AMD Zenbleed: Auch das Steam Deck soll ein Zen-2-Sicherheitsupdate bekommen
Auch das Steam Deck von Valve erhält ein Sicherheitsupdate direkt über den Linux-Betriebssystemkernel, welches dessen von AMD entwickelte Custom-APU ("Aerith") gegen "Zenbleed", einer erst im Juni entdeckte Sicherheitslücke in allen Zen-2-Prozessoren, "immun" machen soll.
Auch das Steam Deck von Valve erhält ein Sicherheitsupdate direkt über den Betriebssystemkernel, welches dessen von AMD entwickelte Custom-APU ("Aerith") gegen die Sicherheitslücke "Zenbleed" absichern und immun machen soll. Wie die auf Gaming unter Linux spezialisierte Webseite GamingOnLinux jetzt berichtet, ist ein entsprechender Patch für den Handheld-PC bereits angefordert worden.
Zenbleed bedroht alle Zen-2-Prozessoren
Unter bestimmten Umständen kann ein Register in Mikroprozessoren, die auf der Zen-2-Mikroarchitektur basieren, nicht korrekt auf Null geschrieben werden. Dieser Umstand kann letztlich dazu führen, dass Daten von einem anderen Prozess oder Thread im "YMM-Register" gespeichert werden. Über diese "Zenbleed" getaufte Sicherheitslücke können potenzielle Angreifer möglicherweise auf sensible Informationen zugreifen, wie ein Sicherheitsforscher entdeckt hatte.
Wie Tavis Ormandy, seines Zeichens Sicherheitsforscher bei Google Information Security, bei seinen Untersuchungen entdeckt hat, kann es unter ganz bestimmten Umständen dazu kommen, dass x86-Prozessoren, welche auf der 2019 erschienenen Zen-2-Architektur basieren, Register nicht korrekt auf Null schreiben können. Dieser Umstand kann letztlich dazu führen, dass Daten von einem anderen Prozess oder Thread im YMM-Register gespeichert werden, sodass ein potenzieller Angreifer möglicherweise auf sensible Informationen zugreifen und diese so mitunter manipulieren kann. Auch AMD hat mittlerweile auf den Bericht reagiert.
Aerith-APU erhielt bislang kein Sicherheitsupdate
Die "AMD Custom APU 0405" alias "AMD Aerith", die AMD im Auftrag von Valve spezielle für das Steam Deck aufgelegt hatte, wurde durch den Code des initialen Sicherheitsupdates für den Linux-Systemkernel nicht abgesichert und benötigt daher einen eigenen Fix, wie aus einem aktuellen Beitrag in der Linux Kernel Mailing List hervorgeht. Ein entsprechendes Update muss dann noch von Valve für sein Betriebssystem SteamOS auf dem Steam Deck bereitgestellt werden.
Quelle: Linux Kernel Mailing List (LKML.org)
Ein Sicherheitsupdate für die Custom-APU ("Aerith") wurde angefordert
Sobald die auf AMDs Zen 2 und RDNA 2 basierende Custom-APU ("Aerith") auf der sogenannten "Zenbleed Erratum List" steht und ein entsprechendes Sicherheitsupdate über SteamOS ausgerollt worden ist, wird auch das Steam Deck gegenüber Zenbleed immunisiert sein und das ist auch auf einem reinen "Gaming-Handheld" zu begrüßen.
Sicherheitslücke lässt sich aus der Ferne ausnutzen
Wie aus dem Bericht von Tavis Ormandy und dem Security-Bulletin von AMD hervorgeht, lässt sich "Zenbleed" aus der Ferne, beispielsweise über Webseiten oder Online-Plattformen, ausnutzen und erfordert explizit keinen physischen Zugriff auf anzugreifende Computersystem. Der eigentliche Angriff erfolgt dabei mit einer Geschwindigkeit von 30 KiByte pro Kern und Sekunde und ist hauptsächlich softwarebasiert und betrifft beispielsweise auch virtuelle Maschinen.
Zenbleed im Detail erklärt für Admins und Profis
Anwender und Systemadministratoren, die sich mit der Sicherheitslücke im Detail auseinandersetzen möchten, oder genauer gesagt müssen, sollten den Bericht von Tavis Ormandy studieren. Der Google-Sicherheitsforscher erläutert die Schwachstelle hier bis ins Detail und gibt entsprechende Handlungsempfehlungen für betroffene Systeme. Zudem nennt der Experte alle betroffenen Firmware-Versionen.
Quelle: Tavis Ormandy (Screenshot: PC Games Hardware)
Tavis Ormandy erläutert die Sicherheitslücke "Zenbleed" bis ins Detail
Auf Computersystemen mit einer Zen-2-CPU sind bislang keine relevanten Geschwindigkeitsnachteile festgestellt worden, nachdem das Sicherheitsupdate eingespielt wurde. Unabhängig von der Plattform ist das Einspielen des entsprechenden Patches deshalb in jedem Fall zu empfehlen.
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Quelle: LKML.org via GamingOnLinux, Kernel.org, Tavis Ormandy, AMD

Ganz besonders deutsche Bürger sollten hier vorsichtig sein. Es gibt schon Urteile, wo der Anschlussinhaber einer Internetleitung haften musste, obwohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dieser selbst die Tat nicht begangen hat.
Vgl.: https://www.heise.de/news...
Wenn man das Gerät absichtlich nicht patcht, sieht das so aus, als würde man fahrlässig handeln und in Kauf nehmen, dass es von Fremden übernommen wird - auch wenn ich persönlich es für falsch halte, einen Anschlussinhaber haften zu lassen, für alles, was mit der Leitung passiert. Das ist nämlich auch der Grund, warum ich Besuchern bei mir keinen Zugang zum WLAN geben kann. Leider.