Twitch vs. Mixer: Twitch nun mit drei weiteren Exklusiv-Deals
Twitch reagiert auf das Abwerben von Streamern durch Microsofts Mixer nun selbst mit zeitlichen Exklusivverträgen. Gleich drei Streamer wurden für einen nicht näher genannten Betrag an die Plattform gebunden.
Viele wünschen sich einen ernstzunehmenden Konkurrenten für Youtube, um die Plattform zur "Räson zu bringen". Was bei den On-Demand-Anbietern aber nicht so schnell zu kommen scheint, ist bei dem Streaming-Diensten schon deutlich kompetitiver. Zwar mag Mixer noch immer belächelt werden, aber Microsoft war willens, viel Geld in die Hand zu nehmen, und lotste Ninja und Shroud von Twitch weg hin zu einem Exklusivvertrag mit Mixer. Wie sinnvoll das - auch ökonomisch gesehen - gewesen ist, mögen sie in Redmond beurteilen.
Es führte jedoch dazu, dass Microsoft am Käfig von Twitch rüttelte und da war man offenbar auch aufgeschreckt. Denn die Amazon-Tochter sah sich nun selbst offenbar genötigt, langfristige Exklusivverträge zu schließen. Drei größere Zugpferde haben sich darauf eingelassen: Tim the Tatman, Dr. Lupo und Lirik haben sich langfristig an Twitch gebunden. Über die finanziellen Vereinbarungen wurde natürlich nicht gesprochen, aber insbesondere bei Lirik dürfte schon ein größerer Betrag geflossen sein.
Passend zum Thema:
- Mixer: Microsoft holt Michael "Shroud" Grzesiek exklusiv an Bord
- Microsoft-Exklusiv-Deal: Ninja von Twitch zu Mixer gelotst
Die Profiteure vom Schlagabtausch zwischen Mixer und Twitch sind ganz klar die großen Streamer, denen solche Verträge angeboten werden. Durch die Beteiligung an den Umsätzen liegt den Streaming-Diensten sehr viel daran, dass die Streamer mit vielen Abonnenten nicht wechseln. 50 Prozent gehen von einem Tier-1-Abo zu 5 US-Dollar an Twitch. Bei Tier-2- und Tier-3-Abos ist es prozentual etwas weniger. Und auch an den Cheers verdient Twitch mit.
Dazu kommen die Werbeeinnahmen, die zumindest in Deutschland keine große Rolle spielen werden, denn hier mangelt es meistens an "Inventar", wie es im Fachjargon heißt. Meistens sehen die Zuschauer nur Eigenwerbung für Amazon Prime und das in Dauerschleife.
Interessant wird sein, ob der Höhepunkt des kleinen Schlagabtausches schon vorbei ist oder ob beide Seiten weiter versuchen werden, Streamer noch exklusiver an die Plattform zu binden. Denn generell sind alle Streamer exklusiv bei Twitch - so sieht es der Partnervertrag vor. Allerdings ist das zeitlich nicht begrenzt. Mit den Geldgeschenken werden die Streamer dann auch zeitlich an die Plattform gebunden.
Quellen: Twitter (Tim the Tatman, Dr. Lupo, Lirik)
