Ein riesiger Bildschirm direkt vor den Augen: Die RayNeo Air 4 Pro im Alltagstest
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Die RayNeo Air 4 Pro soll einen 201-Zoll-Bildschirm direkt vor die Augen zaubern. Wir haben die Videobrille im Alltagstest ausprobiert.
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Wer unterwegs arbeiten oder Filme und Serien schauen möchte, ist meist auf das Display von Smartphone, Tablet oder Notebook angewiesen. Sowohl zum komfortablen Arbeiten als auch für ein zufriedenstellendes Entertainment-Erlebnis sind diese oft aber zu klein. Zwar gibt es portable Monitore, die man zusätzlich nutzen kann, doch diese benötigen zusätzlichen Platz im Gepäck und lassen sich auf engem Raum oft nur umständlich aufbauen.
Die RayNeo Air 4 Pro soll all diese Probleme lösen. Bei ihr handelt es sich um eine Videobrille, die laut Hersteller ein virtuelles, bis zu 201 Zoll großes Display direkt vor die Augen projiziert - bei einem Gewicht von lediglich 76 Gramm. Wie sich die Brille im Alltag schlägt, wollten wir selbst herausfinden. RayNeo stellte uns dafür ein Testgerät zur Verfügung, das wir mehrere Tage lang im Alltag ausprobiert haben.
Technische Ausstattung
Bevor wir zu unseren Praxiseindrücken kommen, werfen wir zunächst einen Blick auf die technischen Daten. Laut Hersteller verfügt die RayNeo Air 4 Pro über zwei Micro-OLED-Displays mit HDR10-Unterstützung, einer maximalen Helligkeit von bis zu 1.200 Nits und einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Für die Bildverarbeitung kommt der eigens entwickelte Vision-4000-Chip zum Einsatz, der SDR-Inhalte in Echtzeit zu HDR aufwerten können soll.
Darüber hinaus bewirbt RayNeo einen virtuellen Bildschirm mit einer Diagonale von bis zu 201 Zoll, ein gemeinsam mit Bang & Olufsen entwickeltes Lautsprechersystem, einen TÜV-zertifizierten Augenschutz durch flimmerfreies 3.840-Hz-Dimming und die Kompatibilität mit zahlreichen Smartphones, Notebooks, Handhelds und Spielekonsolen.
Lieferumfang und erster Eindruck
Geliefert wird die RayNeo Air 4 Pro in einer hochwertigen Verpackung. In dieser sind neben der Brille ein USB-C-auf-USB-C-Kabel, zwei unterschiedlich große Nasenpads, eine abnehmbare Lichtblende, ein Reinigungstuch, eine Bedienungsanleitung, eine Servicekarte und ein Trageetui enthalten.
Quelle: PCGH
Die RayNeo Air 4 Pro wird mit einigem Zubehör geliefert.
Bereits beim Auspacken hinterlässt die Brille einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet und gleichzeitig angenehm leicht. Beim Wechseln der Nasenpads oder beim Anbringen beziehungsweise Entfernen der Lichtblende hatten wir allerdings zunächst etwas Respekt. In der Bedienungsanleitung werden diese Schritte kaum erklärt und aufgrund der filigranen Bauweise entsteht schnell die Sorge, versehentlich etwas zu beschädigen. Mit der Zeit kamen wir zwar zurecht, etwas ausführlichere Hinweise an dieser Stelle hätten dennoch für mehr Sicherheit gesorgt.
Das mitgelieferte Trageetui macht mit seiner weichen Oberfläche ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Gleichzeitig hätten wir uns hier etwas mehr Stabilität gewünscht. Beim Transport im Rucksack oder Koffer schützt es die Brille zwar vor Kratzern, stärkerem Druck von außen hält es jedoch nur bedingt stand, sodass hier das Risiko von Beschädigungen besteht.
Die bereits vormontierte Lichtblende verhindert, dass einfallendes Umgebungslicht die Bildqualität beeinträchtigt. Unter der Blende befinden sich stark getönte, transparente Gläser, durch die die Umgebung grundsätzlich weiterhin sichtbar bleibt. Allerdings schreiben wir bewusst "grundsätzlich": Die Tönung ist nämlich so dunkel, dass sich die Brille nicht zum Herumlaufen eignet.
Installation und Einrichtung
Bevor wir uns überhaupt mit Apps oder zusätzlicher Software beschäftigen, schließen wir die RayNeo Air 4 Pro direkt per USB-C an ein Google Pixel 8 an. Sofort erkennt Android ein externes Display und bietet die Wahl zwischen Bildschirmspiegelung und Desktopmodus an.
Wir entscheiden uns für die Bildschirmspiegelung und erleben einen kleinen Wow-Moment. Anstatt auf das vergleichsweise kleine Smartphone-Display blicken wir plötzlich auf einen riesigen Bildschirm, der mehrere Meter entfernt vor unseren Augen zu schweben scheint.
Auch die Bildqualität weiß anfänglich zu überzeugen. Die OLED-Displays liefern kräftige Farben, hohe Kontraste und eine mehr als ausreichende Helligkeit. Schwarz wirkt tief und Inhalte erscheinen angenehm plastisch. Insgesamt hinterlässt die Darstellung einen hochwertigen Eindruck.
Ganz ohne Kritik geht es allerdings nicht. So fällt bereits nach kurzer Zeit auf, dass der untere Bildschirmrand nicht immer vollständig zu erkennen ist. Je nach Sitz der Brille werden Teile des oberen oder unteren Bildbereichs leicht abgeschnitten. Zudem verrutscht die Brille mit der Zeit, sodass das genannte Problem erneut auftritt.
Hinzu kommt eine leichte Unschärfe zu den Bildrändern und insbesondere in den Ecken. Zwar bleiben Inhalte jederzeit gut lesbar, dennoch trübt dieser Effekt den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck der Bildqualität etwas. Im Alltag gewöhnt man sich zwar daran, vollständig verschwindet dieser Eindruck jedoch nicht.
Arbeiten mit der RayNeo Air 4 Pro
Trotz der zuvor angesprochenen Schwächen eignet sich die RayNeo Air 4 Pro überraschend gut zum Arbeiten. Gerade weil die Brille das Sichtfeld nicht vollständig abschirmt und nach unten hin ausreichend Blick auf die reale Umgebung ermöglicht, ergibt sich mit einem Laptop ein interessanter Workflow. Während wir den Notebookbildschirm als untere Arbeitsfläche nutzen, dient der virtuelle Bildschirm der Brille als zweite Anzeige darüber.
Die große virtuelle Bildschirmfläche bietet genügend Platz, um problemlos zwei Anwendungen nebeneinander darzustellen. So ist es beispielsweise möglich, auf einer Seite im Internet zu recherchieren und auf der anderen Seite Texte zu verfassen, ohne ständig zwischen Fenstern wechseln zu müssen.
Entertainment mit der RayNeo Air 4 Pro
Die RayNeo Air 4 Pro eignet sich nicht nur zum Arbeiten, sondern auch hervorragend für Filme, Serien und Spiele. Das helle Micro-OLED-Display überzeugt mit kräftigen Farben, hohen Kontrasten und satten Schwarztönen. Gerade HDR-Inhalte profitieren von der hohen Bildqualität und wirken lebendig und detailreich.
Laut Hersteller übernimmt der Vision-4000-Chip unter anderem eine Echtzeit-Konvertierung von SDR- zu HDR-Inhalten. Unabhängig davon überzeugte die RayNeo Air 4 Pro im Test mit kräftigen Farben, hohen Kontrasten und einer insgesamt hochwertigen Bilddarstellung.
Auch beim Gaming weiß die Brille zu überzeugen. Sowohl in Verbindung mit dem Steam Deck als auch mit der Nintendo Switch entsteht schnell das Gefühl, vor einem deutlich größeren Bildschirm zu sitzen. Vor allem bei Spielen, die von einer großen Darstellung profitieren, trägt das virtuelle Display spürbar zur Immersion bei.
Einen positiven Eindruck hinterlässt außerdem das gemeinsam mit Bang & Olufsen entwickelte Lautsprechersystem. Trotz der offenen Bauweise liefert die RayNeo Air 4 Pro einen überraschend kräftigen, ausgewogenen und detailreichen Klang. Besonders positiv fiel uns dabei auf, wie diskret das System arbeitet. Selbst bei höherer Lautstärke konnten Personen in unmittelbarer Nähe während unseres Tests kaum etwas vom abgespielten Inhalt wahrnehmen. Die Abschirmung erreicht zwar nicht das Niveau von In-Ear- oder Over-Ear-Kopfhörern, für die Nutzung im Zug, Flugzeug oder Büro reicht sie dennoch aus.
Wer noch mehr Klangvolumen möchte, kann die separat erhältlichen RayNeo Sound Tubes nutzen. Diese lagen unserem Testgerät allerdings nicht bei, weshalb wir uns keinen Eindruck von ihnen machen konnten.
Die bereits erwähnten Schwächen verschwinden auch beim Entertainment nicht vollständig. Die leichte Randunschärfe und das gelegentliche Abschneiden einzelner Bildbereiche bleiben bestehen. Doch auch hier konnten wir sie nach einiger Zeit größtenteils ausblenden.
Tragekomfort
Mit einem Gewicht von nur 76 Gramm fällt die RayNeo Air 4 Pro angenehm leicht aus. Natürlich ist sie etwas schwerer als klassische Brillen zur Sehkorrektur, doch diese sind auch nicht vollgepackt mit Technik.
Während unseres Tests konnten wir problemlos über vier Stunden am Stück mit der Brille arbeiten oder Inhalte konsumieren. Mit der Zeit hinterlassen die Nasenpads aber sichtbare Druckstellen auf dem Nasenrücken. Als wirklich unangenehm empfanden wir die RayNeo Air 4 Pro im Test aber nie.
Smartphone-App und Einstellungsmöglichkeiten
Über die zugehörige Smartphone-App lassen sich zahlreiche Einstellungen an der RayNeo Air 4 Pro vornehmen. Neben Helligkeit und Bildwiederholrate können Bildmodi, HDR-Optionen und Audioeinstellungen angepasst werden. Viele dieser Funktionen stehen auch direkt über die Bedienelemente an den Brillenbügeln zur Verfügung.
Etwas unglücklich gelöst ist allerdings die Bereitstellung der App. Zum Zeitpunkt unseres Tests war die passende Anwendung im Google Play Store nicht verfügbar und musste stattdessen als APK-Datei direkt von der Website des Herstellers heruntergeladen werden. Die im Play Store verfügbare RayNeo-AR-App unterstützt ausschließlich die AR-Brillen des Herstellers und ist mit der Air 4 Pro inkompatibel.
Optionales Zubehör
Wer den Funktionsumfang erweitern möchte, kann aus einer großen Auswahl an optionalem Zubehör wählen.
Quelle: RayNeo
Für die RayNeo Air 4 Pro gibt es eine große Auswahl an optionalem Zubehör.
Beim JoyDock handelt es sich um eine Dockingstation für die Nintendo Switch und die Nintendo Switch 2, mit der sich die Konsole gleichzeitig laden und mit der Brille verbinden lässt. Daneben bietet RayNeo einen USB-C-Adapter mit Power-Delivery-Unterstützung an. So können kompatible Smartphones während der Nutzung der Brille geladen werden.
Für Geräte ohne USB-C-Display-Ausgabe bietet der Hersteller einen HDMI-Adapter an. Dieser ermöglicht unter anderem die Nutzung mit der PlayStation 5 und der Xbox Series X. Mit der Pocket-TV-Box ist es zudem möglich, Streaming-Dienste auch ohne Smartphone oder Notebook zu nutzen.
Für viele dürfte dieses Zubehör allerdings nicht zwingend notwendig sein. Im Test funktionierte die RayNeo Air 4 Pro bereits mit dem beiliegenden USB-C-Kabel unkompliziert per Plug-and-play an Smartphones, Notebooks sowie dem Steam Deck und der Nintendo Switch.
Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei 399 Euro. Bei Amazon ist die RayNeo Air 4 Pro meist bereits für rund 340 Euro erhältlich, bisweilen sinkt der Preis sogar auf unter 290 Euro. Aktuell gibt es beim Kauf auf Amazon außerdem die RayNeo Sound Tubes im Wert von 15 Euro kostenlos dazu.
Das hat uns gefallen
- Sehr große virtuelle Bildschirmfläche
- Hochwertige Micro-OLEDs
- Überraschend guter Klang trotz offener Lautsprecher
- Geringes Gewicht und hoher Tragekomfort
- Ideal für mobiles Arbeiten und Entertainment
Das könnte besser sein
- Leichte Unschärfe an den Bildrändern
- Bildränder je nach Sitz der Brille teilweise abgeschnitten
- App nicht über Google Play verfügbar
- Trageetui könnte stabiler sein
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