Radeon RX Vega: Raja Koduri klärt Missverständnis bezüglich Computex-Prey-Demo auf
Auf der Computex 2017 führte AMD den Ego-Shooter Prey in 4K-Auflösung vor, gespielt wurde auf einem System mit Ryzen Threadripper (16 Kerne) sowie zwei RX-Vega-Grafikkarten. Daraufhin wurde im Internet kontrovers diskutiert, was dies über die Leistungsfähigkeit der kommenden Grafikkarten aussagt. AMDs Raja Koduri hat auf Twitter einige der Fehleinschätzungen diesbezüglich korrigiert.
Auf der diesjährigen Computex-Messe präsentierte der Chiphersteller AMD zwar die RX Vega Frontier Edition, aber nur um die Leistungsfähigkeit der neuen Ryzen-Threadripper-CPUs vorzuführen. Ansonsten wurden außer einem genauen Release-Termin für die Frontier-Edition (27.6.2017) und einem ungefähren für die Gaming-Ableger - Letztere erscheinen zur SIGGRAPH-Konferenz - keinerlei neue Information bezüglich der Vega-10-Grafikkarten preisgegeben. Vega 10 soll in den nächsten Monaten für professionelle Anwender und Spieler erschienen, die neue Architektur soll hohe Leistungsfähigkeit, Taktraten über 1.600 MHz und verbesserte Energieeffizienz bieten.
Auf der Pressekonferenz zeigten die Kalifornier einen Verbund aus Ryzen Threadripper und RX Vega Frontier Edition in zwei verschiedenen Systemen: Zuerst wurden vier Grafikkarten mit dem neuen High-End-Prozessor kombiniert, um in einer Szene des kostenlosen 3D-Modellierungsprogramms Blender Real-Time-Rendering mit dem Radeon ProRender zu demonstrieren. Für Spieler ist dies weniger relevant, da es keine Vergleichsdaten gibt und die Leistung in Blender sich nicht wirklich in eine hohe Bildwiederholungsrate in Spielen umrechnen lässt. In einer zweiten Demo zeigte AMD daraufhin zwei RX-Vega-Grafikkarten zusammen mit einer Threadripper-CPU in dem Ego-Shooter Prey mit Ultra-Details und 4K-Auflösung.
Diese zweite Demonstration von RX Vega führte jedoch schnell zur Kontroverse: Warum hatte AMD zwei RX-Vega-Karten in einem zu Bethesda gehörenden Spiel gebraucht, um in 4K-Auflösung spielen zu können? Genügt etwa eine der kommenden Grafikkarten nicht, um eine Framerate von 60 Bildern pro Sekunde zu garantieren, während eine von Nvidias aktuellen High-End-Grafikkarten oder auch ein RX-580-Duo in Crossfire dazu ausreicht? Zudem zeichnete sich im Gameplay deutlich Tearing ab - es wurden also nur zum Teil gerenderte Frames ausgegeben, etwas was bei zu geringen, aber auch zu hohen Bildwiederholungsraten geschehen kann. In diversen Diskussionsplattformen, darunter Reddit, Youtube und auch das PCGHX-Forum, wurde das Thema heiß diskutiert.
Raja Koduri, AMDs Senior-Vizepräsident und Chefarchitekt bei der Radeon Technologies Group, war auf der Computex-Pressekonferenz nicht anwesend - zumindest nicht auf der Bühne oder im Livestream sichtbar. Er bemühte sich aber, auf Twitter einige Missverständnisse bezüglich der Leistung der Radeon RX Vega in Prey richtigzustellen - und korrigierte sogar seinen Kollegen Sasa Marinkovic (dessen Tweet, dass in der Prey-Demo vier Vega-Grafikkarten zum Einsatz kamen, wurde mittlerweile gelöscht). Der Sinn hinter der Vorführung von einem Crossfire-Gespann aus zwei Vega-Grafikkarten sei gewesen, die hohen I/O-Fähigkeiten von Ryzen Threadripper darzustellen. AMDs große Ryzen-Ableger verfügen nämlich über 64 PCI-E-Lanes.
Auf Nachfrage sagte Koduri (Twitterkürzel @GFXChipTweeter), dass die beiden RX-Vega-Grafikkarten Prey mit "um die 60 FPS" dargestellt haben, und zwar mit komfortablem Abstand zu jeder momentan erhältlichen einzelnen Grafikkarte. Zudem habe man bisher bei AMD keinerlei Treiberoptimierungen bei den Vega-Produkten für Bethesdas Prey gemacht. In einem zweiten Tweet korrigierte der AMD-Grafikchef dann seine Aussage, da er "about 60" ("um die 60 [FPS]") mit "above 60" ("mehr als 60 [FPS]") verwechselt hatte.

Habe eine 1080 Ti FE (@2100 Mhz).
EDIT: erledigt.