Technik-Test Starcraft 2 mit 14 CPUs: Intel in Front, vier Kerne nutzlos, einige Überraschungen
Starcraft 2 lässt die CPU dank vielen Einheiten sowie deren Wegfindungs-KI und Animationen schwer schuften. PC Games Hardware schickt 14 Prozessoren aufs Schlachtfeld.
Wir wir im Grafikkarten-Test mit Starcraft 2 feststellen mussten, ist in Blizzards RTS-Titel beim Aufeinandertreffen vieler Einheiten praktisch nur die CPU gefordert. Daher reichen wir an dieser Stelle nun die CPUs-Benchmarks nach - mit zum Teil überraschenden Resultaten.
Starcraft 2: Benchmarksequenz
PC Games Hardware verwendet ein Multiplayer-Realtime-Replay eines 2on2-Matches. Unsere extrem fordernde Szene (nahe am Worst-Case!) zeigt den Endkampf des Matches und dauert eine Minute, in der Protoss, Terraner und Zerg mit allerhand Einheiten beteiligt sind. Im Singleplayer-Modus liegen die erzielten Bildraten normalerweise deutlich höher und sind mangels Unmengen an Einheiten nicht derart CPU-limitiert wie unsere Szene - dies ist erst am Ende der Kampagne der Fall. Das nachfolgende Video illustriert den Benchmark (wir verwenden den Ausschnitt 26:00 bis 27:00):
Starcraft 2: Testmethode
Neben dem oben genannten Ausschnitt verwenden wir eine Geforce GTX 480 und prüfen in zwei Settings, wie sich die CPUs schlagen: In 1.024 x 768 ohne Kantenglättung und anisotrope Filterung dürfen die Prozessoren zeigen, was sie können. In 1.920 x 1.200 mit 4x MSAA und 16:1 AF limitiert die Geforce bereits (insbesondere die minimale Framerate) und die CPUs werden eingebremst - dennoch sind die Differenzen nach wie vor drastisch. Alle Messungen wurden drei Mal wiederholt und gemittelt, die Differenz zwischen zwei Durchläufen betrug allerdings maximal 0,4 Fps.
Quelle: PC Games Hardware
Starcraft 2
Quelle: PC Games Hardware
Starcraft 2
Starcraft 2: Resultate der CPUs
Die erste Erkenntnis vorab: Wie schon im Test mit der Beta, zeigt sich auch die Vollversion von mehr als zwei Kernen unbeeindruckt: So kann sich der Core 2 Quad Q6600 nicht von seinem Dualcore-Pendant Core 2 Duo E6600 absetzen, der minimale Vorsprung ist dem Nvidia-Treiber zuzuschreiben. Wo Kerne scheitern, hilft viel Cache: Der Phenom II X3 720 BE ist trotz 100 MHz weniger, aber dank vollem L3-Cache 13 Prozent schneller als der Athlon II X4 635. Bei gleichem Takt sind es gar 15 Prozent. Der Phenom 9950 BE schlägt sich trotz 2 MiB L3 schlecht und landet auf dem vorletzten Platz. Der Core i3-540 verfügt zwar über 2,93 GHz, aber über nur 4 MiB Shared-L3, daher kann er sich gegen den Core i5-750 mit 2,67 GHz und 8 MiB Shared-L3 nicht behaupten - der Lynnfield ist dem Clarkdale um stolze 38 Prozent voraus.
Generell sind die Lynnfield-CPUs für Starcraft 2 mit die besten Prozessoren: Der Core i5-750 schlägt den ähnlich teuren Phenom II X4 965 BE trotz 730 MHz weniger um 14 Prozent, der Core i7-860 den X6 1090T um 24 Prozent. Durch den Wechsel von 1.024 x 768 auf 1.920 x 1.200 mit 4x MSAA/16:1 AF rücken die CPUs näher beisammen, so trennen den Core i7-860 und den X6 1090T nur noch 16 Prozent. Weit vorne ist auch der Zweikerner Core 2 Duo E8400 - seine 6 MiB L2 helfen dem Wolfdale.
Starcraft 2: Overclocking und Turbo
Im Übertaktungstest eines Phenom II X6 1090T wie eines Core i7-860 auf jeweils 4,0 GHz [Northbridge des X6 auf 2,8 GHz und Uncore des i7 auf 3,6 GHz] trennen beide CPUs satte 40 Prozent. Der übertaktete Sechskerner nimmt es daher gerade einmal mit dem Core i7-860 bei Standardfrequenz auf. Ähnliche Differenzen zugunsten Intels stellten wir bereits in der Beta fest, die Werte der Kollegen von Techspot bestätigen uns.
Die Auto-OC-Funktionen "Turbocore" und "Turboboost" versagten im Übrigen in Starcraft 2 ihren Dienst: Die CPUs takten zwar - wie im Log sichtlich - einwandfrei hoch (und auch der Cinebench legt im "1-CPU" zu), das Spiel honoriert dies aber nicht mit mehr Fps. Die genaue Ursache für dieses Phänomen konnten wir bisher nicht nicht lokalisieren, suchen aber mit AMD wie Intel das Gespräch.

Die Szene skaliert fast linear mit mehr Takt - rechne es halt aus und ziehe 5-10% ab.
Mich würde mal Interessieren wo ein E8500 @ 4 GHz in dem Bench stehen würde
Der Taskmanager zeigt u.a. auch Wartezyklen an. PerfWatch zeigt den "realen" CPU-load.
Du vll nicht, ich schon. Wenn man täglich Spiele und Hardware unter den Händen hat, wird man zwangsläufig sehr empfindlich. Was gut, aber auch schlecht ist.
Habe nen E5200@ 3 Ghz und ne 9600GT
bei 1.024 x 768 4AA/16:1AF Ultra setting hab ich durchscnitt 45 Fps