Pimax Crystal Super: Das leistet die Brille in der Praxis
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Pimax Crystal Super: Das leistet die Brille in der Praxis

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Was leistet die Pimax Crystal Super jenseits der Datenblätter? Von Bildqualität und Performance über Foveated Rendering hin zu Tragekomfort und den kleinen Hürden im VR-Alltag.

Praktische Erfahrungen mit der Pimax Crystal Super

Wie schon die Crystal Light setzt auch die Super auf asphärische Linsen. Die sind zwar komplexer und dadurch teurer in der Herstellung, bieten aber bei korrekter IPD-Anpassung ein sichtbar besseres Bild. In Verbindung mit der hohen Auflösung und insbesondere dem erhöhten FOV, gegen das die Vorgängerbrille definitiv den Kürzeren zieht, ist das ein großer Vorteil. Konkret sieht man dadurch einfach mehr vom Spiel - ganz ohne Fliegengittereffekt und im Spiel praktisch frei von erkennbaren chromatischen Aberrationen oder anderen Bildfehlern. Lediglich gegen den sogenannten Vergenz-Akkommodations-Konflikt ist auch diese Brille nicht gefeit. Der beschreibt den Umstand, dass sehr nahe Objekte aufgrund widersprüchlicher Signale ans Gehirn nicht richtig scharf erscheinen.

Ein ähnliches Problem, wenn auch aus anderen Gründen, tritt auf dem virtuellen Desktop auf. Da dieser als skalierte Textur in den VR-Raum projiziert wird, wirken Oberflächen und gerade Text stets leicht unscharf. Und anders als bei gezielt auf die Linsencharakteristik abgestimmten Spielen, sind hier deutliche Farbsäume und verwaschene Ränder erkennbar. Das liegt jedoch weniger an der Brille als vielmehr an der Art der Darstellung. Wer nur gelegentlich auf einige Einstellungen zugreifen möchte, wird sich daran nicht sonderlich stören. Mehrere Stunden am Stück damit zu arbeiten, dürfte sich dagegen unangenehmer gestalten.

Ein echtes Leistungsmonster

Screenshot der Pimax Play Software Quelle: Pimax /PCGH Dynamic Foveated Rendering ermöglicht spürbaren Performance-Boost, indem nur gezielt Bildbereiche scharf dargestellt werden. Der Fokus liegt ganz klar auf High-End-Gaming - und das sieht mit der Pimax Crystal Super wirklich hervorragend aus. Das Bild wirkt außergewöhnlich klar, die Farben sind satt und die gegenüber der Crystal Light spürbar gesteigerte Helligkeit erhöht die Immersion noch einmal deutlich. Gleichzeitig gilt jedoch: Wer das Headset wirklich bis an seine Grenzen ausreizen möchte, benötigt dafür einen entsprechend leistungsfähigen Rechner.

Um die Crystal Super dennoch auf unterschiedlich starker Hardware stabil betreiben zu können - und idealerweise Bildrateneinbrüche samt möglicher Motion Sickness zu vermeiden -, stellt Pimax eine ganze Reihe an Performance-Werkzeugen bereit. Eine zentrale Rolle spielt dabei das bereits erwähnte Dynamic Foveated Rendering. Dieses bietet zwei Varianten: Central Priority Rendering reduziert die Detailstufe außerhalb des direkten Blickfeldes, was sich etwa in Half-Life: Alyx gut an Partikeleffekten wie Blutspuren erkennen lässt. Quadviews geht dagegen noch weiter und senkt die Auflösung in umliegenden Bildbereichen insgesamt, setzt dafür jedoch Pimax OpenXR als aktive Runtime voraus. Beide Ansätze entfalten ihr volles Potenzial zudem nur in unterstützten Titeln, etwa dem Microsoft Flight Simulator 2024 oder iRacing.

Half-Life: Alyx | Einstellungen
• Bildwiederholrate: 90 Hz
• Bildqualität: Hoch
• kein GPU-Upscaling
• Central Priority Rendering: Performance
• SteamVR - Auflösung pro Auge: 150 % (7.640 × 7.688 Pixel)

Ferner kann man GPU-Upscaling aktivieren (FRS oder NIS), bei dem das Ursprungsbild in niedriger Auflösung gerendert und anschließend hochskaliert wird. Und wenn alles nichts hilft und man zugunsten der Qualität auf einige Frames verzichten kann, gibt es noch die Möglichkeit, die Bildrate auf die Hälfte zu beschränken. Wer bereit ist, ein wenig zu experimentieren, kann dadurch selbst auf älterer Hardware noch überraschend brauchbare Ergebnisse erzielen.

Praktisch ist dabei, dass sich sämtliche Anpassungen spielabhängig festhalten lassen. So lief das gut optimierte Half-Life: Alyx mit den im Kasten aufgeführten Parametern konstant mit 90 Fps, während das schnelle Nahkampf-Actionspiel Until You Fall unter identischen Rahmenbedingungen nur rund 56 Bilder pro Sekunde erreichte. Entsprechend war hier eine Anpassung nötig, die sich anschließend als eigenes Profil speichern und jederzeit wieder abrufen ließ.

Großes Bild bedeutet auch großes Headset

So viel Power und Bild erfordern jedoch zwangsläufig ein großes Gehäuse. Zwar hat Pimax die Crystal Super im Vergleich zur Light sichtbar verschlankt, auf der Waage macht sich das aber kaum bemerkbar: Mit 990 Gramm steht sie den 1.013,8 Gramm der Vorgängerin nahezu in nichts nach. Immerhin finden dadurch auch Brillenträger problemlos Platz.

Zwei VR-Headsets auf einem Holztisch Quelle: PCGH Neben dem Größenunterschied wurden Stand-by- und Lautstärketasten von der rechten auf die linke Seite verlegt.

Getragen werden beide Headsets über ein Kopfband mit verstellbarem Ratschenmechanismus an der Rückseite. Das ist schnell aufgesetzt - im direkten Vergleich saß die Crystal Light aber ausgewogener auf dem Kopf und blieb auch bei hektischen Bewegungen stabiler. Die Super wirkt dagegen frontlastiger und übt dadurch dauerhaft mehr Druck auf Nase und Wangenknochen aus. Praktisch ist wiederum die automatische Anzeige, die beim Aufsetzen dabei hilft, den Sweetspot des Blickfeldes zu finden.

Ein Nachteil bei jedem Aufsetzen ist wiederum, dass sich die High-End-VR-Brille den definierten Spielbereich weiterhin nicht merken kann. Diesen muss man also immer wieder neu festlegen. Mithilfe der Controller und der Pass-Through-Funktion gelingt das zwar zügig, auf Dauer bleibt es dennoch unnötig umständlich. Hinzu kommt, dass das Pass-Through lediglich in Schwarzweiß arbeitet und sich damit kaum eignet, um zwischendurch etwa einen Blick aufs Smartphone zu werfen.

Bildergalerie

Restliche Ausstattung

Apropos Controller: Der Crystal Super sind dieselben Controller beigelegt, mit denen schon die Light ausgestattet war. Die sind mit je 131 g überaus leicht und fühlen sich, gerade an den minimal ächzenden Sticks, bisweilen sogar etwas billig an. Dafür funktionierte das Inside-out-Tracking während des Testzeitraums fast durchweg einwandfrei. Nur selten verlor das Headset eine der Hände aus den Augen, was durch einfaches Anschauen schnell wieder gelöst werden konnte. Selbst beide Controller hintereinander zu halten, brachte die Super nicht aus dem Konzept.

Zu guter Letzt sei noch der Sound erwähnt. Wie eingangs angerissen, können die vorinstallierten Lautsprecher nicht mit den separat erhältlichen DMAS-Earphones mithalten. Im direkten Vergleich hören sich diese deutlich sauberer und klarer an, was gerade in den Höhen auffällt. Wer darauf weniger empfindlich reagiert, dürfte aber problemlos mit den Standardlautsprechern klarkommen. Das eingebaute Mikro lässt sich hingegen maximal als zweckmäßig bezeichnen. Dessen Aufnahmen klingen mehr nach Telefon und eignen sich daher nicht für professionelle Aufnahmen. Doch in wie vielen Fällen das überhaupt zum Einsatz kommt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Pimax Crystal Super: Fazit

Virtual Reality ist und bleibt mit unzähligen Kompromissen verbunden. Die Pimax Crystal Super bietet nach wie vor das vielleicht bildtechnisch beste und somit immersivste VR-Gaming-Erlebnis auf dem Markt. Für dieses Level an Immersion muss man allerdings auch tief in die Taschen greifen. Ganz zu schweigen davon, was für ein High-End-Rechner nötig ist, um das Headset überhaupt auf diesem Niveau betreiben zu können. Verglichen mit der Crystal Light sind die Fortschritte hinsichtlich Auflösung, Helligkeit und Sichtfeld nämlich hervorragend. Diese gehen jedoch mit einem Gehäuse einher, das trotz geringerer Größe an Ergonomie und Tragekomfort eingebüßt hat.

Obwohl das Headset seine Konkurrenten hardwareseitig also definitiv hinter sich lässt, fällt es schwer, es uneingeschränkt zu empfehlen. Dafür gibt es einfach zu viele Kleinigkeiten auszusetzen. Gerade, dass der Spielbereich immer wieder neu definiert werden muss, ist ein Ärgernis, das den ansonsten hochwertigen Eindruck schmälert. Das ändert allerdings nichts daran, was für ein beeindruckendes Stück Technik die Crystal Super ist. Wer sich an den genannten Punkten nicht stört, unabhängig vom Preis die reine Power sucht und bereit ist, sich mit ihr auseinanderzusetzen, kann beherzt zugreifen.

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von HyperBeast Software-Overclocker(in)
        Bei Pimax über die Preise reden war schon Quatsch. Die stellen in der Regel die höhste machbare Auflösung.

        Daraus ergibt sich logischerweise die Anforderung an die Grafikkarten. Macht für mich am meisten im SimRacing Sinn da hier Performance zu Bildqualität passt.

        Cooles Produkt wenn Geld keine Rolle spielt.
      • Von HyperBeast Software-Overclocker(in)
        Bei Pimax über die Preise reden war schon Quatsch. Die stellen in der Regel die höhste machbare Auflösung.

        Daraus ergibt sich logischerweise die Anforderung an die Grafikkarten. Macht für mich am meisten im SimRacing Sinn da hier Performance zu Bildqualität passt.

        Cooles Produkt wenn Geld keine Rolle spielt.
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Wie siehts eigentlich mit VR Gaming unter Linux aus?
        Kann man sich einfach ne Meta Quest 3 kaufen und seine Steam VR Games zocken wie HL:Alyx?
        Gibts da irgendwas zu beachten?

        Ich habe eine 4090, meine Freundin eine 9070XT.
      • Von Waltiturtle Freizeitschrauber(in)
        Lohnt sich vermutlich nur mit 5090, um in sowas wie DCS die hohe Auflösung auszunutzen und stabile FPS zu haben...

        Ich habe gerade die Quest 3 und bin damit eigentlich Happy. Sehr gutes Bild mit Virtual Desktops Godlike Setting, DLSS 4.5 macht DCS glatt und performant und man kann ab und zu standalone ne Runde Tischtennis mit dem Schwiegervater zocken.
      • Von ThePud Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Khalinor666
        2000 Euro für ein Gerät ohne OLED, das nicht standalone betrieben werden kann und das kabelgebunden ist.
        Nein Danke.

        Hoffe, dass die Samsung Galaxy XR in den nächsten Monaten auch in EU verfügbar ist.
        Etwa selbe Preiskategorie aber ohne die oben genannten Nachteile.

        So lange machts noch die Quest 3.
        Ich hatte selbst die Quest 3 am PC mit Kabel dran. Artefakte wurden aber nur minimal besser. Für mich Qualität mit Kabel (Pimax) > Portabilität und Standalone (Quest 3). Deswegen musste die Q3 auch wieder gehen.

        Die Pimax Brillen waren schon immer High End, es wäre komplett entgegengesetzt der Strategie des Unternehmens, wenn die Super jetzt plötzlich günstig werden würde ... aber gefrickel waren die immer auch, darf man nicht vergessen. Handling und Software ist nicht gerade benutzerfreundlich, um es vorsichtig auszudrücken. ... Die Zielgruppe sind mMn reinweg Enthusiasten.
      • Von MircoSfot Software-Overclocker(in)
        Zitat von LiLxCaesar
        Wie sieht es mit der erhöhten Latenz aus, wenn das Bild nicht per Kabel transferiert wird?
        Gerade die Samsung-Galaxy hat eine gigantische Latenz und wird zum Spielen absolut nicht empfohlen. Für alles andere ist es ok.
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