Max Payne wird 25: Retro-Grafikkarten stellen sich dem "fotorealistischen" Bullet-Time-Shooter
Max Payne aus den finnischen Remedy Studios ließ im Sommer 2001 diverse Kinnladen zu Boden fallen. Der düstere Third-Person-Shooter führte nicht nur das "Bullet Time"-Feature ein, sondern ließ auch jeden PC glühen. PCGH wirft einen nostalgischen Blick zurück.
Inhaltsverzeichnis
"Eine düstere, melancholische Stimmung, gepaart mit stilisierten Gun-Fu-Kämpfen in Zeitlupe und einer klassischen Rachegeschichte im Noir-Stil: Max Payne revolutionierte die Spielewelt und ist bis heute einer der besten Story-Shooter aller Zeiten", mit diesen Worten leiten unsere Kollegen von der PC Games ihr Retro-Special ein - und wir stimmen zu! Heute vor 25 Jahren servierte uns der finnische Entwickler Remedy einen Shooter-Leckerbissen, welcher nicht nur technisch Maßstäbe setzte. Da wir von der PCGH jedoch Hardware-Nerds sind, werfen wir anlässlich des Geburtstages einen konzentrierten Blick auf die damals bahnbrechende Technik.
"MaxFX" war Programm
Als Max Payne im Sommer 2001 erschien, war die Welt eine andere. Intel arbeitete an der 10-GHz-Architektur, 64 MiByte VRAM galten als üppig, das iPhone war noch nicht erfunden und PC-Spieler trauerten dem kürzlich davongeschiedenen Grafikkartenpionier 3dfx nach. Es war eine Zeit, in der 1,5-GHz-Prozessoren mit einem "P-Kern" das Maß der Dinge waren. Grafikkarten erreichten dank rasanter Fertigungssprünge noch alle sechs Monate neue Leistungssphären. Anstelle von drei GPU-Schmieden gab es unzählige und sie alle versuchten, den noch jungen Markt der Grafikkarten zu erobern. Dieses Wettrüsten ging einher mit immer hübscheren Spielen, oft war von "Fotorealismus" die Rede - selbstverständlich auch bei Max Payne, welcher im Juli 2001 mit Lederjacke die Bühne betrat.
Die Pracht, welche Entwickler Remedy damaligen Spielern kredenzte, war atemberaubend. Polycount, Effekte, Animationen, Stil: Kein Spiel kam auch nur ansatzweise an Max Payne heran - und eine fantastische Vertonung, welche die düstere Atmosphäre unterstützte, gab es obendrauf. Die Basis dafür bildete die MaxFX-Engine, an der Remedy seit 1997 arbeitete und welche auch die ersten 3DMark-Benchmarks (inklusive des Vorläufers Final Reality) antrieb. Aus heutiger Sicht wirken die Foto-Texturen - gerade die starren Grimassen - altbacken, vor 25 Jahren dachte man jedoch, dass es kaum noch besser geht. Zeitgenössische PCs kapitulierten scharenweise, denn neben ungewohnt hohen Polygonmengen galt es auch, hochauflösende Texturen mit mehreren Lagen (inklusive Detail Textures) zu stemmen.
"Payne to the Max" für Grafikkarten
Wer nicht gerade in eine sündhaft teure Geforce-3-Grafikkarte nebst Thunderbird-Prozessor investiert hatte, musste notgedrungen die Details und Auflösung reduzieren. Während sich ruckelresistente Enthusiasten an 1.600 × 1.200 Pixeln in 32 Bit Farbtiefe erfreuten, kämpften sich die meisten Spieler in 1.024 × 768 × 16 durch New York [selbstverständlich mit maximalen Details - Anmerkung des Autors]. Max Payne gehörte zu den ersten Spielen, bei denen eine Grafikkarte mit Hardware-T&L - einem neuartigen Rechenwerk, das sich um Polygonberechnung und Beleuchtung kümmert - für den Unterschied zwischen Spaß und Ruckelorgie sorgen konnte. Denn fehlte diese Einheit, musste sich der ohnehin überforderte Prozessor darum kümmern.
3dfx Voodoo, ATI Rage, PowerVR Kyro und viele andere Grafikkarten hatten somit deutliche Nachteile, während ATI Radeon und Nvidia Geforce ihre Muskeln zeigten. Da Upsampling noch nicht erfunden war, entlastete man überforderte Pixelschubser effektiv durch Absenkung der Auflösung und Farbtiefe. Die damals allgegenwärtigen Röhrenbildschirme spielten dabei nicht bloß mit, sondern dankten es mit höheren Bildwiederholraten - wie gesagt, andere Zeiten.
Wir feiern Max Paynes 25. Geburtstag - strenggenommen ist der Gute bereits 60 - mit frisch aufbereiteten Retro-Benchmarks. Einige davon stammen aus unserem Special 3dfx History und Voodoo 5, andere aus dem Test der Voodoo 5 6000. Enthalten sind Grafikkarten der Jahrgänge 1999 bis 2002, ohne dass ein CPU-Limit dazwischenfunkt. Wir zeigen nicht nur Max Payne, sondern auch den Nachfolger Max Payne 2: The Fall of Max Payne aus dem Jahr 2003. Letzteres schmeißt unter anderem die Detail-Texturen über Bord und weist trotz der abermals verfeinerten Grafik und Physik eine grundsätzlich bessere Performance auf. Falls Sie Max Payne (1) besitzen und die Werte nachstellen möchten: Wir testen die altehrwürdige PCGH's Final Scene No.1 (VGA-Demo).
Wie Sie sehen, unterscheidet sich die Performance zwischen Max Payne (Juli 2001) und Max Payne 2 (Oktober 2003) deutlich. Letzteres wurde erstmals konsequent auf 32-Bit-Farbtiefe getrimmt, während Teil 1 noch auf 16-Bit-Boliden wie der Voodoo 3 lauffähig ist (hier Werte mit stolzen 208 MHz). Offenbar floss viel Zeit in die Optimierung der Technik, während Teil 1 vor allem bombastisch aussehen sollte.
Randnotiz: Als Max Payne erschien, war Nvidias Geforce 3 die schnellste erhältliche Grafikkarte. ATIs Radeon 8500 nahm nur wenige Wochen später Platz auf dem Thron (August 2001), während die Geforce 4 Ti 4200 erst im Mai 2002 verfügbar war. Die meisten zeitgenössischen Grafikkarten hatten mit Max Payne (1) deutlich zu kämpfen - vor allem Voodoo-Modelle, deren Treiber-Support bereits Ende 2000 zum Erliegen kam.
Max Payne RTX & Remake
Nach dem kontroversen dritten Teil nahm sich Max Payne eine Auszeit. Zehn Jahre später meldete er sich zurück: Wie Remedy am 6. April 2022 verkündete, arbeite man an einem "Single Game"-Remake von Max Payne und Max Payne 2. Wenngleich die Ankündigung für Freude bei den Fans sorgte, spülte sie auch Bedenken hoch, denn erneut ist Rockstar Games, bekannt für die GTA-Serie, involviert. Wer die Pressemitteilung genauer liest, findet Erleichterung bei der Wortwahl: Rockstar übernimmt lediglich das Publishing (und somit die Finanzierung) - wie bei den ersten beiden Spielen.
Die Besorgnis basiert auf Max Payne 3, bei dem Rockstar auch die Entwicklung des Spiels übernahm und einen deutlich anderen Ton anschlug. Insofern Entwarnung: Das Remake von Max Payne und Max Payne 2 entsteht bei Remedy und wird deren Northlight-Engine (Nachfolger von "MaxFX") verwenden. Wann das Spiel erscheint, ist nicht bekannt, die jüngsten Gerüchte deuten jedoch darauf hin, dass es nicht mehr allzu lange dauern könnte - passend zu Max' 25. Jubiläum. Wer nicht warten kann, probiert eine der neuen Pathtracing-Modifikationen für das Original aus, welche auf Nvidias RTX Remix basieren.
Originale PCGH-Screenshots aus dem Juli 2001
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Und es war komplett überwältigend. Ich erinnere mich daran wie ich dachte, zum ersten Mal ein Game mit einer „erwachsenen" Story zu sehen.
Zwischendrin geschah 9/11 und ich überlegte, zumindest vorübergehend zu pausieren, aber schließlich stellte ich mir vor, die Terroristen über den Haufen zu schießen, dann ging es wieder. Aber für mich wird es auf ewig mit 9/11 verknüpft sein.
Hardware war
700MHz AMD Duron
32 oder 64 RAM
Hercules 3D Prophet GeForce 2 MX/32MB Dual Display
Samtron 19 Zöller
Kann nicht sagen, dass es geruckelt hätte, habe die Einstellungen soweit angepasst, bis es für mich nicht mehr stotterte.
Aber ich war da nie empfindlich und bin heute noch mit 60 FPS zufrieden und kann auch noch mit 45 leben
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Bei mir zum Beispiel: Tekken (1), Mitte der 90er auf einem Arcade Automaten gesehen. Sehr gutes Beispiel auch Max Payne, oder später Crysis: Das waren alles Momente in denen einfach die Kinnlade auf den Boden ist. Ein Sprung in der Grafik und Realismus der völlig begeistert hat.
Heute gibt's das einfach gar nicht mehr. Jede neue Grafik ist nur noch minim anders, oft frage ich mich ob es überhaupt besser ist (wenn ich z.b. Effektqualität oder Raytracing anpasse kann ich gar nicht sagen ob es vorher oder nachher realistischer war)
Könnte mir vorstellen dass KI, mit realistischen NPC und Interaktionen nochmal so einen Meilenstein zustande bringt
Das ist Guru 3D. Und zwar nicht 2001 -- sondern 2016.
Ich hatte damals übrigens ne GF2 MX -- erst später durch ne gebrauchte Pro getauscht.
wobei an der Tabelle schon was dran ist.
Ab 60+ FPS kann man heute noch wunderbar Shooter zocken.
@ Max Payne 1
Ich habe die Retail DVD (oder CD ?) und die Steam Version.
Die Steam Version kriege ich nicht mehr am laufen.
Weiß einer Rat?
Und fairerweise muss man sagen dass es über weite Teile gar nicht sooo schlecht lief. In engeren Räumen oder je nach Blickwinkel waren da durchaus 40 fps und mehr drin, damals klappte anscheinend das Culling schon sehr gut. War halt bitter wenn man sich daran gewöhnt hat und man dann auf einmal in irgendne größere Lobby kommt mit vielen Objekten und dann vier, fünf Leute auftauchen und rumschießen. Schwupp, 15 fps
Ich hatte damals die Geforce 2 MX drin gehabt.
Die war damals auch bedingt durch die gute Presse (computec Verl) mein Kauf geworden.
Dann hatte ich noch den Schulfreund mit der Geforce 2 MX missioniert, der sie sich auch holte,
um sein Beben 3 im Clan zu zocken.
@ Voodoo
Krass wie schön die vier Recheneinheiten der Voodoo 6000 hier skalieren.
Aber ich kann mir auch vorstellen, dass die damals nicht in jedes Gehäuse reingepasst hat.
War die eigentlich laut, wenn dei 6000 in z.B. in Max-Payne auf Volllast lief ?