Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn

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Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn
Quelle: Activision

Wissenschaftler aus Kanada haben nach einer vierjährigen Studie die These aufgestellt, dass das Spielen von Ego-Shootern den Verlust von Hirnzellen im Hippocampus fördern soll. Dies könnte neurologische Krankheiten wie Alzheimer oder Depressionen auslösen. Die Studie ist jedoch unter anderen Wissenschaftler umstritten.

Kanadische Wissenschaftler der Universität Montreal glauben nach einer vierjährigen Studie Indizien gefunden zu haben, dass das Spielen von Ego-Shootern wie Call of Duty oder anderen Titeln den Verlust von Hirnzellen fördern soll. Dabei soll ein Verlust der Grauen Substanz im Hippocampus festgestellt worden sein, der für das Raumgedächtnis und Erinnerungsvermögen zuständig ist. Dies könnte neurologische Krankheiten wie Alzheimer, Depressionen oder posttraumatisches Stresssyndrom begünstigen oder auslösen.

Die Wissenschaftler Gregory West und Véronique Bohbot ließen zunächst für ihre Studie 97 Nichtspieler-Probanden durch ein virtuelles Labyrinth irren, um herauszufinden, zu welchem Orientierungslerntyp die Teilnehmer gehören. Wer sein Raumgedächtnis anhand von Orientierungspunkten und Umgebungsmarkern nutzt, ist ein "Spatial-Learner". Die "Response-Learner" hingegen merken sich intuitiv unbewusste Muster wie die Abfolge von Links- und Rechtsabzweigungen. Die letzte Gruppe war mit einem Anteil von 85 Prozent die weitaus größere.

Daraufhin wurden die Probanden zwei Gruppen zugeteilt. Die eine Gruppe sollte 90 Stunden lang nur Ego-Shooter wie Call of Duty, Killzone, Medal of Honor und Borderlands 2 spielen. Die andere Gruppe sollte für denselben Zeitraum nur 3D-Plattformer wie Super Mario spielen. Während bei First-Person-Shootern das intuitive Abfragen von erlernten Mechanismen im Vordergrund steht, ist bei 3D-Plattformern der Orientierungssinn mehr gefragt.

Die Ergebnisse der Untersuchung der Versuchspersonen zeigte, dass sich bei den Shooter-Spielern die Graue Masse im Hippocampus verringerte. Und das nur bei den Response-Learnern. Da der Hippocampus nicht zur Orientierung genutzt wurde, verkümmerte dieser. Laut West könnte das dann zukünftig zu Erkrankungen wie Alzheimer, Depressionen oder posttraumatischem Stresssyndrom führen. Bei alle Probanden, die ausschließlich die 3D-Plattformer spielten, konnte hingegen eine Zunahme des Hippocampus nachgewiesen werden - unabhängig vom Lerntyp.

Die Studie ist jedoch unter anderen Wissenschaftler umstritten. Sie übten Kritik an der Durchführung der Studie und der daraus gewonnenen Erkenntnisse. West selbst räumt ein, dass Langzeitstudien geführt werden müssten, um einen Beleg für seine These zu ermöglichen. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, der könnte versuchen, seinen Shooter-Konsum einfach durch ein paar Stunden 3D-Plattformer wie dem kommenden Super Mario Odyssey zu kompensieren.

Quelle: CBC, Telegraph

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    • Kommentare (65)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Neo1972 PC-Selbstbauer(in)
        Wer säuft schädigt sein Hirn auch und man täglich solchen Müll vorgesetzt bekommt trägt das auch nicht zum Erhalt der Zellen bei😏
      • Von Neo1972 PC-Selbstbauer(in)
        Wer säuft schädigt sein Hirn auch und man täglich solchen Müll vorgesetzt bekommt trägt das auch nicht zum Erhalt der Zellen bei😏
      • Von HenneHuhn Lötkolbengott/-göttin
        AW: Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn

        Und wieder das gleiche Problem wie überall, wenn in Boulevard-Medien über irgendwelche Studien berichtet wird:
        Die nicht fachkundigen Redakteure lesen irgendwo eine Zusammenfassung oder kriegen eine Agenturmeldung rein, die sie dann wiederum entsprechend ihres eigenen Verständnisses und dem vermuteten Level der Leserschaft runterbrechen. Rauskommen tut dann meist totaler Müll, der null mit der Studie zu tun hat.

        Wer sich schon einmal mit wissenschaftlichen Studien im Original beschäftigt hat, weiß wie vage die geschrieben sind. Mit einer Studie allein kann man rein gar nichts beweisen, höchstens Indizien sammeln. Um auszuschließen, dass das ganze an Faktoren liegt, die mit dem Untersuchungsgegenstand nichts zu tun haben, muss man weitere Studien abwarten. Irgendwann kann man dann mal eine Hypthose formulieren. Der wissenschaftliche Prozess ist langsam und vorsichtig - nicht zuletzt, weil man sich nicht die eigene Reputation in der wissenschaftlichen Fachcommunity versauen will.

        Aber die Boulevardmedien hauen dann, aus eigenem Unverständnis und um der sensationellen News wegen, irgendwelche Räuberpistolen raus. Und Leute, die sowieso nichts wahrhaben wollen, was ihnen nicht in den Kram passt, haten dann gegen die Wissenschaftler ab. Jedes Mal auf's Neue ein Trauerspiel.
      • Von Sir Demencia Freizeitschrauber(in)
        AW: Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn

        Wie schon weiter oben von mir beschrieben. ich zitiere mich einfach mal selbst:

        "So, wie hier und in den beiden Quellen vorgestellt, kann man bestenfalls eines damit machen. Das ganze auf Papier ausdrucken. Aber bitte auf weichem Papier. Und dann seiner körperöffnungsreinigenden Bestimmung zuführen."

        Heisst, mit dieser Studie kann man sich so, wie sie hier beschreiben ist, nur den Allerwertesten abwischen. Zu mehr taugt es nicht.Und ich beschäftige mich beruflich ziemlich intensiv mit unseren grauen Zellen, ihren Funktionen und all dem was Einfluss auf sie hat.
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn

        Zitat von ch1ckendude
        Und zudem sind Kanadier auch komisch: es gibt eine Studie von denen die erklärt das Internet Explorer Nutzer dümmer sind als anderen Webbrowsers Nutzer. Dazu muss man nichts mehr hinzufügen
        Immerhin beschäftigt man sich dadurch mit anderen Browsern (Umstellungen der GUI/Veränderungen), ggf. Plugins und eventuell Einstellungen und Installation von Programmen (spricht anderer Browser), anstatt das vorgesetzte einfach kommentarlos zu nehmen.
        Wenn ich an den IE bzw. Edge und das integrierte Flash denke (wobei viele nicht einmal wissen was das ist, samt den ganzen Sicherheitslücken), das noch die ganzen Zombies benutzen, weil sie sich damit nicht auseinandersetzen, wird mir übel.
      • Von ch1ckendude Kabelverknoter(in)
        AW: Umstrittene Studie: Wer viel Ego-Shooter spielt, schädigt angeblich sein Gehirn

        Theoretisch müsste man auch nachschauen wer die Studien finanziert: es gibt ja auch Studien die besagen das Zigaretten gesund sind, komischerweiße werden diese von Zigaretten-Firmen unterstützt oder z.B. Studien über Diesel-Motoren die besagen dass es gar keine Verschmutzung gibt, diese werden auch komischerweiße von VW und Audi unterstützt. Wahrscheinlich nur ein Zufall! (Sarkasmus-Schild für die etwas seriöseren Lesern)

        Und zudem sind Kanadier auch komisch: es gibt eine Studie von denen die erklärt das Internet Explorer Nutzer dümmer sind als anderen Webbrowsers Nutzer. Dazu muss man nichts mehr hinzufügen
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