Netflix klemmt die Zufallswiedergabe ab
Netflix klemmt die Zufallswiedergabe ab: Die Funktion ist noch gar nicht so alt, hat aber schon wieder ausgedient. Offenbar war der Vorstoß bei den Kunden nicht sonderlich erfolgreich - sagt zumindest der Streaming-Service.
Netflix streicht weiter Funktionen zusammen. Nachdem die Tage bereits Spatial Audio für die kleinen Abos entfallen ist, ist nun die Zufallswiedergabe für alle Kunden entfernt. Kommuniziert wurde das derweil nicht und manch einer vermisst die Funktion vielleicht bereits seit Januar. Wer herausfinden will, was mit der Zufallswiedergabe passiert ist, muss selbst aktiv werden und findet dann in der FAQ von Netflix den entsprechenden Hinweis, so wie es das Wall Street Journal tat und als Erstes darüber berichtete.
Das Ende kam, weil laut Netflix die Funktion kaum jemand genutzt hat. Das klingt schlüssig, ist aber ohne Zahlen kaum zu verifizieren und nur Netflix weiß, wie oft tatsächlich per Zufall ein Inhalt konsumiert wurde. Die Zufallswiedergabe sollte einst dem Effekt vorbeugen, den viele kennen: Man scrollt sich endlos durch das Angebot der Streaming-Services und weiß nicht, was man schauen soll. Im Hintergrund werkelte bei der Auswahl der Algorithmus, um relevante Inhalte anzuzeigen. Das Zufallsprinzip orientierte sich an dem, was der Nutzer bereits gesehen hat. Die KI war aber nicht schlau genug, eine wahllos aus der Mitte gegriffene Folge einer Serie abzuspielen. So konnte es sein, dass man unschön gespoilert wurde. Und auch Bewertungen berücksichtigte Netflix nicht - wenn man explizit Inhalte negativ bewertet hat, wurden die einem mit Pech trotzdem vorgesetzt. Auch globale Messwerte wurden nicht berücksichtigt - etwa die Sehzeit bis zum Ausstieg.
Und so werden wohl die meisten Netflix-Nutzer die Zufallswiedergabe nicht vermissen. Es ist aber Wasser auf den Mühlen der Kritiker, dass Netflix bei schrumpfendem Angebot immer teuer wird, nun das Account-Sharing aktiv angeht und dazu noch Funktionen zusammenstreicht. Auch beim Spatial Audio war der Verlust überschaubar, weil in Deutschland nur wenige Filme damit im Katalog sind, aber Sinn ergibt die Entscheidung keine, denn Spatial Audio nutzt eher denen mit einfachem Set-up und die buchen auch eher nicht den teuersten Tarif.
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Frisst doch kein Brot, oder?
Wer hätte es ahnen können.