Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

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Quelle: Nokia

Ein angeblich ehemals bei Nokia Beschäftigter erklärt, warum Microsofts Windows Phone und Windows 10 Mobile gescheitert sind. Von der fehlerhaften Konkurrenzanalyse bis hin zur Benennung geht die Liste der Fehleinschätzungen. Ab Dezember 2019 wird der Support für das Telefon-OS von Microsoft eingestellt.

Ein angeblicher Ex-Nokia-Entwickler erklärt, warum aus seiner Sicht das Smartphone-Betriebssystem Windows Phone gescheitert ist. Der ehemalige Mitarbeiter eines amerikanischen Nokia-Standorts meint, dass man im Jahr 2011 nicht Googles Android als Konkurrent angesehen habe, sondern Apples iPhone. Dies sei ein strategischer Fehler gewesen. Zudem sei die Benennung problematisch gewesen. Schließlich hätten viele Interessenten bei Windows Phone 8 automatisch an Windows 8 gedacht. Das PC-Betriebssystem hatte einen sehr schlechten Ruf, wurde aber eigentlich von einem anderen Team bei Microsoft entwickelt als das Smartphone-OS.

Im Jahr 2017 zog Microsoft den Stecker

Im Jahr 2017 zog der CEO von Microsoft, Satya Nadella, die Reißleine. Microsoft verabschiedete sich offiziell aus der Entwicklung eines Smartphone-Betriebssystems. Der Manager für Windows Phone, Joe Belfiore, bestätigte auf Twitter, dass es "nicht im Fokus ist, neue Features oder Hardware [für Windows Phone] zu bauen". Das war im Jahr 2017, nachdem zuvor monatelang Ungewissheit herrschte, wie es mit dem Betriebssystem für Smartphones weitergeht. Aus Gerüchten und internen Gesprächen war ersichtlich geworden, dass der neue Microsoft-Chef Satya Nadella kein Fan vom mobilen Operating System war. Einige Zeit später veröffentlichte Nadella ein Buch, indem er unter anderem Geschichten aus seinem Arbeitsleben bei Microsoft beschreibt. In seinem Werk "Hit Refresh" wird er mit den folgenden Worten zitiert:

"Ich habe nicht verstanden, warum die Welt ein drittes Smartphone-Ökosystem brauchte, außer wir änderten die Regeln...Aber es war zu spät, um den Boden wieder gut zu machen, den wir verloren hatten. Wir sollten nur im Smartphone-Markt sein, wenn wir etwas haben, das sich wirklich unterscheidet [Anmerkung: von Android bzw. iOS]." - Satya Nadella, CEO Microsoft.

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Marktanteil - Wunsch und Realität

Seit die Version Windows Phone 8 im Jahr 2012 auf den Markt gekommen war, präsentierte Joe Belfiore mit seinem Team immer wieder nicht nur neue Features, sondern auch Wasserstandsmeldungen zum Marktanteil. In manchen europäischen Regionen, wie Italien und Frankreich, hatte Windows Phone zur Hochzeit zweistellige Marktanteile. Im Jahr 2015 konnte Windows Phone 14,4 % Marktanteil in Italien feiern, zeitgleich hatte das Telefon-OS 14,1 % Marktanteil in Frankreich. In manchen Monaten konnte auch das iPhone samt iOS hinter sich gelassen werden. Höher waren die Marktanteile nie mehr. Gegen Googles Android hatte Windows Phone zu keiner Zeit eine Chance.

Im Jahr 2015 sollte gemeinsam mit Windows 10 auch ein neues Betriebssystem für Smartphones vorgestellt werden. Mit den von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern entwickelten Microsoft Lumia 950 und 950 XL wollte der Softwarekonzern aus Redmond noch mal einen Neustart hinlegen. Allerdings missglückte der Reboot, weil Windows 10 Mobile nicht rechtzeitig fertig war und so die Lumias mit sehr fehleranfälliger Software auf dem Markt erschienen. Das besondere Feature, um gegen die Smartphone-Konkurrenz aufzuholen, sollte die Continuum-Funktion werden. Dabei konnten Besitzer eines Lumia 950 bzw. 950 XL ihr Telefon an eine Dockingstation anschließen und dann am großen Bildschirm samt Maus und Tastatur zu arbeiten. Die Berechnung übernahm das Telefon. Allerdings ist bis heute unklar, wie viele Nutzer tatsächlich Continuum aktiv verwendet haben. So lässt sich festhalten, dass auch diese Funktion nicht nennenswert für einen höheren Marktanteil von Microsofts Smartphone-Betriebssystem sorgte. Weltweit hatte Windows Phone und Windows 10 Mobile einen Marktanteil von 0,4 % im Jahr 2016, im folgenden Jahr sank der Anteil auf ca. 0,2 %. Updates für Windows 10 Mobile-Geräte wird es nur noch bis zum 10. Dezember 2019 geben. Inzwischen ist Microsoft auch wieder im Smartphone-Geschäft vertreten, allerdings nicht mit eigener Hardware oder einem Betriebssystem. Der Konzern besinnt sich vielmehr auf seinen Ursprung als Softwareschmiede und hat so zahlreiche Apps für Android und iOS veröffentlicht, um seine Dienstleistungen, wie z.B. Office, zu noch mehr aktiven Nutzern zu verhelfen. Schließlich sind für die aktuellen Generationen Y (auch Jahrtausender genannt) und Z (zwischen 1997 und 2012 geboren) das Smartphone das wichtigste Mittel, um digitale Services zu nutzen.

Fakten zum Ende von Windows Phone:

  • Angeblicher Ex-Nokia-Mitarbeiter nennt seiner Meinung nach die Gründe für das Scheitern von Windows Phone.
  • Im Jahr 2011 hatte Nokia das Apple iPhone als Konkurrent auserkoren und nicht Smartphones mit Google Android.
  • Die Benennung von Windows Phone 8 sei problematisch gewesen, da viele Interessenten es mit Windows 8 assoziierten. Und das PC-Betriebssystem hatte einen schlechten Ruf, dies färbte dann auch auf Windows Phone ab. Obwohl das Smartphone-OS von einem anderen Team bei Microsoft entwickelt wurde.
  • Im Jahr 2017 zog Microsoft offiziell die Reißleine und bietet seitdem keine neuen Geräte an. Ab dem 10. Dezember 2019 wird es keinerlei Updates mehr für Windows 10 Mobile-Geräte geben.

Quellen: DrWindows, Golem, IDC, Microsoft, Mspoweruser, Onmsft

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        Zitat von Zocker_Boy
        In dem PCGH Artikel wurden die Generationen verwechselt:

        Andersrum wird ein Schuh draus: Generation Y ist ab ca. 1980 geboren und die Z ab 2000.

        Beim Thema Windows Phone bleibt spannend, ob der letzte verbliebene Rest nun eher zu Apple oder zu Android abwandert.
        Danke für den Hinweis. Ich habe den Artikel entsprechend korrigiert. Generation Y wird auch "Millenials" oder "Jahrtausender" genannt. Die Generation Z ist ab etwa 1997 bis 2012 geboren.
        Siehe: Generation Y – Wikipedia und Generation Z – Wikipedia
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        Zitat von Zocker_Boy
        In dem PCGH Artikel wurden die Generationen verwechselt:

        Andersrum wird ein Schuh draus: Generation Y ist ab ca. 1980 geboren und die Z ab 2000.

        Beim Thema Windows Phone bleibt spannend, ob der letzte verbliebene Rest nun eher zu Apple oder zu Android abwandert.
        Danke für den Hinweis. Ich habe den Artikel entsprechend korrigiert. Generation Y wird auch "Millenials" oder "Jahrtausender" genannt. Die Generation Z ist ab etwa 1997 bis 2012 geboren.
        Siehe: Generation Y – Wikipedia und Generation Z – Wikipedia
      • Von S754 Volt-Modder(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        Also ich war langjähriger und zufriedener Windows Phone/Mobile User.
        Bin zu Android gewechselt mit Windows Phone launcher. Immerhin hab ich noch die "Illusion" ein Windows Phone zu bedienen
      • Von Zocker_Boy BIOS-Overclocker(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        In dem PCGH Artikel wurden die Generationen verwechselt:
        Zitat von PCGH
        Schließlich sind für die aktuellen Generationen Y (um die Jahrtausendwende geboren) und Z (ab Mitte der 1990er geboren) das Smartphone das wichtigste Mittel, um digitale Services zu nutzen.
        Andersrum wird ein Schuh draus: Generation Y ist ab ca. 1980 geboren und die Z ab 2000.

        Beim Thema Windows Phone bleibt spannend, ob der letzte verbliebene Rest nun eher zu Apple oder zu Android abwandert.
      • Von endy66 PC-Selbstbauer(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        Sehr schade, habe damals im 2005 das erste Geräte mit (hiess damals noch Windows Mobile auf diesen PocketPC-Phones) gekauft und blieb seit dem bei "Windows-Handys". Von Windows Mobile 2003 - WM5 - WM6 (6.5) über Windows Phone 7 - Windows Phone 8 (8.1) bis Windows 10 Mobile - habe ich alle MS OS'es mitgemacht und war soweit immer sehr zufrieden.

        Vor ca. 6 Jahren begann ich dann mit der Entwicklung, anfangs nur Windows Phone (8), später dann UWP für Windows 10 und Mobile. War eine schöne Zeit. Ich versteh immer noch nicht, warum die das aufgegeben haben, der Marktanteil war in einigen Ländern nicht schlecht, er ging erst zurück, als man sich diese Upgrade Fehler erlaubte (Kein Upgrad von WP7.5 auf 8 und später nochmal der selbe Fehler - Kein Upggrade vom WP8 auf W10M für die meisten Geräte). Schliesslich durch die neue Führung von Herrn Nadella wurde das ganze dann geopfert.

        Nutze heute noch mein Lumia 950XL und bin immer noch zufrieden...die Apps verschwinden einfach so langsam, d.h. iwann muss zwangsweise gewechselt werden, will man nicht alles über den Browser machen. Naja, schade, schade...
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        AW: Windows Phone und Windows Mobile: Ehemaliger Nokia-Mitarbeiter erklärt Scheitern

        Zitat von shadie
        Hätte man auf Basis der aktuellen Surface´s z.B. Smartphones gebaut.
        Und hätte die Software + Apps gepasst (eben keine Verknüpfung auf nen Browser als App anbieten),
        dann hätte man der Konkurrenz auch das Wasser reichen können.
        Und wie soll sowas funktionieren? x86+echtes Windows auf dem Smartphone gibt weder mit Win 8(.1) noch mit Win 10 etwas. Die Kunden wollen offenslichtlich noch nicht einmal 8" Windows Tablets.

        Damit bleibt nur ein auf ARM basiertes System, also eben keine lauffähige (vorhandene) Software, eingeschränkte Apps (gut, sowas wird von vielen bei iOS auch akzeptiert) und am Ende kein relevanter Absatzmarkt für Entwickler.

        MS hätte das System niemals "Windows" Phone nennen dürfen. Im Vergleich zu Windows RT oder Windows Phone war selbst Windows CE ncoh ein offenes System, welches ich bei dem Produktnamne schlicht erwarte. Egal, ob als Anwender oder als Entwickler.
      Direkt zum Diskussionsende
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