In Militäranlage gegründet: Jedi-Knight-Fanseite trotzt seit 1998 der Zeit
Fast 30 Jahre online, kaum verändert und ursprünglich in einer Militäranlage programmiert: Die Geschichte von The Massassi Temple ist zugleich ein Stück Gaming- und Internetgeschichte.
Im Jahr 1998 schossen Gaming-Websites noch wie Pilze aus dem Boden. Viele verschwanden wenige Jahre später wieder, als die Dotcom-Blase platzte oder soziale Netzwerke das Internet veränderten. The Massassi Temple gehört zu den wenigen Ausnahmen.
Die Fansite rund um Star Wars: Jedi Knight ist bis heute online und sieht laut ihrem Gründer Brian E. Lozier fast genauso aus wie schon vor knapp 30 Jahren.
Eine Website, die in einer Militäranlage entstand
Die Entstehungsgeschichte der Jedi-Knight-Fansite liest sich ungewöhnlich. Lozier diente damals bei der US-Luftwaffe als Computeroperator in einer gesicherten Einrichtung. Weil er dort keinen privaten Rechner nutzen durfte, schrieb er den HTML-Code seiner Website während der Pausen mit Bleistift auf Papier und testete ihn später zu Hause. Eigentlich wollte er nur Tutorials für den komplexen Level-Editor von Jedi Knight veröffentlichen. Doch daraus entwickelte sich dann eine der bekanntesten Modding-Communities ihrer Zeit.
Vom Millionenprojekt zurück zum Hobby
In den frühen 2000er-Jahren verzeichnete The Massassi Temple Millionen Besucher und erwirtschaftete mehrere Tausend US-Dollar Werbeeinnahmen pro Monat. Lozier baute weitere Gaming-Websites auf und besuchte als Teil des GameSpy-Netzwerks sogar die E3. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase brach dieses Geschäftsmodell jedoch zusammen. Viele seiner Projekte verschwanden, doch The Massassi Temple blieb bestehen. Aus dem kommerziellen Projekt wurde wieder ein Hobby. Das dürfte laut Lozier auch der Grund sein, warum die Seite bis heute noch existiert.
Ein Stück Internetgeschichte lebt weiter
Heute ist The Massassi Temple mehr als nur eine nostalgische Randnotiz. Hunderte Mods, tausende Karten und Projekte wie die Open-Source-Neuimplementierung OpenJKDF2 werden dort weiterhin gepflegt. Gleichzeitig sieht Lozier seine Seite als Relikt einer Internet-Ära, in der Communites noch eigene Treffpunkte hatten. Statt zentraler Plattformen wie Reddit oder Facebook entstanden damals spezialisierte Webseiten für einzelne Spiele. Genau dieses Gefühl möchte er bewahren und arbeitet deshalb daran, sämtliche Inhalte dauerhaft zu archivieren.
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Quelle: via PCGamer
