Steam-Monopol? Gabe Newell widerspricht Vorwürfen gegen Valve
Valve-Mitgründer Gabe Newell weist Monopolvorwürfe gegen Steam zurück. Vor Gericht erklärte er, Spieler hätten beim Kauf von PC-Spielen "enorme Auswahl".
Steam ist für viele PC-Spieler der zentrale Ort für Spielekäufe, Updates, Bibliothek und Community-Funktionen. Genau diese Stellung steht seit Jahren im Mittelpunkt kartellrechtlicher Vorwürfe gegen Valve. Nun rückt eine Aussage von Gabe Newell erneut in den Fokus: Der Valve-Mitgründer und Steam-Chef hat in einer gerichtlichen Aussage bestritten, dass Steam ein Monopol auf dem PC-Spielemarkt halte. Laut einem Bloomberg-Bericht erklärte Newell, Kunden hätten eine "enorme Auswahl", wo sie Spiele kaufen können - etwa auf Steam, im Epic Games Store, direkt bei Entwicklern oder auch auf Konsolen wie der Xbox.
Newell bestreitet "ungeschriebene Regel"
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft den Vorwurf, Valve verhindere niedrigere Preise auf konkurrierenden Plattformen. Newell bestritt demnach die Existenz einer angeblichen ungeschriebenen Regel, nach der Entwickler ihre Spiele außerhalb von Steam nicht günstiger anbieten dürften. Auf Nachfrage sagte er, Valve habe keine Richtlinie oder Praxis, Drittentwicklern Preise auf anderen Plattformen vorzuschreiben.
Diese Darstellung steht im direkten Gegensatz zu den Vorwürfen von Wolfire Games. Das Studio hatte Valve bereits 2021 verklagt und argumentiert, Steam nutze seine Marktmacht aus. Wolfire-Gründer David Rosen führte damals als Beispiel das Spiel Overgrowth an: Als er das Spiel außerhalb von Steam günstiger anbieten wollte, habe Valve laut seiner Darstellung mit einer Entfernung von Steam gedroht.
Dass Newell überhaupt persönlich aussagen musste, geht auf eine frühere gerichtliche Entscheidung zurück. Ein US-Gericht im Western District of Washington ordnete 2023 an, dass Newell persönlich zu einer Befragung erscheinen muss. In der Begründung hieß es, die Kläger behaupteten, Valve nutze Marktmacht, um überhöhte Gebühren zu verlangen; Newell sei als Mitgründer, Präsident und größter Anteilseigner besonders geeignet, zu Valves Geschäftsstrategie auszusagen.
Steam bleibt auch bei PC-Spielern ein Reizthema
Die Debatte ist nicht neu und Kritiker werden sagen, dass es auch zahlreiche Alternativen zu Googles Suchmaschine gibt. Das ändere aber nichts an der Quasi-Monopolstellung. PCGH berichtete bereits über eine Branchenumfrage, in der 72 Prozent der befragten Führungskräfte Steam als Monopol bezeichneten. Dieser Einschätzung wird aber nicht jeder aus der Steam-Nutzerbasis folgen.
Auch die rechtliche Auseinandersetzung in Großbritannien verschärft den Druck: Dort wurde eine Sammelklage gegen Valve mit einem möglichen Streitwert von rund 750 Millionen Euro grundsätzlich als kollektives Verfahren zugelassen.
Für Valve und Gabe Newell ist die Argumentationslinie einfach: Er verweist auf Alternativen beim Spielekauf und weist Preisvorgaben für andere Stores zurück. Die Klägerseite hält dagegen, dass Steam durch seine Bedeutung im PC-Markt faktisch eine zentrale Gatekeeper-Rolle einnehme. Eine abschließende gerichtliche Bewertung der Vorwürfe steht weiterhin aus.
Quellen: Bloomberg, Justia-Gerichtsunterlagen

Da haben wir ein Ausnahme-Unternehmen das seine Marktmacht nicht missbraucht und massiv etwas an seine Kunden und die ganze Gaming community weitergibt. Und trotzdem wird es ununterbrochen mit Klagen angegriffen.
Und auf der anderen Seite haben wir Microsoft das tatsächlich ein Monopol besitzt, seine Marktmacht missbraucht und generell absolut kundenfeindliche Politik betreibt und da passiert garnichts.
Typisch USA die sind erst zufrieden wenn valve genau so ein assi verein ist wie alle anderen us tech Unternehmen.
Wenn ich via Verlag ein digitales Buch veröffentliche, dann bleiben mir im Schnitt 25%.
Notebookcheck: Valve vs. Ubisoft: Rainbow Six Siege war wegen Uplay-Preisen fast von Steam entfernt worden
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EDIT: Es gibt vielleicht keine Regel von Valve, dass man Spiele woanders nicht günstiger anbieten darf. Aber wenn man es trotzdem tut, fliegt man halt ganz einfach von Steam runter. 🤷 Ich weiß ja nicht, ich bin mir da noch unschlüssig wie ich das bewerten will...
Was mal für Promozwecke erdacht wurde und, um wo anders (damals physisch) verkaufte Spiele auf die Plattform zu ziehen, wird heute quasi nur zur Gebührenumgehung missbraucht.
Valve juckt das kein bisschen, wenn man sein Zeug auf der eigenen Plattform, bei Sony, MS oder bei Sweeny verkauft, solange die dann auch die technische Abwicklung übernehmen.
Das einzige, was man Valve vorwerfen kann, ist dass die dem Wildwuchs an Doppel-Launcher-Pflicht (z.b. bei Ubisoft Spielen) oder nachträglichem Denuvo-Einbau(gegen Ende der Vorbestellphase) nicht entgegentreten.
Mag er exzentrisch sein wie er will, aber bis dato ist Steam (für mich) die beste Plattform für Spiele.
Und diese Zerhackstückelung der Spiele mit eigenem Launcher als Konkurrenz zu Steam sieht man ja bei den Serien und Filmen. Jeder Verein muss sein eigenes Streamingangebot machen und was passiert? Jolly Rogers bricht wieder auf und erstarkt aufs Neue. Kein Mitleid!