Für Windows 3.11: Bahn sucht Administrator für 30 Jahre altes OS

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Für Windows 3.11: Bahn sucht Administrator für 30 Jahre altes OS
Quelle: Sebastian Terfloth User:Sese_Ingolstadt/ http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/ICE_3_Fahlenbach.jpg

Die Deutsche Bahn sucht Administrator für 30 Jahre altes Betriebssystem - Windows 3.11.

Wer oft Bahn fährt, sieht manchmal auf Amok laufenden Bildschirmen, dass die dahinterstehende Infrastruktur oft nicht taufrisch ist. Umso weniger überrascht es diese Bahnkunden, dass die Deutsche Bahn nun einen Administrator für Windows 3.11 sucht, das selbst wiederum nur auf DOS aufsetzt. Der Job ist dabei hochmodern, denn die Bahn bietet für die Stelle einen Remote-Arbeitsplatz an.

Über die Details der Stelle wird man sich aber wohl unterhalten müssen, denn die zu pflegende Software wird in Zuggarnituren der "Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge" eingesetzt. Bahnprofis werden wohl sofort wissen, worum es geht. Wie die Administration von Windows 3.11 in Zuggarnituren Remote stattfindet, können sie vielleicht erklären. Die Aufgabenbeschreibung der mittlerweile offline genommenen Stelle lautet jedenfalls: Treiber aktualisieren und Systeme pflegen.

Der Bewerber hat einen Bonus, wenn er sich mit Grundkenntnissen zu Sibas vorstellt. Das gibt auch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen. Sibas ist die Kurzform von Siemens Bahn Automatisierung System. Das System steuert und automatisiert zahlreiche Aufgaben im Umfeld des Bahnbetriebs und wird unter anderem in den ICEs eingesetzt. Wer sich so bei der Bahn qualifiziert und Japanisch lernt, hat vielleicht sogar Aussichten auf einen Job in Japan, wo Sibas 32 beim Shinkansen eingesetzt wird.

Hintergrund zu Windows 3.11

Windows 3.11, auch bekannt als Windows for Workgroups 3.11, ist ein Betriebssystem, das von Microsoft entwickelt wurde und im November 1993 auf den Markt kam. Es war eine aktualisierte Version von Windows 3.1 und wurde speziell für Netzwerkumgebungen entwickelt, daher der Name "for Workgroups".

Windows 3.11 führte eine Reihe von Verbesserungen und neuen Funktionen ein, die es von seiner Vorgängerversion abhoben. Eine der bemerkenswertesten Neuerungen war die Unterstützung für das TCP/IP-Protokoll, das heute das Rückgrat des Internets bildet. Dies ermöglichte es den Benutzern, ihre Computer in Netzwerken zu verbinden und auf gemeinsam genutzte Ressourcen zuzugreifen, was damals eine bedeutende Innovation war.

Es wurden auch Verbesserungen an der Systemstabilität und der Hardware-Kompatibilität vorgenommen, die es den Benutzern ermöglichten, eine breitere Palette von Peripheriegeräten zu nutzen. Windows 3.11 war zudem das letzte Betriebssystem von Microsoft, das auf dem DOS-Betriebssystem basierte.

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    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JSchwenke Schraubenverwechsler(in)
        Anmerkung:
        WIN 3.11 war NICHT das letzte OS von MS, das auf DOS basiert.
        WIN 3.11 war eine Benutzeroberfläche und kein Betriebssystem, die Benutzeroberfläche basiert auf dem OS MS-DOS (5.00 bis 6.22).
        Das trifft ebenso auf die Nachfolger W95, W98 und WME zu. Auch hier war ein DOS-Unterbau vorhanden. Man konnte sogar in das nackte DOS booten, ohne die Oberfläche zu starten. (Damit ist NICHT die DOS-Box gemeint.)
        Erst ab W2000, bzw. in der anderen Entwicklungsschiene ab NT 3,5 über NT 4.0 waren OS und Benutzeroberfläche das gleiche.
      • Von JSchwenke Schraubenverwechsler(in)
        Anmerkung:
        WIN 3.11 war NICHT das letzte OS von MS, das auf DOS basiert.
        WIN 3.11 war eine Benutzeroberfläche und kein Betriebssystem, die Benutzeroberfläche basiert auf dem OS MS-DOS (5.00 bis 6.22).
        Das trifft ebenso auf die Nachfolger W95, W98 und WME zu. Auch hier war ein DOS-Unterbau vorhanden. Man konnte sogar in das nackte DOS booten, ohne die Oberfläche zu starten. (Damit ist NICHT die DOS-Box gemeint.)
        Erst ab W2000, bzw. in der anderen Entwicklungsschiene ab NT 3,5 über NT 4.0 waren OS und Benutzeroberfläche das gleiche.
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von empy
        Naja, alles was durch den Y2K-Bug hätte passieren können, hätte ja damals passieren müssen. Vielleicht wurde nicht alles wirklich gelöst und es gibt ein paar abenteuerliche Workarounds.
        Du hast schon nachvollzogen, dass das eine scherzhaft überspitzte Anspielung war und keine ernsthafte Prophezeiung?
        Die Bahn ist so viele Jahre "hinterher", die müssen erst mal in 2000 "ankommen".
      • Von Balanarius Freizeitschrauber(in)
        Zitat von empy
        Naja, wenn das nur die Daten der Firma sind, kann die Firma die ja so fahrlässig handhaben, wie sie mag. Kritisch wird es, wenn es um die Daten dritter geht. Deswegen ist es auch durchaus angebracht, dass es in solchen Fällen ordentlich auf den Deckel gibt, wenn Fahrlässigkeiten auffliegen. Und in dem Fall wäre "da guckt doch keiner mehr drauf" absolut kein Argument.
        das ist klar... aber im konkreten Fall kamen da nur wirre Zahlen und Buchstaben über den Äther, die kein außenstehender interpretieren konnte.. sowas wie Temperaturen und Umdrehungen
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Balanarius
        Das greift keiner mehr ab heute.. nicht weil es nicht geht, sondern weil da keiner mehr hinschaut und lukrativere Alternativen existieren.
        Naja, wenn das nur die Daten der Firma sind, kann die Firma die ja so fahrlässig handhaben, wie sie mag. Kritisch wird es, wenn es um die Daten dritter geht. Deswegen ist es auch durchaus angebracht, dass es in solchen Fällen ordentlich auf den Deckel gibt, wenn Fahrlässigkeiten auffliegen. Und in dem Fall wäre "da guckt doch keiner mehr drauf" absolut kein Argument.
      • Von Balanarius Freizeitschrauber(in)
        Zitat von empy
        Klar ist keine Pflege günstiger als Pflege. Kommt auch drauf an, was passiert, wenn da sensible Daten drübergehen und jemand die ganze Zeit mitlesen kann, weil die Verschlüsselung seit Jahrzehnten nicht mehr sicher ist. Wenn das dann rauskommt und das Unternehmen nicht mal sagen kann, dass die Software halbwegs aktuell war, sieht das ganz schön blöd aus.
        Da kann man in diesem konkreten Fall beruhigt sein. Daten waren weder sensibel noch von außen bewertbar.. das waren technische Parameter. Die Form der Datenübertragung war so veraltet mit DFÜ-Einwahl. Das greift keiner mehr ab heute.. nicht weil es nicht geht, sondern weil da keiner mehr hinschaut und lukrativere Alternativen existieren.
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