Recht auf Reparatur: 5 Jahre Ersatzteilpflicht für Smartphones soll kommen

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Recht auf Reparatur: 5 Jahre Ersatzteilpflicht für Smartphones soll kommen (1)
Quelle: ifixit.com

Es kommt Bewegung in das Recht auf Reparatur für Smartphones & Co. So hat die EU-Kommission einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt, über den noch in diesem Jahr abgestimmt wird. Ein Bestandteil ist eine Ersatzteilpflicht über fünf Jahre.

Es ist offen, wann ein Recht auf Reparatur auf EU-Ebene eingeführt wird. Zuletzt hieß es, dass die EU-Kommission eine Update- und Ersatzteilpflicht für fünf Jahre ab dem Erscheinungsdatum des jeweiligen Geräts einführen möchte. Bislang ist ein entsprechendes Gesetz aber noch nicht verabschiedet worden, doch es könnte bald so weit sein. Zum 31. August hat die EU-Kommission einen neuen Gesetzesentwurf vorgelegt, wobei bis zum 28. September Feedback von Bürgern gesammelt wird. Danach geht es zur Abstimmung, die noch in diesem Jahr stattfinden soll. Nach erfolgter Abstimmung haben die EU-Mitgliedsstaaten ein Jahr Zeit, die Regeln in geltendes Recht umzusetzen.

Was beinhaltet das ökologische Design von Smartphones & Co.?

Im neuen Vorschlag der EU-Kommission wird ein ökologisches Design für Smartphones, schnurlose Telefone und Tablets beschrieben. Schließlich reparieren viele Nutzer diese Geräte kaum. Im Gegenzug wird bei jedem neu produzierten Gerät wieder jede Menge umweltschädlicher Schadstoffe freigesetzt, sowie wertvolle Materialien aus der Erde entnommen. In letzter Zeit bieten sowohl Apple als auch Samsung Reparaturkits für Smartphones an, allerdings nur in den USA. Wenn man Smartphones fünf Jahre lang nutzt, hätte dies den gleichen Effekt, wie fünf Millionen weniger Autos auf den Straßen.

Laut dem neuen EU-Vorschlag sollen Gerätehersteller die Wahl haben. Entweder lassen sich die Rückseite und der Akku vom Nutzer selbst tauschen oder der verbaute Akku kann bestimmte Ladezyklen überstehen. So sollen nach 500 Ladezyklen noch mindestens 83 Prozent der Nennkapazität vorhanden sein, nach 1.000 Ladezyklen sollen es immer noch 80 Prozent sein. Apple verspricht beim iPhone bislang nur 80 Prozent der Nennkapazitäten nach 500 Ladezyklen. Zudem müssen Nutzer von Smartphones & Co. in der Lage sein, auch fünf Jahre, nachdem das entsprechende Gerät nicht mehr als Neuware erhältlich ist, noch an bestimmte originale Ersatzteile zu kommen.

So sollen Bildschirme, SIM- und Speicherkartenträger, Mikrofone, Ladeanschlüsse und Scharniere (bei faltbaren Smartphones à la Samsung Galaxy Fold 4) tauschbar werden. Parallel zur Ersatzteilversorgung sollen Gerätehersteller ab dem Marktstart eines Smartphones/Tablets für fünf Jahre Sicherheitsupdates liefern müssen. Neben dieser geplanten Ökodesign-Richtlinie für Smartphones ist bereits die Pflicht für USB-C als Ladeanschluss für portable Endgeräte rechtskräftig. Ab Mitte 2024 müssen alle neu auf den Markt kommenden Smartphones, Headsets etc. auf USB-Typ-C setzen.

Ebenfalls lesenswert: Kaum Instandsetzungen: Sind Smartphone-Reparaturen zu teuer?

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Sammlung zum möglichen Recht auf Reparatur:

  • Die EU-Kommission hat einen neuen Gesetzentwurf zum Recht auf Reparatur bei Smartphones & Co. vorgelegt. Bis zum 28. September wird Feedback gesammelt, danach wird über das Gesetz abgestimmt. Nach erfolgter Abstimmung haben die EU-Mitgliedsstaaten ein Jahr Zeit, die Regeln in geltendes Recht umzusetzen.
  • Gerätehersteller sollen verpflichtet werden, Bildschirme, SIM- und Speicherkartenträger, Mikrofone, Ladeanschlüsse und Scharniere tauschbar zu gestalten. Für fünf Jahre, nach dem Ende des Verkaufs als Neuware, soll es noch Ersatzteile zu kaufen geben.
  • Parallel zur Ersatzteilpflicht sollen Hersteller fünf Jahre lang ab Markteinführung eines Geräts Sicherheitsupdates liefern müssen.
  • In Sachen Akku soll es entweder selbst vom Nutzer tauschbare Akkus geben oder die Hersteller müssen garantieren, dass der verbaute Akku eine gewisse Menge an Ladezyklen aushält.

Quellen: EC, Apple

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    • Kommentare (43)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von plusminus BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von wuselsurfer
        Wenn das Kleinhirn die Oberhand gewinnt, hat der Verstand keine Chance.
        Und 88% aller Kaufentscheidungen werden mit dem Kleinhirn getroffen, hörte ich mal im Marketing-Seminar.
        Stimmt genau.
        Da würde ich dir jetzt auch recht geben , und wenn du noch die 12% die gar kein Gehirn besitzen dazurechnest sind wir 2022 angekommen wo es für alles ein Gesetz mit einem Schlupfloch geben muss
      • Von plusminus BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von wuselsurfer
        Wenn das Kleinhirn die Oberhand gewinnt, hat der Verstand keine Chance.
        Und 88% aller Kaufentscheidungen werden mit dem Kleinhirn getroffen, hörte ich mal im Marketing-Seminar.
        Stimmt genau.
        Da würde ich dir jetzt auch recht geben , und wenn du noch die 12% die gar kein Gehirn besitzen dazurechnest sind wir 2022 angekommen wo es für alles ein Gesetz mit einem Schlupfloch geben muss
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Bios-Overclocker
        Nach 5 Jahren reparieren

        Bis dahin gibt es doch schnellere und modernere Geräte, also ab in die Tonne

        Weshalb sollte ich ein reparables Gerät wegwerfen, nur weil es für mehr Geld ein schnelleres gibt?

        Außerdem kann man Geräte auch haltbar bauen (keine 2 Glasscheiben, umlaufender abpolsternder Rand, ...) und pfleglich behandeln.

        Ich hab bisher kein Handy in die Reparatur bringen müssen und fast alle liefen 6 ... 10 Jahre bei täglichem Gebrauch.
      • Von Bios-Overclocker Software-Overclocker(in)
        Nach 5 Jahren reparieren

        Bis dahin gibt es doch schnellere und modernere Geräte, also ab in die Tonne
      • Von OldboyX Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Pu244
        Tja, ist halt eben die Frage wie. An den Reparaturen liegen die 20 Monate jedenfalls nicht, da sich der Medianwert noch in der Garantie befindet.
        Gewährleistung gilt ab 6 Monaten Beweislastumkehr und Garantie deckt so gut wie gar nix ab. Akkus sowieso nicht, weil Verschleißteile und ein kaputtes Display sicher auch nicht. Das wird man wohl immer irgendwie "selbst verschuldet" haben. Also die Garantie ist da wirklich kein Argument.

        Zitat von Pu244
        Geplante Obsoleszenz hat einen großen Nachteil: die Leute müssen wieder bei dir kaufen. Wenn das Ding nach 5 Jahren kaputt geht, dann sagen die ehemaligen Kunden "den Müll kaufe ich nie wieder und gehen einfach zur Konkurrenz.
        Wenn das wahr wäre, dann würden Leute auch politischer Parteien aufgrund ihrer falschen Versprechen abwählen. Du weißt wohl eigentlich ganz genau, dass der Mensch so nicht tickt, hoffe ich. Nach 5 Jahren kauft er genau denselben Billigkram von demselben Hersteller. Der einzige Grund warum wir überhaupt eine gesellschaftliche Ordnung haben mit Gesetzen usw. ist übrigens, dass der einzelne, wenn man ihn nach Gutdünken gewähren lässt, sich eben nicht mehrheitlich sonderlich klug verhält. Da braucht es schon etwas Anleitung.

        Zitat von Pu244
        Jetzt sind wir beim Kapitalismusbashing. Nicht der böse Kapitalismus oder die westliche Welt zwingen die Leute dazu, sich ständig neues Zeug zuzulegen, die Leute machen das selbst. Dass wir heute in einer Welt leben, in der die Bedürfnisse der Leute gestillt werden, ist eine tolle Sache. Es sind die Leute, die sich ändern müssen, aber nicht mit irgendwelchen Verboten, die am Ende wieder nur die Armen treffen.
        Kapitalismus braucht Rahmenbedingungen. Sind diese zu lasch, ist er für die breite Masse schädlich. Sind diese zu stark, so kann gibt es Stagnation und Lethargie. Der Mittelweg macht es, aber nach dem Vorbild von UK und US haben wir diesen vor ca. 35? Jahren verlassen und zu viel dereguliert. Die Folgen sind gerade für die von dir angeblich durch den Kapitalismus beschützten Armen verheerend. Leider ist eine differenzierte Sichtweise auf das Spektrum zwischen einem Staat der alles kontrolliert und keinem Staat, sondern einem reinen Kapital/Marktgesetz mit Menschen schwierig zu besprechen, da die meisten (so wie du mit dem Kommentar) nur in Schulladen stecken. Entweder man ist Kapitalist oder Kommunist. Für all-out Liberalismus kann nur derjenige sein, der oben schwimmt.

        Zitat von Pu244
        Die Verordnung ist relativ sinnvoll und wird die Kosten nahezu nicht erhöhen (man kann die Ersatzteile aus Gebrauchtgeräten gewinnen). Im übrigen gibt es in anderen Ländern ähnliche Bestrebungen. Die USA gehen da wohl sogar weiter.
        Genau, aber wir brauchen mehr davon und teilweise noch deutlich strengere.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Pu244
        Jetzt sind wir beim Kapitalismusbashing. Nicht der böse Kapitalismus oder die westliche Welt zwingen die Leute dazu, sich ständig neues Zeug zuzulegen, die Leute machen das selbst.
        Wenn das Kleinhirn die Oberhand gewinnt, hat der Verstand keine Chance.
        Und 88% aller Kaufentscheidungen werden mit dem Kleinhirn getroffen, hörte ich mal im Marketing-Seminar.
        Stimmt genau.
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