15 Jahre The Witcher 2: Gratulation an CD Projekt Red, Über-Sampling und die RED-Engine
Am 17.05.2011 erschien mit The Witcher 2: Assassins of Kings der zweite Teil der Witcher-Reihe von Entwickler CD Projekt Red. PCGH gedenkt dem zweiten Witcher und der damals "legendären" RED-Engine.
Kaum zu glauben, aber es ist bereits 15 Jahre her, dass der polnische Entwickler CD Projekt Red The Witcher 2: Assassins of Kings veröffentlichte. PCGH erinnert sich an das wegweisende Action-Rollenspiel.
Techniktest zu The Witcher 2
Der damalige Techniktest zu The Witcher 2 ist wie eine kleine Zeitreise. Wir erinnern uns: Bei The Witcher 1, das 2007 erschien, nutzte man die von Bioware lizenzierte Aurora-Engine, die in Neverwinter Nights zum Einsatz kam. Die Entwickler tauften ihre für The Witcher 2: Assassins of the Kings neu entworfene Engine auf den Namen "Tsood" (polnisch "Cud", Wunder) - im Grafikmenü hieß sie dann "RED". Diese wurde auch für Konsolen entwickelt und basierte auf DirectX 9.
Zu den integrierten Middlewares zählten unter anderem die Musik-Bibliothek FMOD, Speedtree für die Vegetationsdarstellung oder die Path-Engine für die Wegfindungsintelligenz. Die Berechnung der Physik übernahm Havok von der gleichnamigen Intel-Tochter, das Nvidia-Logo spricht für "The Way It's Meant To Be Played". Wie PCGH-Leser wissen, kam die RED-Engine unter anderem noch bei The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 zum Einsatz; für kommende Spiele ist man aber auf die Unreal Engine 5 gewechselt.
Für Details zur Technik in The Witcher 2 empfehlen wir den originalen Techniktest. Die PC-Version beeindruckte damals mit Grafikfeatures wie einem aufwendigen Bokeh-Depth-of-Field, Ambient Occlusion, schicker HDR-Beleuchtung, hochauflösenden Texturen und tollen Charaktermodellen. Letztere bestanden nun aus bis zu 20.000 Polygonen - in The Witcher 1 waren es gerade einmal rund 800 - und waren modular aufgebaut. Gefürchtet war damals aber "Über-Sampling", eine vierfache Supersampling-Kantenglättung mit geordnetem Muster (2 × 2 OGSSAA), welche auch die schnellsten Grafikkarten in die Knie zwang. Auch mit Patch 1.1 wurde die Situation nicht wirklich besser. Vor allem in Bewegung war die Bildqualität mit Über-Sampling jedoch "superb".
Getestet wurden damals übliche Grafikkarten wie die Geforce GTX 580 oder GTX 570, eine Radeon HD 6970/6950 oder eine HD 5870. Unser Fazit damals lautete:
Auch damalige Prozessoren mussten sich bei The Witcher beweisen. Den CPU-Hunger des Hexers prüften wir mit dem auf 4 GHz übertakteten Core i7-860 des Grafikkarten-Systems. Im Vergleich zu The Witcher 1, das sich nur für einen CPU-Kern interessierte, legte Teil 2 kräftig zu und lief "selbst mit vier Kernen noch flotter als mit drei (ahoi Konsolen-Markt!)".
Der Sprung von Dual- auf Quadcore belief sich auf knapp 50 Prozent. Angesichts von 32 Fps im Mittel bei zwei Kernen empfahlen wir damals einen "schnellen Vierkerner im Bereich von 3,0 GHz oder höher". Ein nachgereichtes AMD-System mit sechs Kernen zeigte ein ähnliches Ergebnis mit bzw. ohne SMT: Ein Phenom 2 X6 1090T schaffte mit der Geforce GTX 580 und sechs Kernen im Mittel 37 Fps. Bei vier Kernen blieb die Bildrate ebenfalls bei 37 Fps. Es gab also in unserem Benchmark keine Vorteile durch CPUs, die mehr als vier Kerne ("echte" oder "virtuelle") hatten.
Quelle: PC Games Hardware
The Witcher 2: CPU-Kerne im Vergleich
The Witcher 2: Wie war das Gameplay?
Und was sagte PCGH zum Gameplay von The Witcher 2? Gelobt wurde im Test zu The Witcher 2 vor allem die "fantastisch inszenierte Hintergrundgeschichte". Da der Spieler die "erwachsene Story" beeinflussen konnte, erhöhte sich nicht nur der Wiederspielwert, man tauchte "auch sehr tief in das Geschehen ab und identifizierte sich mit dem, salopp gesagt, verdammt coolen Geralt von Riva". Dazu kamen "interessante sowie facettenreiche Charaktere und gut geschriebene Dialoge mit vielen witzigen Passagen"; die vielen Zwischensequenzen "mit ordentlicher akustischer Untermalung werteten die atmosphärische Inszenierung weiter auf". Gerade die dramatische Inszenierung, die ausdrucksstarken Charaktere, die Grafik und nicht zuletzt die erwachsene Thematik beeindrucken und legen die Genre-Messlatte sehr hoch.
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Ich sehe nicht das W3 weniger stark ist in den genannten Punkten, geschweige denn oberflächlich.
Zusätzlich geht die, vermeintliche bessere, Komplexität der Welt in Teil 2 völlig unter, weil man von etwa den Krieg und seinen Auswirkungen auf das umgebene Land kaum etwas zu spüren bekommt.
Schlicht, weil man von diesem Land immer nur ein paar Meter zu sehen bekommt.
Ab hier wirds dann schon lächerlich aus meiner Sicht. Als ob ein TW3 nicht gut erzählt wäre.
Es handelt sich immer noch um TW2, nicht um ein hochgradig komplexes Spiel.
Es ist und bleibt trotzdem ein Action-RPG.
Es gibt genau 1x eine wirkliche Entscheidung zu treffen, danach sind es nur noch Nebensächlichkeiten.
Ich sehe da keinen unbegrenzten Wiederspielwert.
Doch, mir geht es um eine riesige offene Welt, denn diese vermittelt Glaubwürdigkeit.
Ständige Begrenzungen und plötzliche wundersame Reisen von einem Ort der Handlung zum nächsten, sind für mich keine glaubwürdige und immersionsfördernde Umsetzung.
TW2 wirkt wie ein Gothic, daß den Raum der Bewegung künstlich einschränkt.
Im Gegensatz zu Gothic, gibts dafür aber keinerlei logische oder im Kontext der Geschichte passende Erklärung.
Wenn das für dich intelligente Spieler voraussetzt, dann gehöre ich gerne nicht dazu.
Auf weitere Kommentare dazu werde ich nicht mehr eingehen.
Die Grafik war top und ist gut gealtert, kann man sich heute noch geben.
Die Belagerung der Burg extrem gut gemacht optisch, besser wie Braveheart (Film) etc.
Level waren etwas arg schlauchig aber Teil 3 war mir auch ein Tick zu Groß.
Ich sehe nicht das W3 weniger stark ist in den genannten Punkten, geschweige denn oberflächlich.
Zusätzlich geht die, vermeintliche bessere, Komplexität der Welt in Teil 2 völlig unter, weil man von etwa den Krieg und seinen Auswirkungen auf das umgebene Land kaum etwas zu spüren bekommt.
Schlicht, weil man von diesem Land immer nur ein paar Meter zu sehen bekommt.
Es ist und bleibt trotzdem ein Action-RPG.
Ich sehe da keinen unbegrenzten Wiederspielwert.
Ständige Begrenzungen und plötzliche wundersame Reisen von einem Ort der Handlung zum nächsten, sind für mich keine glaubwürdige und immersionsfördernde Umsetzung.
TW2 wirkt wie ein Gothic, daß den Raum der Bewegung künstlich einschränkt.
Im Gegensatz zu Gothic, gibts dafür aber keinerlei logische oder im Kontext der Geschichte passende Erklärung.
Wenn das für dich intelligente Spieler voraussetzt, dann gehöre ich gerne nicht dazu.
Amhand der Verkaufszahlen denke ich allerdings, daß viele es anders sehen.
Klar, dass viele jüngere Spieler Witcher 3 lieber mögen, es ist zugänglicher, visuell beeindruckender und die offene Welt bietet einfach mehr Freiheit zum Erkunden. Witcher 2 wirkt dagegen älter, linearer und fordert mehr Aufmerksamkeit für die Story. Das ist völlig legitim. Aber genau das ist das Problem: Je mehr junge Spieler diese zugänglicheren, aber narrativ weniger komplexen Spiele bevorzugen, desto mehr orientieren sich Studios daran. Am Ende verlieren wir dadurch die anspruchsvolleren Stories – nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie weniger verkaufen.
Witcher 2 ist einfach ein Meisterwerk der Story-Erzählung. Die verzweigten Narrativen, wo deine Entscheidungen wirklich Konsequenzen haben, die moralischen Grautöne ohne klare 'richtig' oder 'falsch' – das ist Gaming auf höchstem Niveau. Die Charaktere sind vielschichtig, die Dialoge intelligent geschrieben, und die zwei völlig unterschiedlichen Akte je nach deinen Wahlen geben dem Spiel unbegrenzte Wiederspielbarkeit. Es geht nicht um eine riesige offene Welt, sondern um echte Tiefe und Respekt vor der Intelligenz des Spielers. Das ist, was moderne AAA-Titel vergessen haben.