Netflix: Verzögerung bei Start der Gebühren für Account-Sharing
Netflix muss die Anleger mit weiteren Verzögerungen beim Start der Gebühren für Account-Sharing vertrösten. Nun soll es im zweiten Quartal mit neuen Ländern weitergehen - konkret genannt wurden nur die USA.
Nachdem Netflix in einigen Ländern bereits Zusatzgebühren für Account-Sharing eingeführt hat, wurde es still um die Maßnahme. Doch sie ist wohl nur aufgeschoben: Im zweiten Quartal 2023 soll es weitergehen, so der letzte Stand, nachdem man ursprünglich sehr viel schneller durchstarten wollte, es aber immer wieder zu Verzögerungen gekommen ist.
Während der Präsentation der Quartalszahlen wurden die USA als nächster Standort konkret genannt. Überdies wollte man sich aber nicht dazu äußern, in welchen Ländern die Zusatzgebühren als Nächstes eingeführt werden. In europäischen Ländern, in denen die Zusatzgebühr für das Account-Sharing bei Netflix bereits gestartet ist, werden 5,99 Euro verlangt. Nerviger ist aber für all jene, die sich an die Nutzungsbedingungen gehalten haben, dass sie nun mit Einschränkungen leben müssen. Mobilgeräte müssen regelmäßig im Heimnetz angemeldet werden, um zu bestätigen, dass man kein Account-Sharer ist. Immerhin gibt es für die Account-Sharer dann Unterkonten, sodass sich die Nutzung sauber trennen lässt.
Werbefinanziertes Abo aufgewertet
Ebenfalls ein Thema war das werbefinanzierte Abonnement von Netflix bei der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse: Das soll aufgewertet werden, künftig zwei gleichzeitige Streams unterstützen und Inhalte in 1080p ausliefern. Wahrscheinlich ist das die Erkenntnis daraus, dass das Angebot bisher nicht attraktiv genug war und es machten bereits Meldungen die Runde, dass der große Erfolg ausgeblieben ist. In den USA nutzt man die Einführung auch für indirekte Preiserhöhungen. Um Werbung vermarkten zu können, braucht man aber Reichweite, denn ohne die sind Werbekunden selten gewillt, Anzeigen zu schalten.
Die Entscheidung lässt allerdings das Basisabo von Netflix schlechter dastehen, das weiter Inhalte in 720p ausliefert, dafür aber den vollen Katalog hat, während das teils über Werbung finanzierte Abo einen eingeschränkten Katalog aus Filmen und Serien hat.
Unspektakuläre Quartalszahlen
Die Zahlen waren übrigens eher unspektakulär. Der Umsatz legte um 4 Prozent zu, der Gewinn ging um 18 Prozent zurück. Die Aussichten sollen stabil sein, was Anleger aber eher enttäuschen wird. Mit den Verzögerungen bei den Zusatzgebühren für das Account-Sharing dürften diese Maßnahmen aber auch erst ab dem dritten Quartal in den Zahlen zu sehen sein. In Summe konnte Netflix im Q1/2023 1,75 Millionen neue Abonnenten finden - es sind jetzt weltweit 232,5 Millionen Nutzer. Analysten zeigen sich davon enttäuscht.
Quelle: Netflix
Was sind die großen Kritikpunkte, die an Netflix bzgl. Monetarisierung immer wieder angebracht werden?
der SD-Tarif sei ein schlechtes Angebot
der UHD-Tarif sei nur dann ein gutes Angebot, wenn auch die mehreren Profile genutzt werden
die Bitrates, besonders bei Material, das nur in LowRes vorliegt, seien zu niedrig. Bei den teureren Tarife gibt es kein Upgrade für LowResMaterial.
Alle diese Kritikpunkte und das ganze mit dem Accountsharing könnte Netflix ganz einfach angehen:
Nicht mehr Auflösungen, sondern Bitrates machen die einzelnen Stufen aus. Und jede Stufe gibt es nur noch mit einem Profil. Genau ein Profil, genau ein gleichzeitiger Stream ist möglich, mehr nicht.*
Auflösung (und Farbtiefe) erhält man immer das Beste, was Netflix bieten kann. Die neue Bitrate beim Mini-Abo liegt dann vielleicht bei 4Mbit, Medium bei 16Mbit, High bei 64Mbit.
Das Miniabo ist dann aber auch wirklich günstig, mit dem langfristigen Ziel, "jeden" abzuholen. (genau wie heute die inoffiziell geteilten Abos) Es erzeugt schließlich auch für Netflix wenig Kosten, liefert aber gleichzeitig eine erstklassige, breite Datenanalysebasis.
*vielleicht sollten sie auch doch Zusatzprofile mit symbolischen Rabatt, 10% oder so, einführen. Möglicherweise gefällt das einfach Usern zu gut, um es ersatzlos zu streichen.