Lötfett im Radiator: Wie reinigen? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser Dorian S. hat seinen Radiator vor der Inbetriebnahme mit Wasser durchgespült, ist aber auf Lötfett im Kreislauf seiner Wasserkühlung gestoßen. Wie schätzt PCGH die Situation ein?
Der Leserbrief:
"Ich habe zwar meinen Phobya 1080 mit Wasser vor der Inbetriebnahme durchgespült, kann aber Lötfett im Ausgleichsbehälter sehen. Wie kann ich meinen Kreislauf von dem Lötfett befreien? Der Kreislauf besteht aus einer Phobya-DC12-260 Pumpe, einem Phobya Balancer 450 Nickel, dem CPU-Kühler Aquacomputer Cuplex Kryos .925 Silver Edition und dem Phobya-Xtreme-1080-Radiator. Beeinträchtigt das Lötfett die Kühlleistung?"
Die Antwort von Torsten Vogel (Fachbereich Luft- und Wasserkühlung):
"Ich persönlich nutzte als Fettlöser meist Spülmittel oder Küchenreiniger, eine im Internet weit verbreitete Empfehlung ist Cilit Bang. Man kann eine entsprechende Reinigung auch in einem montierten Kreislauf versuchen, aufgrund der spätestens zum Ausspülen des Reinigungsmittels benötigten großen Wassermengen ist dies aber nicht sehr bequem und eine Zerlegung der Wasserkühlung meist die bessere Idee. Im Ausgleichsbehälter wirkt sich Lötfett nicht auf die Kühlleistung aus, es kann aber Kühlstrukturen verstopfen und als Anlagerungspunkt für andere Fremdkörper im Kreislauf dienen."
Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstag um 15:30 Uhr vorgestellt. Der Leserbrief gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

Rohr-Radiatoren wie die MoRas enthalten aufgrund des deutlich sauberern Produktionsprozesses in der Regel nicht viele Produktionsrückstände. In AMS-Radis, die überhaupt keine wasserberührenden Lötverbindungen aufweisen ist es sogar noch weniger. Wegen möglicher Staubablagerungen lohnt es sich aber auch da zu spülen. Auf Reiniger kann man da evlt. verzichten -dient dort mehr der Gewissensberuhigung.
Normale Netzradiatoren enthalten aber mitunter recht viel Produktionsrückstände - insb. Lötflussmittel und Ziehfette, weil hier aus produktionstechnischen Gründen ziemlich damit rumgesaut wird.
Habe letztens zwei Radiatoren von Alphacool und einen Mora verbaut.
Alle habe ich mit heißem Leistungswasser der Dusche durchgespült und dann ordentlich mit destillierten Wasser nach gespült.
Es kam auch nichts raus außer klarem Wasser.
Habe mir auch ein Filter von Alphacool verbaut und nach 4 Wochen war dort auch keine Verunreinigung zu finden.
Nur etwas Weichmacher aus dem Schlauch befand sich im Filter.
Im AGB hat sich auch nichts abgelagert.
Auf aggressive Reinigungsmitteln habe ich beabsichtigt verzichtet.
Es gibt jedoch Leute die auf cilit bang abfahren und der Meinung sind das Radiatoren immer mit diesem Zeug behandelt werden müssen.
Ich hab bisher immer warmes Wasser mit Spulmittel genommen. Reichlich spülen. Isopropanol wäre auch ne Idee.
Naja ist schwer zu beurteilen.
Ich habe kürzlich zwei neue Nemesis GTS 360 mit der kompletten CB Grün + Orange Kur behandelt. (wie im "how to: Wasserkühlung reinigen" im entsprechenden PCGH Forum beschrieben)
Mir ist dabei nicht aufgefallen, dass dabei irgendwelche Partikel und Verschmutzungen aus dem Radi herausgespült worden wären.
Lediglich beim allerersten Durchspülen nur mit warmem Leitungswasser kamen ein paar sehr feine Kupfer Partikel raus.
Das ist jetzt natürlich keine Garantie, dass es auch ohne CB gutgegangen wäre, aber ich hatte im Nachhinein nicht den Eindruck, als wäre es wirklich nötig gewesen.
Hab das System jetzt übrigens seit ein paar Wochen mit reinem dest. Wasser laufen und soweit ist mir nichts negatives aufgefallen
(so ziemlich der ganze Loop bis auf die Radis ist transparent.. wenn irgendwo etwas drin wäre, was da nicht hingehört, würde ich es wahrscheinlich merken.)
Schon jemand Erfahrungen mit der Reinigung eines neuen HardwareLabs Nemesis GTS 240 gemacht bzw. in welchem Umfang eine Reinigung sinnvoll ist?
Reicht da die einmalige Behandlung mit einem Fettlöser wie CB grün? Wenn nicht unbedingt empfehlenswert aufgrund starker Verschmutzungen, würde ich aufgrund der Risiken nämlich gerne auf die Reinigung mit CB orange verzichten.