Disney Plus: Aggressive Lockangebote und Veröffentlichungstakt der Serien
Bei der Einführung seines Streaming-Dienstes Disney Plus merkt man, welche Marktmacht das Unternehmen hat. Die Einführung ist insbesondere in den USA aggressiv, mit Einführungspreisen und Rabattstaffeln. Gleichzeitig steckt man beachtliche Summen in die Inhalte, wo selbst dem unbedarften Beobachter schnell klar wird, dass es CEO Bob Iger ernst meint.
Disney liegt dem Erfolg seiner Streamingplattform Disney Plus sehr am Herzen. Deswegen gibt es zum Marktstart in den USA nicht nur einen Einführungspreis von 6,99 US-Dollar, man schnürt auch ein Paket aus Disney Plus, Hulu und ESPN für 12,99 US-Dollar. Und damit auf der Plattform auch ordentliche Inhalte laufen, nimmt man beachtliche Mengen Geld in die Hand, um Content zu produzieren. Das Highlight zum Start wird ohne Frage "Der Mandalorianer" werden, wo einzelne Folgen im Bereich von 15 Millionen US-Dollar Produktionskosten unterwegs sein sollen. Und im Vorfeld hatte man schon Fox gekauft, um genug Material zu haben, was man sich auch 52,4 Milliarden US-Dollar hat kosten lassen.
Disney-CEO Bob Iger macht keine Gefangenen, wenn es um sein neuestes Projekt geht, und deshalb dürfte es auch nicht wundern, dass man den Amerikanern, wo der Dienst Mitte November startet, ein weiteres unmoralisches Angebot macht: Nicht nur gibt es für 7 Dollar UHD und 4 Abspielgeräte, wer sich für ein Drei-Jahres-Abo von Disney Plus entscheidet, dem spendiert man sogar ein ganzes Jahr kostenlos. Der 3-für-2-Deal ist ein weiteres Mittel nach dem Rabatt für Jahresabos mit zwei geschenkten Monaten.
Aggressive Markteinführung in den USA
In den USA dürfte das insbesondere für Familien mit Kindern recht attraktiv sein, da man Zugang zu den klassischen Disney-Inhalten bekommt und obendrauf gibt es das Marvel-, Lucasfilm- und Fox-Universum. Disney drängt recht aggressiv auf den Markt, was schon beim Bundle mit Hulu und ESPN absehbar war.
Ob der 3-für-2-Deal auch nach Europa kommt, ist unklar. Zum US-Release startet Disney Plus auch in Kanada und bei den niederländischen Nachbarn - da zum Preis von 6,99 Euro -, aber hier gibt es nicht die US-Deals. Als sicher gilt auch, dass 6,99 US-Dollar/Euro nur der Anfang sind. Der Einführungspreis wurde explizit mit dem zum Start knappen Angebot begründet. Umso spannender wird der Dreijahres-Deal, denn man rechnet schon, dass es binnen Jahresfrist auf einen Preis um den klassischen Zehner im Monat hochgehen wird.
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Binge-Watching bei neuen Inhalten aber nicht möglich
Wo Disney den Kunden nicht ganz so weit entgegenkommt, ist das auf Netflix beliebte Binge-Watching, wo die ganze Staffel in einem Rutsch bereitgestellt wird. Das will sich Disney bei neuen Inhalten verkneifen - wohl auch, um die Kunden an die Plattform zu binden und so wenigstens zwei bis drei Monate aus den sprunghaften Kunden zu holen. Serien wie "Der Mandalorianer" oder die neue Obi-Wan-Kenobi-Serie werden im wöchentlichen Rhythmus veröffentlicht. Das bindet nicht nur Zuschauer, sondern sorgt auch für einen längeren Zeitraum der öffentlichen Aufmerksamkeit - über HBOs Game of Thrones wurde auch wochenlang gesprochen und den Effekt will Disney auch erzielen. Im Falle des Mandalorianers werden 8 bis 10 Stundenfolgen erwartet. Das wären mindestens 8-10 Wochen kostenlose Mundpropaganda in sozialen Medien plus Vorlauf und Nachbesprechung. Da kommt man schnell auf über ein viertel Jahr Marktpräsenz.

Binge-Watcing macht doch sowieso nur bei abgeschlossenen Serien so richtg Sinn. Nach der Staffel muss man doch eh meist ca. 1 Jahr auf die nächste warten. Film/Video-Produktion ist nun einmal zeitaufwendig. Meist kommt der neue Content sogar zu schnell, das sieht man immer wieder an teuren Blockbuster Produktionen, bei denen der Veröffentlichungstag feststeht bevor überhaupt irgendwas am Film gemacht wurde. Es gibt dann immer wieder Szenen in denen man sehen kann, das die CGI-Abteilung keine Zeit mehr hatte um die Qualität über den gesamten Film halten zu können.
Die Erklärung von Binge-Watching kommt halt so rüber, als würde der Autor meinen, Binge-Watching ist das zeitgleiche Bereitstellen der kompletten Staffel.
Ok, wusste nicht, daß das die Ausnahme ist.
Ich weis was Binge-Watching ist.
Die Erklärung von Binge-Watching kommt halt so rüber, als würde der Autor meinen, Binge-Watching ist das zeitgleiche Bereitstellen der kompletten Staffel.
Netflix lädt bei neuen Staffeln nicht die komplette Staffel zeitgleich hoch, die Folgen kommen gestaffelt!
Und Netflix liefert immer die ganze Stafffel. Bei den Sachen, die ich geguckt habe, war Star Trek Discovery die einzige Serie, bei der einzelne Folgen kamen. Alles andere kam Binge-Watching kompatibel raus. Damit will ich nicht sagen, dass es keine weiteren Serien gibt, die Folgenweise rauskommen. Aber der Satz ist so gesehen schon korrekt.