ZDF schießt gegen Netflix: Lineares Fernsehen häufiger genutzt
Auf der virtuellen Fiberweek erklärt Robert Amlung, der Leiter Digitale Strategie beim ZDF, dass das lineare Fernsehen immer noch mehr genutzt wird als Streamingdienste wie Netflix.
Am 14. Oktober war es soweit und etliche Vertreter von Branchengrößen haben sich virtuell bei der Konferenz Fiberweek über die aktuelle Situation im deutschen TV-Markt ausgetauscht. Plattformen wie Netflix haben den Markt der Bewegtbilder zwar unübersichtlicher gemacht, das lineare Fernsehen jedoch dominiere nach wie vor, meint zumindest Robert Amlung, Leiter Digitale Strategie beim ZDF. Inhaltlich sieht Amlung keine Gefahr von Streamingdiensten, da bei Netflix "immer mehr vom Gleichen kommt". Es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, "die Überlebensfähigkeit von kleineren Sprachen und Kulturen in Europa" zu sichern. Einfach alte Sendungen aus dem Archiv zu zeigen, geht hingegen nicht mehr.
RTL will Geschäftsmodell Werbung weiter schützen mit Live-Übertragungen
Was Amlung jedoch nicht sieht ist, dass gerade bei Streaming-Portalen wie Netflix auch sehr spezielle Zielgruppen eine Fülle an Sendungen finden. Dies können Inhalte sein, die aufgrund ihrer relativ kleinen Zuschauerzahl kein herkömmlicher TV-Sender zeigen würde. Schließlich geht es bei allen TV-Sendern hauptsächlich um die Reichweite, gerade bei privaten Sendeanstalten, wie RTL. Wie Cornelius Schauer, Ressortleiter Plattformgeschäfte der Mediengruppe RTL erklärt, habe sich RTL lange gegen zeitversetztes Fernsehen gewehrt, um das Geschäftsmodell Werbung zu schützen. Mit dem Verkauf von Werbeplätzen zu verschiedenen Tageszeiten und innerhalb einer Sendung finanzieren sich privatwirtschaftliche TV-Sender. Für dieses Kerngeschäft werden Events, Live-Formate und Sportsendungen wichtiger werden, um eben möglichst eine breite Zielgruppe vor den TV zu locken. Der kostenpflichtige Streamingdienst TVnow wird aber auch immer wichtiger für RTL.
Die Aggregationsplattform Joyn von der TV-Sendergruppe ProsiebenSat1 und von Discovery hingegen sieht seit dem Marktstart vor rund anderthalb Jahren, dass gerade die jüngere Zielgruppe nicht mehr lineares TV ansieht, sondern es genießt, Inhalte online zeitversetzt abrufen zu können. Alternativ ist es aber bei Joyn möglich, auch das Live-TV über die Internetleitung zu streamen, was immerhin die Hälfte aller Nutzer von Joyn macht, so die Leitern der Abteilung Partnerschaften und Geschäftsentwicklung, Constanze Gilles. Die Idee bei Joyn ist es, dass mehrere unterschiedliche TV-Sendeanstalten und Video-Dienste auf einer einzigen Plattform abrufbar sind. RTL hingegen weigert sich, bei Joyn mitzumachen. Im Gegensatz dazu sind neben Prosieben, Sat1, Kabel Eins auch Sport1, Eurosport und alle öffentlich-rechtlichen TV-Sender bei Joyn vertreten.
Laut Deutscher Telekom ist zeitversetztes Fernsehen längst Realität
Ebenfalls eine Aggregationsplattform will die Deutsche Telekom mit Magenta TV offerieren. Jörg Richartz, der beim Bonner Unternehmen für die Geschäftsentwicklung und die Strategie verantwortlich ist, ist sich sicher, dass man bereits in der Welt des non-linearen Fernsehens angekommen sei. Immer mehr Sendungen werden neben dem TV-Receiver auch über mobile Endgeräte angesehen, daher sollte es das Ziel sein, Smartphones und Co. stärker mit anderen Geräten wie dem TV vernetzen zu können, damit man nahtlos zwischen unterschiedlichen Geräten wechseln kann.
In Deutschland etwa nutzten im Jahr 2019 82 Prozent der 14 bis 29-Jährigen Bundesbürger einen Video-Streamingdienst, wie die Onlinestudie 2019 von ARD und ZDF ermittelt hat. 67 Prozent der Nutzer dieser Altersgruppe schauen wöchentlich bevorzugt bei Plattformen ausländischer Anbieter wie Netflix. Für einen monatlichen Betrag erhält der Kunde Zugriff auf eine Bibliothek mit mehreren tausend Filmen, die er sich jederzeit ansehen kann. Allerdings wird die Auswahl der Filme immer wieder verändert, da es vor allem lizenzrechtliche Vereinbarungen gibt, wie lange ein Inhalt bei einem Streamingdienst abrufbar ist.
Ebenfalls lesenswert: ARD empfiehlt lineares TV statt Video-Streaming in Coronakrise
Sammlung zum Zweikampf TV-Sender gegen Streamingdienste:
- Am 14. Oktober war es soweit und etliche Vertreter von Branchengrößen haben sich virtuell bei der Konferenz Fiberweek über die aktuelle Situation im deutschen TV-Markt ausgetauscht.
- Es sei Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, "die Überlebensfähigkeit von kleineren Sprachen und Kulturen in Europa" zu sichern, so der Sprecher des ZDF.
- RTL hat sich lange gegen zeitversetztes Fernsehen gewehrt, um das Geschäftsmodell Werbung zu schützen. Mit dem Verkauf von Werbeplätzen zu verschiedenen Tageszeitungen und innerhalb einer Sendung finanzieren sich privatwirtschaftliche TV-Sender. Für dieses Kerngeschäft werden Events, Live-Formate und Sportsendungen wichtiger werden.
- Streamingdienste werden jedoch immer häufiger genutzt, wie eine Onlinestudie von ARD und ZDF aus dem Jahr 2019 zeigt. 67 Prozent der Nutzer von Video-Streamingdiensten zwischen 14 bis 29 Jahre schauen wöchentlich bevorzugt bei Plattformen ausländischer Anbieter wie Netflix.
Quellen: Heise, ARD-ZDF-Onlinestudie

Dann hofft mal, das euch die Rentner niemals aussterben...
Dann hofft mal, das euch die Rentner niemals aussterben...
Dieses keine "Lust" darauf einzugehen, ist eher das übliche ich hab keine Argumente und verzieh mich jetzt lieber mal schnell, wie man es von euch zu Hauf kennt.
Der ÖR als Informationsquelle ist aber auch sehr dürftig... Da wird auch festgelegt, welche Infos man zu bekommen hat und welche nicht und wer sich darauf verlässt ist meiner Meinung nicht anders wie die Leute in der DDR, die alles brav ihrem Regime geglaubt haben. (das ist im übrigen nicht an dich gerichtet, aber du hast dich hier zum zitieren als Ergänzung gut angeboten)
Dann kannst DU doch auch einfach dafür bezahlen, wenn DU das sehen möchtest und musst nicht die ALLGEMEINHEIT dafür bezahlen lassen. Würde dich dann halt vermutlich 30€ im Monat kosten und das möchte der ÖR Konsument natürlich nicht, lieber von Leuten die kein Interesse an dem "Qualitätsfernsehen" haben schön Gebühren abpressen.
Gut recherchiert, das ich nicht lache... offensichtlich lebst du in einem parallel Universum. Bestes Beispiel Thema Trump, sich da einfach dann mal einer englischen original Quelle berauben und sich dann nach dem Lesen die Frage stellen, ob die ÖR vielleicht die Quellen verwechselt haben...
Aber wie oben schon erwähnt, kannst auch DU doch gerne dafür bezahlen, aber lass uns mit dem Mist in Frieden.
Ganz genau, deswegen könntest du doch auch 50€ dafür im Monat berappen. Aber das wäre dir vermutlich zu teuer, lieber in schöner linker Manier die anderen dafür bezahlen lassen.
Welcher Gegenwert soll das sein? Billigste Propaganda... Wenn es dir das wert ist, dann bezahle dafür und bitte nicht andere dafür zur Kasse. Das ist nämlich ein recht undemokratisches Verhalten und gehört eher in Staaten wie die DDR, die es zum Glück nicht mehr gibt.
Bei rechtslastiger, auch verfassungsfeindlicher Propaganda wären die 15% sicher zufrieden und würden nicht klagen. Wieso allerdings kritisiert wird, obwohl selbst die AFD im Sender empfangen wird sollte einem zu denken geben. Wir sollten mit diesen Leuten nicht die Geschichte widerholen an der wir heute noch zu knabbern haben. Daß sie im Bundestag sitzen ist schon eine Zumutung zuviel. Und nun wollen sie noch einen Sender der ihre undemokratischen und unmenschlichen Verlautbarungen verteilt.
Da man sie als Gefährder einstufen könnte wäre das den meisten sicher zuviel.