HDMI 2.1: Steam Machine bricht Radeon-Blockade unter Linux

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HDMI 2.1: Steam Machine bricht Radeon-Blockade unter Linux
Quelle: Valve

Während das HDMI-Forum weiter jede Open-Source-Implementierung von HDMI 2.1 blockiert, veröffentlicht AMD jetzt erneut offizielle Linux-Patches. Diese unterstützen mit FLR und DSC wichtige Features des proprietären Schnittstellenstandards.

Während das HDMI-Forum, welches die offiziellen Spezifikationen für HDMI-Standards verwaltet, bisher noch jede Open-Source-Implementierung von HDMI 2.1 blockiert hat, bringt AMD den Standard endlich unter Linux: FRL- und DSC-Patches könnten dank der neuen Steam Machine das gesamte Linux-Gaming revolutionieren.

Es ist eine Meldung, auf die Spieler mit Radeon-Grafikkarten unter Linux jahrelang gewartet haben und die viele wohl bereits abgeschrieben hatten: AMD hat jetzt einmal mehr offiziell Kernel-Patches für den offenen Grafiktreiber ("AMDGPU") eingereicht, welche HDMI 2.1 unter Linux endlich Schritt für Schritt Realität werden lassen.

Diese Patch-Serie fügt dem AMDGPU-Treiber Unterstützung für HDMI FRL und FRL DSC hinzu.

Diese Arbeit hat eine repräsentative Teilmenge der HDMI-Compliance-Tests bestanden, und ein vollständiger Compliance-Durchlauf auf diesem Branch ist in Arbeit. Wir erwarten nicht, dass der vollständige Durchlauf Fehler aufzeigt, da er in anderen Umgebungen erfolgreich war.

— Harry Wentland, Linux Software Engineer bei AMD

Die am 11. Mai 2026 von AMD offiziell eingereichte neue Patch-Serie unterstützt mit FRL ("Fixed Rate Link") und mit DSC ("Display Stream Compression") zwei der bedeutungsvollsten Technologien aus dem sehr ausgedehnten Featureset des Schnittstellenstandards, welcher "vollständig implementiert" werden soll.

HDMI 2.1 Patches Quelle: AMD Was sich zunächst nach einer nüchternen Treiber-Randnotiz anhört, ist in Wahrheit fast schon ein tektonisches Beben für das ganze Gaming-Ökosystem unter Linux und für Valves kommende Steam Machine mit SteamOS ganz besonders.

Während Nvidias Geforce-GPUs eine vollständige Unterstützung für HDMI 2.1 über ihren proprietären Grafiktreiber bieten und Intel bei seinen Arc-GPUs auf einen Brückenchip zurückgreift, wäre ein vollumfänglicher Support für AMDs Radeon-GPUs mit dem quelloffenen Grafiktreiber ein weiterer Schritt nach vorn unter Linux.

Das HDMI-Forum als Bremsklotz

Um zu verstehen, warum diese Patches so bedeutsam sind, muss man ein paar Jahre zurückblicken. Das HDMI-Forum, die Organisation, die den HDMI-Standard kontrolliert, hatte AMD über Jahre hinweg daran gehindert, HDMI 2.1 in den Open-Source-Treiber zu implementieren. Das HDMI-Forum bestand darauf, dass AMD bestimmte HDMI-Intellectual-Property vertraulich behandelt werden, was jedoch direkt mit der quelloffenen Natur des Linux-Kernels und -Ökosystems kollidiert.

Eine vollständige Implementierung wird endgültig bereitgestellt, sobald die Patches fertiggestellt sind und die Konformitätstests erfolgreich durchlaufen haben. — AMD via Phoronix-Forum

Radeon-Nutzer waren unter Linux auf dem HDMI-2.0-Niveau gefangen: niedrigere Auflösungen, geringere Bildwiederholraten, kein VRR. Während Windows-Nutzer mit ihren Radeon-Grafikkarten längst 4K bei 120 Hz oder mehr über HDMI genossen, mussten Linux-Anwender mit maximal 4K bei 60 Hz Vorlieb nehmen oder entsprechend auf den DisplayPort ausweichen.

Ein unhaltbarer Zustand, gerade in Zeiten, in denen 4K-Monitore und -Fernseher mit 120-Hz-Panel und darüber Standard werden. Gerade für die neue Steam Machine, die als Wohnzimmer-PC und Gaming-Konsole konzipiert ist, ein großes Problem.

FRL und DSC als technischer Durchbruch

FRL ("Fixed Rate Link"), ist ein Signalisierungsmodus, der für höhere Bandbreiten jenseits von HDMI 2.0 erforderlich ist. DSC ("Display Stream Compression"), reduziert die zu übertragende Datenmenge durch visuell verlustfreie Kompression. Gemeinsam ermöglichen beide die beiden Features entsprechende Modi wie 4K bei 240 Hz oder 8K bei 120 Hz über HDMI, sofern Grafikkarte, Display und Kabel mitspielen.

Erste Konformitätstests sind bestanden

Die Patch-Serie für den AMDGPU-Treiber hat nach Angaben von AMD einen repräsentativen Teil der HDMI-Konformitätstests bereits bestanden; ein vollständiger Compliance-Durchlauf auf dem betreffenden Branch ist demnach in Arbeit. Wie die Website Phoronix berichtet, soll der Code mit Linux 7.2 in den Mainline-Kernel einfließen. Im Sommer 2026 könnte es demnach so weit sein.

Valve als Strippenzieher

Dass dieses Problem jetzt plötzlich gelöst werden soll, ist kein Zufall. Der entscheidende Wendepunkt kam, als Valve in die Verhandlungen einstieg. Valve führte Gespräche mit der Führung des HDMI-Forums und argumentierte für einen Weg, welcher eine Open-Source-Implementierung ohne Verletzung der Fairuse-Anforderungen des Forums ermöglicht, so BigGo Finance.

Valve hatte bereits im Vorfeld öffentlich erklärt, das HDMI-Forum habe seinerseits den Open-Source-Linux-Treiber für HDMI 2.1 blockiert. Die Hardware sei zwar kompatibel mit HDMI 2.1, die Software jedoch nicht, und man helfe AMD dabei, die Situation zu "entsperren", so TechRadar. Die Bemühungen scheinen nun Früchte zu tragen.

Noch kein endgültiger Sieg

Trotz aller berechtigten Euphorie ist Nüchternheit angebracht. Es bleibt die spannende Frage: Wird die Steam Machine bei ihrem noch ausstehenden Release bereits von den Patches profitieren, oder muss Valve das HDMI-2.1-Featureset nachreichen?

  • Die aktuelle Patch-Serie implementiert FRL-Signalisierung, die den veralteten TMDS-Mechanismus aus HDMI 2.0 ablöst.
  • Weitere HDMI-2.1-Features wie Display Stream Compression und Variable Refresh Rate befinden sich noch in der Testphase und werden in künftigen Updates eingereicht.
  • VRR - für Gaming bekanntlich besonders wichtig, um Tearing zu vermeiden - fehlt also noch.
  • Erst wenn auch dieses Feature offiziell in den Linux-Kernel integriert ist, kann man von einer vollständigen HDMI-2.1-Parität mit Windows sprechen.

Die Antwort auf die oben genannte Frage dürfte davon abhängen, wie zügig der Linux-7.2-Zyklus abgeschlossen wird und wann Valve den Startschuss für seine "Konsole" gibt. Der Weg für HDMI 2.1 unter Linux ist damit jedenfalls geebnet.

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Quelle: AMD via freedesktop.org via Phoronix via VideoCardz

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    • Kommentare (58)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von 1xok Software-Overclocker(in)
        Zitat von LDNV
        Für mich gibt es klare Unterschiede zwischen PC und Konsole und nichts schwimmendes dazwischen. Da kann man noch so viel Argumentieren und haarspalterei betreiben. Für mich ist die Steam Mashine ein PC mit angepassten OS was ich so auch auf jeden anderen PC umsetzen kann.
        Du zahlst bei einem PC für eine 5 Jahre alte Hardware den Preis, den diese bei Veröffentlichung hatte, um dann nicht einmal normalen Treibersupport für Windows dafür zu bekommen? Valve kann das Deck auch noch in 3 Jahren zu dem Preis verkaufen. Der Markt sieht es schlicht nicht als PC, selbst wenn es einer ist.
      • Von 1xok Software-Overclocker(in)
        Zitat von LDNV
        Für mich gibt es klare Unterschiede zwischen PC und Konsole und nichts schwimmendes dazwischen. Da kann man noch so viel Argumentieren und haarspalterei betreiben. Für mich ist die Steam Mashine ein PC mit angepassten OS was ich so auch auf jeden anderen PC umsetzen kann.
        Du zahlst bei einem PC für eine 5 Jahre alte Hardware den Preis, den diese bei Veröffentlichung hatte, um dann nicht einmal normalen Treibersupport für Windows dafür zu bekommen? Valve kann das Deck auch noch in 3 Jahren zu dem Preis verkaufen. Der Markt sieht es schlicht nicht als PC, selbst wenn es einer ist.
      • Von LDNV BIOS-Overclocker(in)
        Woher weißt du was ich besitze? Besonders wenn ich oben noch schrieb das meiner Tochter das Steam Deck nicht gefällt.

        Wie gesagt, wir lassen das jetzt. Ich werd dich nicht überzeugen - hatte ich auch nicht vor. Und du mich auch nicht.

        Für mich gibt es klare Unterschiede zwischen PC und Konsole und nichts schwimmendes dazwischen. Da kann man noch so viel Argumentieren und haarspalterei betreiben. Für mich ist die Steam Mashine ein PC mit angepassten OS was ich so auch auf jeden anderen PC umsetzen kann. Genauso wie ich mit der Steam Mashine wie an jeden anderen PC alles mögliche modden und verändern kann und genau deswegen ist es auch keine Konsole.
      • Von 1xok Software-Overclocker(in)
        Zitat von LDNV
        Erzähl mal Tuxedo das sie mit ihren Tuxedo OS (ebenfalls Linux basiert) und ihren verkauften PCs und Laptops, auf einmal Konsolen bauen oder auch System 76 mit ihren Pop! OS und eigens vertriebener Hardware. Valve mit ihren Steam OS macht nichts anderes

        Ob man das exakt in Entwicklerstunden gegen PlayStation, Xbox oder Switch aufrechnen kann, weiß niemand außerhalb der Firmen. Aber SteamOS spielt definitiv in dieser Liga - und nicht im Bereich von "Linux-Laptop mit Hersteller-Distro". Da arbeitet eine dreistellige Zahl von Entwickler fortlaufend dran. Valves Ökosystem umfasst daher inzwischen auch ARM. Die Frame läuft auf ARM. Laut Valve ist das auch ein "PC".

        Zitat von LDNV
        Jetzt lass es doch gut sein
        Valves Marketing zieht. Ist doch schön.
        Valves Marketing lautet: "It's a PC." Das ist es, was die Leute auf Steam hören wollen, weil sie damit bestimmte Dinge assozieren.

        Zitat von LDNV
        Threads die es bei Konsolen halt so nicht gibt. Beim PC hingegen schon. Als nur 2 kleine Beispiele.
        Die gibt es natürlich auch.

        Zitat von LDNV
        Schauen wir mal wie viele geneigte Konsolen Käufer die Steam Maschine kaufen und dann Problem threads kommen weil sie kein Bf6, Cod, fifa oder so spielen können.
        Auf welcher Konsole läuft schon alles?

        Es ist auch wirklich egal. Ich nutze mein Deck halt einfach nicht als PC. Du besitzt ja gar keines. Von daher ...
      • Von LDNV BIOS-Overclocker(in)
        Also so wie auf manch einem Laptop und auch PC manch Hersteller Software

        Erzähl mal Tuxedo das sie mit ihren Tuxedo OS (ebenfalls Linux basiert) und ihren verkauften PCs und Laptops, auf einmal Konsolen bauen oder auch System 76 mit ihren Pop! OS und eigens vertriebener Hardware. Valve mit ihren Steam OS macht nichts anderes
        .....

        Jetzt lass es doch gut sein
        Valves Marketing zieht. Ist doch schön.

        Schauen wir mal wie viele geneigte Konsolen Käufer die Steam Maschine kaufen und dann Problem threads kommen weil sie kein Bf6, Cod, fifa oder so spielen können.

        Oder wie viele threads auftauchen wie wunderbar man alles installieren und modifizieren kann.

        Threads die es bei Konsolen halt so nicht gibt. Beim PC hingegen schon. Als nur 2 kleine Beispiele.
      • Von 1xok Software-Overclocker(in)
        Zitat von LDNV
        Oder was genau unterscheidet es dann von der Steam Maschine die genauso 0815 Hardware hat mit eingerichteten OS?
        Windows und Linux können die Hardware natürlich grundsätzlich benutzen. Aber SteamOS ist die Plattform, für die Valve das gesamte Zusammenspiel aus APU, Akku, Kühlung, Lüfterkurve, Performance-Profilen, Display-Modi und Suspend/Resume optimiert. Und zwar auf einem Integrationsniveau, das eher einer Konsole entspricht als einem klassischen PC. Der Vergleich wäre: Spezialfahrzeug statt Serienwagen.

        Ohne SteamOS:

        Suspend/Resume ist nicht mehr selbstverständlich konsolenartig. Der Controller verhält sich nicht zwingend überall gleich. Trackpads, Gyro und Rücktasten brauchen passende Integration. TDP, FPS-Limit, Refresh-Rate, Lüfterkurve und Performance-Profile sind nicht automatisch sauber eingebunden. Audio nach dem Aufwachen kann Probleme machen. Updates kommen nicht mehr als abgestimmtes Gesamtpaket. Und statt eines Geräts, das man einschaltet und benutzt, verwaltet man plötzlich Treiber, Tools, Launcher, Bootloader und Workarounds.
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