme bereiten.
Solange auf der SSD noch ausreichend Speicher vorhanden ist, dürfte die Installation des aktuellen Windows-Updates der sicherste erste Schritt sein. Danach sollte der Rechner neu gestartet und die Größe der Datei erneut geprüft werden. Bleibt sie ungewöhnlich groß, bietet sich zunächst eine Datensicherung an, bevor weitere Änderungen an Systemdateien vorgenommen werden.
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Quelle: Windows Latest, Microsoft
