Twitch: Mehr Nacktheit und sexuelle Themen durch "optimierte" Richtlinien - überraschende Lockerungen
Twitch ist bekanntlich schon lange keine reine Streaming-Plattform für Gaming mehr und in Bezug auf sexuelle Themen wurden die Richtlinien jetzt de facto gelockert.
Nachdem Twitch Mitte des Jahres eine Inhaltekennzeichnung für sexuelle Themen eingeführt hatte, habe die Plattform "von Streamern immer wieder das Feedback erhalten", dass die Einstufung von sexuellen Inhalten "verwirrend" und "schwierig zu verstehen" sei, heißt es in der Ankündigung. Daher seien die Richtlinien nun "optimiert" worden, damit Streamer die Regeln richtig verstehen und die Zuschauer darauf vertrauen können, dass sie das gewünschte Erlebnis erwartet, wie Chief Customer Trust Officer Angela Hession mitteilt.
Twitch: Striptease jetzt erlaubt
Die jüngsten Änderungen sehen vor, dass "künstlerische Nacktheit" erlaubt ist, wenn Streamer das Label "sexuelle Themen" verwenden. Dazu gehören auch "erotische Tänze" wie Entkleiden und Striptease, die jetzt auf Twitch erlaubt sind, ebenso wie Twerking, Grinding und Pole Dancing. Diese sollen kontextabhängig nur weiterhin verboten sein, wenn es sich um das "Streamen in Einrichtungen für Erwachsenenunterhaltung" handelt.
Körperbemalung (body painting) ist auf Twitch derweil schon seit einiger Zeit erlaubt, doch die jüngsten Änderungen tragen dazu bei, die Richtlinien einheitlicher zu gestalten, was zu weniger Strafen für Streamer führen wird. Dazu gehört das Schreiben oder Malen auf entblößten Brüsten und Gesäß, unabhängig vom Geschlecht. Gleichwohl sind Inhalte erlaubt, die sich auf fiktionalisierte Körperteile in sexualisierter Form konzentrieren (gezeichnet, animiert oder modelliert). Fiktionalisierte sexuelle Handlungen oder Masturbation sind weiterhin verboten.
Nacktszenen in Spielen und Spiele für Erwachsene sollen von Fall zu Fall behandelt werden, wobei eine Kennzeichnung notwendig ist und die meisten Spiele und Nacktszenen abdeckt, wie zum Beispiel The Witcher 3: Wild Hunt. Spiele, bei denen Nacktheit im Mittelpunkt steht, wie zum Beispiel "Porno Studio Tycoon", sollen weiterhin verboten sein, wozu eine Verbotsliste mit entsprechenden Titeln veröffentlicht wurde.
Twitch: Neue Sex-Richtlinien nach "Morgpie"-Vorfall?
Wie insider-gaming.com hierzu berichtet, kommen die Änderungen, nachdem die Streamerin "Morgpie" von Twitch verbannt wurde, weil sie scheinbar "oben ohne" gestreamt hatte, wobei die Kamera so positioniert war, dass ihre Brüste nicht zu sehen waren. Nach dem Verbot offenbarte "Morgpie" jedoch, dass sie ein Oberteil trug, das aber außerhalb des gefilmten Bereichs lag. Dem Bericht nach wird "Morgpie" bei Twitch nun wohl wieder zugelassen, da ihre früheren Inhalte nicht mehr gesperrt werden können.
Twitch: Der Weg weg vom reinen Gaming
Mit zunehmender Beliebtheit hatte sich Twitch in den vergangenen Jahren bereits von einer reinen Spieleplattform entfernt und viele verschiedene Kategorien wie Glücksspiele, Kunst, Musik oder reine Chat-Rooms etabliert. Auch die Richtlinien zu sexuellen Themen nach dem Aufkommen von sogenannten Hot-Tub-Streams von Streamern wie "Amouranth" bereits gelockert worden.
Dies habe laut insider-gaming.com bereits für Zündstoff in der Community gesorgt, da "einige für Vielfalt und Integration" seien, während andere wollen, dass Twitch eine Plattform nur für das Streaming von Videospielen bleibt. Dem Bericht nach werde es nun "interessant sein zu sehen, wie weit Twitch bereit ist, in Zukunft Inhalte für Erwachsene zuzulassen".

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Hat Twitch nicht auch mal ohne Werbung angefangen, ebenso YouTube?
Das geht ne Zeit lang gut, aber irgendwann kommt der Punkt, da geht's wohl nicht ohne. Ich meine Server und Co. bezahlen sich ja leider nicht von selbst.
Bei sowas brech ich sofort ab ...
Interessant finde ich, das selbst manchen Streamern (die ja per se damit Geld verdienen) die Werbung auf den Keks geht ... JimPanse z.B. streamt gleichzeitig auf Twtich und Kick ... und hat eine häufig wiederholte Ansage im Chat geschaltet die auf Kick verweist, wei les dort keine Werbung gibt.
Ich meine, wenn Person X halbnackt mit 5000 Zuschauern pro Stream 500+ Subs generiert, freut sich Twitch. Hinzukommt die Werbung... Geld generieren ohne nen Finger krumm zu machen.
Ist doch traurigerweise bei sovielen Dingen irgendwann so, das ein Punkt kommt, wo es nur noch um Gewinnmaximierung geht und für die User eigentlich wichtige Dinge, nebensächlich für den Betreiber werden.
Und solange Twitch dabei eine goldene Nase verdient, wird sich nichts ändern. Da müssten schon alle anderen Streamer streiken. Naja und das wird wohl nicht passieren. Und Kick oder YouTube stellen zudem keine wirkliche Konkurrenz da.