Windows 11: Kommt Firefox in den Microsoft Store?

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Neuer Microsoft Store für Windows 11 und Windows 10.
Quelle: Microsoft

Microsoft erlaubt es in der kommenden neuen Version des Microsoft Stores, Win32-Programme darüber zu verteilen. Möglicherweise kommt so auch der Firefox in den digitalen Shop.

Nach der Vorstellung von Windows 11 am 24. Juni hatte Microsoft in einem separaten Event auch den neuen, offenen Microsoft Store vorgestellt. Die Anlaufstelle für Programme wird künftig für viele verschiedene Dateiformate nutzbar sein, etwa Win32-Programme. Zudem verzichtet Microsoft auf eine Provision. So konnte Microsoft etwa schon Adobe mit der Creative Cloud, Disney Plus und Zoom dazu bewegen, ihre Windows-Programme in den neuen Store zu bringen. Nun hat Nick Alexander, Senior Performance Software Engineer bei Mozilla in einem Bug-Post erklärt, dass man sich in Gesprächen mit Microsoft befindet und gerne den Web-Browser Firefox in den neuen Microsoft Store bringen möchte.

Was ändert sich im neuen Microsoft Store?

Seit dem Jahr 2012 gibt es den Windows Store, der sowohl in Windows 8, als auch in Windows 10 vertreten ist. Die Software-Entwickler haben das Konzept jedoch nie wirklich genutzt, da Microsoft restriktive Vorgaben gemacht hat. So sollten ursprünglich nur Modern-Apps unter Windows 8 beziehungsweise UWP-Apps unter Windows 10 über den vorinstallierten Store verteilt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Win32-Programmen bieten diese Apps jedoch wesentlich weniger Funktionsumfang für den Nutzer. Zudem verlangte Microsoft 30 Prozent Provision bei jedem Verkauf über den Store, der seit dem Jahr 2017 auf den Namen Microsoft Store hört. Als Microsoft im Jahr 2017 realisiert hatte, dass es kaum Interesse bei den Entwicklern gibt, hatte man die Provision für PC-Apps auf nur noch fünf Prozent gesenkt, wenn Microsoft selbst die Vermarktung übernehmen durfte. Zudem kann man auch speziell verpackte Win32-Programm über den Online-Shop verteilen. Selbst dieser Schritt führte jedoch nicht dazu, dass es merklich mehr Anwendungen im Microsoft Store gibt. Die Nutzer lassen den Online-Store daher ebenfalls unbeachtet zurück. Zumal sich die vorinstallierte Anwendung auf Basis der alten inzwischen nicht mehr gepflegten hauseigene Edge-HTML-Engine als instabil und langsam erweist.

Mit dem kommenden Windows 11 vollzieht Microsoft daher eine Wende. Der neue Microsoft Store setzt auf XAML als Engine und soll so stabiler und flotter agieren. Zudem überlässt es Microsoft künftig jedem Entwickler selbst, wie er seine Software anbieten will. So werden etwa auch die Rendering-Engines Chromium und Gecko unterstützt. Es gibt also keinen Zwang mehr auf die Edge-HTML-Engine zu setzen. Bei mobilen Betriebssystemen wie Apples iOS und Googles Android, müssen Apps immer die Rendering-Engine des Store-Betreibers nutzen. Die Offenheit zeigt sich auch bei der Bezahlung. Wenn man beispielsweise ein Win32-Programm über eine eigene Bezahldienstleister im Microsoft Store anbieten will, wird das unterstützt und Microsoft verzichtet auf die Provision. Einzig bei PC-Spielen beharrt Microsoft weiterhin darauf, eine Gebühr in Höhe von 12 Prozent des Kaufpreises zu bekommen. Via kostenloses Update werden alle Nutzer von Windows 10 ebenfalls den neuen Microsoft Store erhalten.

Android-Apps kommen in den Microsoft Store unter Windows 11

Unter Windows 11 wird der digitale Shop auch den Amazon Appstore enthalten, sodass man darüber Android-Apps herunterladen kann. Hierbei wird der neue Microsoft Store direkt auf den Appstore von Amazon verlinken. Alternativ kann man aber auch Android-Apps aus beliebigen Quellen unter Windows 11 installieren. Perspektivisch möchte Microsoft möglichst viele Distributionsplattformen in seinem Store aufnehmen. Panos Panay sprach etwa davon, dass er es begrüßen würde, wenn beispielsweise Steam seine Inhalte in den Microsoft Store als Verlinkung integrieren würde. Falls ein Software-Entwickler ein Programm mit eigenem Bezahldienstleister in den Microsoft Store stellt, überprüft Microsoft nur einmalig das hochgeladene Programm in Bezug auf Sicherheitslücken. Den Update-Prozess für neue Software-Versionen muss dann jeder Entwickler selbst übernehmen oder man akzeptiert eine Provision in Höhe von 12 Prozent und nutzt die Bezahlschnittstelle von Microsoft, dann hostet der Windows-Hersteller das Programm und kümmert sich um die Verteilung der Updates.

"Geschäftsbedingungen für Win32 App Pakete (letzte Aktualisierung: 28. Juni 2021):
Aktualisierungen von Apps. Aktualisierungen der Apps müssen nicht über den Store eingereicht werden. Endbenutzer können keine Updates aus dem Store erhalten. Apps können von Ihnen [Anmerkung d. Redaktion: den App-Entwicklern] direkt über Ihre App, die nach dem Download aus dem Store auf einem Windows-Gerät installiert ist, aktualisiert werden. Sie dürfen Ihrer App keine neuen Funktionen über ein Update hinzufügen, das der schriftlichen Zustimmung des Kunden bedarf, ohne den Kunden vorher darüber zu informieren und die gesetzlich vorgeschriebenen Zustimmungen in den Märkten, in denen Sie Ihre App vertreiben, einzuholen." - Microsoft, Vereinbarung für App-Entwickler.

Bildergalerie

Analog zu Steam, den Appstores unter Apples iOS und Googles Android sowie zum bisherigen Microsoft Store, wird der Windows-Hersteller auch weiterhin nur ein Zugriffs- und Nutzungsrecht über den eigenen digitalen Shop verkaufen. So ist man kein Besitzer der Software und der jeweilige Entwickler allein entscheidet, wie lange ein Programm zum Herunterladen angeboten wird.

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Ebenfalls lesenswert: Windows 11: So kommen Android-Apps zu Windows

Sammlung zum neuen Microsoft Store:

  • Microsoft lockt mit dem neuen, offenen Microsoft Store unter Windows 11 immer mehr Entwickler an. So hat nun auch Mozilla Interesse bekundet und möchte den Firefox künftig auch über den vorinstallierten Microsoft Store verteilen.
  • Der neue Microsoft Store setzt auf XAML als Engine und soll so stabiler und flotter agieren. Zudem überlässt es Microsoft künftig jedem Entwickler selbst, wie er seine Software anbieten will und verlangt bei Programmen keine Provision mehr.
  • Nur bei PC-Spielen müssen Entwickler eine Gebühr in Höhe von 12 Prozent an Microsoft zahlen, wenn sie diese über den neuen Microsoft Store anbieten.

Quellen: Mozilla, Microsoft (1), Microsoft (2), Microsoft (3), Dr. Windows, Amazon

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Danke!
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Danke!
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Technologie_Texter
        In den Quellen zu dem Artikel finde ich dazu nichts.
        Ich habe davon auch noch auf keiner anderen Seite etwas gelesen.

        Woher habt ihr das?
        Hier: https://docs.microsoft.co...

        Microsoft Store Policies - Punkt 10.2.1:
        "Products that browse the web must use either the Chromium or the Gecko open source engine. To ensure compatibility and security of user experience they must be updated to be no older than within 2 major versions of those open source projects (for example, if the latest released major version of Chromium is 85, any browser based on Chromium must be on at least Chromium version 83 or higher) ,and known security issues must be patched in a more timely fashion.
        "
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat

        Dieser neue Store ermöglicht die Nutzung von Open-Source-Engines, wie Chromium und Gecko, je nachdem, was der App-Entwickler verwendet.
        In den Quellen zu dem Artikel finde ich dazu nichts.
        Ich habe davon auch noch auf keiner anderen Seite etwas gelesen.

        Woher habt ihr das?
      • Von PCGH_Claus Freizeitschrauber(in)
        Nein, bei Windows 10 ist es so, dass man als App-Entwickler nur drei Optionen hat:
        - Veröffentlichung eines klassischen Win32-Programms mit Microsofts Bezahlsystem und Provisionszahlung an Microsoft. Zudem muss das klassische Programm in einem speziellen Containerformat vorliegen.

        - UWP-App. Hier muss ebenfalls zwingend das Microsoft-Bezahlsystem samt Provisionszahlung genutzt werden. Zudem gibt es bei der UWP weniger Funktionsumfang, als bei Win32-Programmen. Jede UWP-App muss zwingend die alte, bei Windows 11 nicht mehr gepflegte Rendering-Engine Edge-HTML nutzen. Hier orientiert sich Microsoft an der Vorgehensweise von Apple, die bei iOS im Apple App Store die Nutzung der Safari-Engine vorschreiben, und an der Vorgehensweise von Google, die im Play Store zwingend die Chromium-Engine für jede App vorschreiben.

        - Web-Wrapper, also Webseiten als App, die ebenfalls zwingend die Edge-HTML-Engine nutzen müssen.
        So sah/sieht das bei Windows 10 und dem "alten" Microsoft Store aus.

        Bei Windows 11 hingegen wird ein neuer Microsoft Store mitgeliefert, der später auch zu Windows 10 kommen wird. Dieser neue Store ermöglicht die Nutzung von Open-Source-Engines, wie Chromium und Gecko, je nachdem, was der App-Entwickler verwendet. So sollte sich die Performance der Apps aus dem neuen Store verbessern. Zudem müssen App-/Programm-Entwickler keine Provision mehr an Microsoft zahlen...
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Das ist aber auch jetzt schon so, was soll daran bei W11 neu sein?
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