The Elder Scrolls: Blades ausprobiert auf der E3 2018 - ein Bethesda-Rollenspiel für die Hosentasche
Vor drei Jahren veröffentlichte Bethesda das Mobilspiel Fallout Shelter. Das eigentlich nur als Marketing-Gag gedachte Spiel fand bis heute 120 Millionen Spieler. Kein Wunder, dass Bethesda jetzt mit einem vollwertigen Elder-Scrolls-Titel nachziehen will: The Elder Scrolls: Blades soll die typischen Elemente eines Bethesda-Rollenspiel im deutlich kleineren Formfaktor unterbringen.
Scherzte Todd Howard, Designchef der Bethesda Game Studios, auf der firmeneigenen E3-Pressekonferenz noch über Skyrim-Versionen für Alexa und Kühlschränke mit Smart-Display, legte er kurz darauf dann doch noch einen Titel für kleine und kleinste Bildschirme nach. The Elder Scrolls: Blades ist ein Rollenspiel für Smartphones, Tablets und mobile VR-Systeme und soll auch für den PC erscheinen. Wir konnten Blades auf der E3 in Los Angeles auf einem iPhone X anspielen.
Zaubern und Schwertschwingen
Der erste Eindruck: Die Optik des Mini-Elder-Scrolls ist schick und scrollt butterweich - wenn man mit dem Finger auf den gewünschten Zielpunkt tippt. Fortwährendes Bewegen ist ohne ein eigens angeschlossenes Dual-Stick-Gamepad nicht drin. Gezaubert wird per Tippen auf den ausgerüsteten Blitzspruch, mit einer Eisrüstung nehmen Angreifer zusätzlichen Schaden.
Das Zuhauen funktioniert auf dem iPhone per Fingerdruck auf den Gegner. Dann warten wir darauf, dass sich ein Angriffskreis golden färbt und lassen dann den Bildschirm los, woraufhin wir unser Schwert schwingen. Leider ist es (noch?) nicht möglich, auf verschiedene Bereiche des Gegners zu zielen. Mit einem Block parieren wir gegnerische Angriffe, mit einem Schildsturm knallen wir den Feinden unseren Schild vor die Rübe.
Im Wald und im Gewölbe
Zwei Bereiche warten auf ihre Erkundung. In einem Wald geben wir Riesenspinnen Saures und pirschen uns an ein Koboldlager heran, dessen Bewohner auf eine Abreibung warten. Nachdem wir den Anführer vermöbelt haben, ist dieser Teil der Demo beendet. In einer Burg geht es durch zahlreiche Korridore und Gewölbe. Hier sind es Skelettkrieger, Ratten und anderes Gesocks, die Eindringlinge am liebsten zum Frühstück verputzen.
Von den vertikalen und horizontalen Angriffen, die auf der Pressekonferenz erwähnt wurden, ist in der Demo noch nichts zu sehen. Wir erledigen die meisten Gegner mit einem eröffnenden Schlag, gefolgt von einem Blitzzauber und dann einem abschließenden Schildsturm. Sollte der Gegner immer noch ein paar Gesundheitspunkte übrig haben, kloppen wir erneut zu. Mehr als ein Gegner gleichzeitig wartet nie auf eine Abreibung.
Zuhauen und Zuhause
Inventar und Charakterbogen bleiben in der Demo außen vor - wir finden keine neuen Gegenstände und Waffen zum Ausrüsten und der nächste Stufenaufstieg liegt ebenfalls in weiter Ferne. Neben dem ausprobierten, Abyss genannten Spielmodus soll Blades im Arenamodus noch Duelle gegen andere Spieler bieten.
The Town nennt sich der Städtebau-Part, in dem wir als Mitglied der namensgebenden Klingen - die besten Agenten Tamriels - in unser zerstörtes Heimatdorf zurückkehren. Unsere Aufgabe: das Dorf wiederaufzubauen, dabei seine "Erfahrungsstufe" zu steigern, und damit neue NSCs freizuschalten. Wir dürfen sogar das Zuhause unserer Freunde besuchen, die ebenfalls in Blades unterwegs sind.
Kostenloses Abenteuer
The Elder Scrolls: Blades soll ab Herbst kostenlos für die oben erwähnten Plattformen erscheinen. Weil wir in den beiden Umgebungen nicht nur Goldmünzen, sondern auch in deutlich geringerer Stückzahl grün leuchtende Diamanten aufgesammelt haben, mutmaßen wir einmal, dass es ähnlich wie in Fallout Shelter auch in Blades eine optionale Bezahloption geben wird.
Cool: Alle Versionen sollen sich miteinander verbinden können - etwa zu den Arena-Kämpfen und den Hausbesuchen. Damit Sie auch auf der Arbeit, in Meetings und höheren Erziehungsanstalten heimlich Blades spielen können, lässt sich das Spiel sowohl mit horizontal als auch vertikal gehaltenem Smartphone erleben.
Fazit: The Elder Scrolls: Blades
The Elder Scrolls: Blades ist prinzipiell eine spannende Sache: Ein Elder-Scrolls-Rollenspiel für unterwegs füllt die Lücke im Leben aller Bethesda-Fans, die Skyrim schon ein halbes Dutzend mal auf ebenso vielen Systemen durchgespielt haben.
Und es ist in aller Einfachheit schon jetzt seltsam suchterregend: Obwohl es bei unserer E3-Demo um nichts ging, kamen wir nicht darum herum, jeden einzelnen Krug zu zerschlagen und jeden einzelnen Gegner zu meucheln, um Gold und Diamanten einzusammeln.
Sind einmal alle angekündigten Rollenspielsysteme und -funktionen implementiert, könnte dieser Suchtfaktor exponenziell ansteigen. Wer jetzt noch keine Powerbank für sein Smartphone hat, sollte sich sie sich also besser bis zum Herbst besorgen.

Zumindest im Apple App Store gibt es bei verschiedenen Titeln auch Premium Käufe, heißt man bezahlt einmal und hat dann das vollständige Spiel ohne In-App Käufe.
PS:
Zudem wird z.B. in den Charts angezeigt, welche Games In-App Käufe anbieten und welche nicht.
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Ich konnte mich ja noch nie fürs Mobile Gaming begeistern und daran war meistens die Implementierung der bezahlten Inhalte Schuld. Ich bin mal gespannt, wie das hier implementiert wird.
Solche Projekte zeigen mMn die zunehmende Wichtigkeit des mobilen Marktes.