Steam Machine: Händler spottet mit 999-Euro-Radeon-PC
Die Stim Machine von LDLC kontert Valves Steam Machine: Den Mini-PC mit Radeon RX 9060 XT gibt es ab 999 Euro. SteamOS müssen Käufer allerdings selbst aufspielen, montiert kostet das Angebot so viel wie Valves Würfel.
Der französische Händler LDLC hat mit der Stim Machine einen kompakten Gaming-PC aufgelegt, welcher Valves Steam Machine mit einem kaum verhohlenen Wortspiel vorführt. Im Shop läuft das Gerät unter der nüchternen Bezeichnung "LDLC PC STIM" und kostet als Bausatz 999,99 Euro, fertig montiert 1.039,99 Euro.
Der Preis des Fertig-PCs trifft den europäischen Einstiegspreis der Steam Machine fast auf den Cent, welcher bei 1.039 Euro für die Variante mit 512-GiB-SSD ohne Steam Controller liegt. Geboten wird aber deutlich potentere Hardware.
Stim Machine: Radeon RX 9060 XT gegen Custom-Hardware
Wer ohnehin mit SteamOS oder einer Linux-Distribution wie Bazzite oder CachyOS liebäugelt, bekommt mit der Stim Machine einen Standard-PC zum Selbstbestücken statt eines geschlossenen Wohnzimmer-Würfels ohne Upgrade-Pfad. Zen 4 und eine aktuelle RDNA-4-Grafikkarte bieten zudem deutlich mehr Leistung als die deutlich beschnittene "Semi-Custom-Hardware" der Steam Machine, welche wir in einer Analyse im Detail vorgestellt haben: Die neue Steam Machine im Detail.
Stim Machine vs. Steam Machine: 999 Euro im Bausatz
Die Stim Machine kostet als Bausatz 999,99 Euro und montiert 1.039,99 Euro, womit LDLC den europäischen Preis der Steam Machine punktgenau trifft. Den DIY-Bausatz drückt der Händler knapp unter die psychologische 1.000-Euro-Marke, während die montierte Version exakt auf dem Niveau von Valves Einstiegsmodell liegt. Beim Direktvergleich lässt die Stim Machine der Steam Machine keine Chance.
Quelle: LDLC
Valve verlangt für die Steam Machine mit 512-GiB-SSD 1.039 Euro, im Paket mit dem Steam Controller sind es 1.108 Euro, die größere Ausführung mit 2 TB SSD-Speicher kostet 1.359 beziehungsweise 1.428 Euro. Auf die fertig montierte Stim Machine gewährt LDLC zudem fünf Jahre Garantie. Das vollständige Angebot samt Vergleichstabelle hat der Händler bereits auf seiner Website gelistet.
Radeon RX 9060 XT mit RDNA 4 statt Radeon RX 7600M mit RDNA 3
Die aktuelle Radeon RX 9060 XT der Stim Machine basiert auf RDNA 4 und liegt leistungstechnisch klar über einer Radeon RX 7600, während die Semi-Custom-GPU der Steam Machnine knapp darunter rangiert. Valve verbaut in der Steam Machine eine proprietäre RDNA-3-Grafikeinheit mit 28 CUs, 2,45 GHz, 110 Watt und 8 GiB GDDR6-Grafikspeicher. Beim Prozessor fällt der Abstand kleiner aus, doch im Leistungsvergleich liegt die Stim Machine auch hier klar letztlich klar vorn.
Der Ryzen 5 8400F bietet wie Valves Custom-Chip sechs Prozessorkerne sowie zwölf Threads, zieht mit 65 Watt TDP aber spürbar mehr als die rund 30 Watt der mobilen Custom-Lösung. Zudem kommen hier sechs vollwertige Zen-4-Prozessorkerne gegenüber 2 × Zen 4 und 4 × Zen 4c in der Steam Machine zum Einsatz.
Der Haken: SteamOS fehlt, das Gehäuse ist größer
Die Stim Machine kommt ohne vorinstalliertes Betriebssystem, weshalb Käufer SteamOS oder eine Alternative wie Bazzite selbst einrichten müssen. LDLC legt der Produktseite lediglich eine fünfstufige SteamOS-Anleitung bei, der DIY-Bausatz zum Preis von 999,99 Euro wird zudem unmontiert geliefert.
Auch beim Formfaktor verliert die Stim Machine den direkten Vergleich: Das Mini-ITX-Gehäuse Sugo SG13B-Q vom taiwanischen Hersteller SilverStone fasst rund elf Liter, Valves Wohnzimmer-Würfel begnügt sich indes mit 3,8 Litern inklusive Netzteil.
Ein cleverer Seitenhieb mit Standard-Hardware
Die Stim Machine ist technisch ein gewöhnlicher Mini-ITX-PC, den der Marketing-Schachzug von LDLC geschickt gegen Valves geschlossenes Konzept in Stellung bringt. Dieser Seitenhieb trifft einen wunden Punkt, denn die Steam Machine steht preislich ohnehin unter Druck: Im PCGH-Test fiel Valves Wohnzimmer-PC vor allem wegen des Preises ernüchternd aus, und in derselben Preisklasse stapeln sich inzwischen Eigenbau-Vorschläge mit mehr Spielraum nach oben.
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Quelle: LDLC via VideoCardz

Wobei das eher ATX oder mini ATX basierte Rechner sind.
Das sagt ja nun aus: seht her, wir haben für den gleichen Preis ein leistungsstärkeres Produkt, also kauft doch lieber bei uns. Das ist ja das eigentlich geniale dabei. Dass die Händler alle PCs rumstehen haben, bzw. zusammenbauen können, die besser sind / ein besseresPreis-Leistungs-Verhältnishaben ist schon klar.
Da wird vermutlich vielen der Kloß im Halse stecken bleiben.
Wobei das eher ATX oder mini ATX basierte Rechner sind.
Oh man leute, dann greift doch wenigstens nach dem Strohalm das heiligen CEC um Valve zu verteidigen.
Preislich zwar in einer noch ganz anderen Liga, allerdings sehe ich für solche Produkte ein Strix Halo oder den baldigen Nachfolger Gorgon Halo (Mini) für so eine Idee als passende Plattform oder eben Razer Lake von Intel usw.
Eventuell sind in ein paar Jahren die Preise so korrigiert, das es halbwegs Sinn macht.