Schlechte Verkäufe von Bloodlines 2: Paradox muss 32,3 Mio. Euro abschreiben

8
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 53,99 €
Schlechte Verkäufe von Bloodlines 2: Paradox muss 32,3 Mio. Euro abschreiben
Quelle: Paradox Interactive

Nur einen Monat nach dem Release von Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 verbucht Paradox Interactive eine Abschreibung von rund 37 Millionen US-Dollar auf Entwicklungskosten und korrigiert seine Erwartungen deutlich nach unten.

Nach Jahren der Entwicklung, Studiowechseln und einem enormen Erwartungsdruck sollte Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2 die traditionsreiche World-of-Darkness-Marke in die Moderne führen. Nur gut einen Monat nach Verkaufsstart sieht die Realität jedoch anders aus: Die Verkäufe bleiben laut Publisher Paradox deutlich hinter den Prognosen zurück und können die Entwicklungskosten nach aktueller Einschätzung nicht ansatzweise wieder einspielen.

Hohe Abschreibung: 355 Millionen SEK auf Entwicklungskosten

In einer Mitteilung an Anleger übernimmt Paradox-CEO Fredrik Wester ausdrücklich die Verantwortung für die Fehlkalkulation und betont, dass die Entscheidung, das Projekt außerhalb der eigenen Kernsegmente zu platzieren, sich im Nachhinein als problematisch erwiesen habe.

Kern der Meldung ist eine Abschreibung auf die Entwicklungskosten von Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2. Paradox schreibt laut Mitteilung rund 355 Millionen schwedische Kronen (SEK) ab - umgerechnet etwa 32,3 Millionen Euro. Diese Summe entspricht dem Teil der Entwicklungsausgaben, den das Unternehmen nach einer aktualisierten Absatzprognose einen Monat nach Launch nicht mehr als realistisch einspielbar einstuft.

Nach Angaben von Paradox bleibt lediglich ein deutlich kleinerer Restbetrag von rund 40 Millionen SEK (rund 3,6 Millionen Euro), der voraussichtlich noch über die weitere Vermarktung des Spiels wieder hereingeholt werden kann. Die Abschreibung soll sich deutlich im anstehenden Quartalsbericht niederschlagen und das Ergebnis des vierten Quartals spürbar belasten.

"Die Verantwortung liegt vollständig bei uns als Publisher"

In seinen öffentlichen Statements betont Fredrik Wester, dass die Verantwortung für die Fehleinschätzung klar bei Paradox liege und nicht beim Entwicklerstudio The Chinese Room. Wörtlich hebt er hervor, Bloodlines 2 sei eine "starke Vampirfantasie" und man sei mit der Arbeit des Teams zufrieden; gleichzeitig entsprächen die Verkäufe einen Monat nach Launch nicht den ursprünglichen Projektionen, was die Abschreibung notwendig mache.

  • Der springende Punkt: Bloodlines 2 lag nach Einschätzung des Managements außerhalb der klassischen Paradox-Kernsegmente wie komplexe Management-Simulationen. Genau das habe es dem Publisher im Nachhinein betrachtet erschwert, das tatsächliche Absatzpotenzial realistisch zu bewerten.
  • Gleichzeitig betont Wester, dass die World-of-Darkness-Lizenz weiterhin als wertvolles Asset gesehen werde. Man wolle sorgfältig prüfen, in welcher Form sich diese Marken künftig weiterentwickeln lassen - ob erneut in Eigenregie als Publisher oder verstärkt über Lizenzmodelle mit externen Partnerstudios.

Wie lautet Ihr Fazit zu Bloodlines 2? Über die Kommentarfunktion können Sie uns Ihre Meinung mitteilen. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine kostenlose Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln.

Quelle: Paradox, Eurogamer, Gamesindustry

8
    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von SanderX
        wenn ich das schon höre "entsprach nicht dem Kernsegment" Was für eine fale Analogie für Inkompetenz und dem Desinteresse sich an dem Willen der Kunden auszurichten.

        Man benötigt kein Wissen über Segmente und Strategien, wenn man sich einfach den vorigen Teil der Serie auf YouTube ansieht und in den Fanforen stöbert. Und dann holt man sich einen Berater ins Haus, der sich mit der Pen&Paper Vorlage und der PC Spiele auskennt. Alles kein Hexenwerk. Man muss schon ziemlich borniert sein, wenn man so ein Scheiss auf den Markt bringt und sich dann wundert, dass das Game komplett flopt...

        Selber schuld!
        Und wenn es alles zu schwer ist, dann lässt man das Team halt mit einem Remaster-im-NewEngineRemake-Stil beginnen. Was ist daran so schwierig? Erst alles kennenlernen lassen, dann weiterverwerten und auf dem Weg begeisterte Fans (und deren Geld) mitnehmen...
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von SanderX
        wenn ich das schon höre "entsprach nicht dem Kernsegment" Was für eine fale Analogie für Inkompetenz und dem Desinteresse sich an dem Willen der Kunden auszurichten.

        Man benötigt kein Wissen über Segmente und Strategien, wenn man sich einfach den vorigen Teil der Serie auf YouTube ansieht und in den Fanforen stöbert. Und dann holt man sich einen Berater ins Haus, der sich mit der Pen&Paper Vorlage und der PC Spiele auskennt. Alles kein Hexenwerk. Man muss schon ziemlich borniert sein, wenn man so ein Scheiss auf den Markt bringt und sich dann wundert, dass das Game komplett flopt...

        Selber schuld!
        Und wenn es alles zu schwer ist, dann lässt man das Team halt mit einem Remaster-im-NewEngineRemake-Stil beginnen. Was ist daran so schwierig? Erst alles kennenlernen lassen, dann weiterverwerten und auf dem Weg begeisterte Fans (und deren Geld) mitnehmen...
      • Von SanderX PC-Selbstbauer(in)
        wenn ich das schon höre "entsprach nicht dem Kernsegment" Was für eine fale Analogie für Inkompetenz und dem Desinteresse sich an dem Willen der Kunden auszurichten.

        Man benötigt kein Wissen über Segmente und Strategien, wenn man sich einfach den vorigen Teil der Serie auf YouTube ansieht und in den Fanforen stöbert. Und dann holt man sich einen Berater ins Haus, der sich mit der Pen&Paper Vorlage und der PC Spiele auskennt. Alles kein Hexenwerk. Man muss schon ziemlich borniert sein, wenn man so ein Scheiss auf den Markt bringt und sich dann wundert, dass das Game komplett flopt...

        Selber schuld!
      • Von Major_Fletcher Software-Overclocker(in)
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Parrallax
        warum will man eigentlich die Entwickler so schützen? haben die Publisher entschieden was in dem Spiel enthalten sein muss? (...)
        Es gibt Berichte, nach denen TheChineseRoom Paradox überzeugen wollte, dem Spiel einen anderen Namen zu geben und entsprechend dann wohl auch ProForma-Features zu streichen. Als ein Vampire: The Masquerade - Bloodtales (um mal den simpelsten Namen zu nehmen) hätte es ja auch sicherlich besser funktioniert und Paradox hätte irgendwann doch noch Bloodlines II bringen können.
        Die Kombi von ihnen war leider nicht selten dämlich, sondern klassisch dämlich. Enttäuschung auf Ansage halt.
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        Könnte natürlich alles sein. Oder es liegt einfach dran, dass man über mehrere Teams hinweg nie verstanden hat, was Leute von Bloodlines 2 erwartet hätten und am Ende ein mittelmäßiges Spiel rauskam, das keiner braucht und will.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk