Max Payne wird 25: Retro-Grafikkarten stellen sich dem "fotorealistischen" Bullet-Time-Shooter

Max Payne aus den finnischen Remedy Studios ließ im Sommer 2001 diverse Kinnladen zu Boden fallen. Der düstere Third-Person-Shooter führte nicht nur das "Bullet Time"-Feature ein, sondern ließ auch jeden PC glühen. PCGH wirft einen nostalgischen Blick zurück.

13
Special Raffael Vötter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Max Payne wird 25: Retro-Grafikkarten stellen sich dem "fotorealistischen" Bullet-Time-Shooter
Quelle: Remedy

"Eine düstere, melancholische Stimmung, gepaart mit stilisierten Gun-Fu-Kämpfen in Zeitlupe und einer klassischen Rachegeschichte im Noir-Stil: Max Payne revolutionierte die Spielewelt und ist bis heute einer der besten Story-Shooter aller Zeiten", mit diesen Worten leiten unsere Kollegen von der PC Games ihr Retro-Special ein - und wir stimmen zu! Heute vor 25 Jahren servierte uns der finnische Entwickler Remedy einen Shooter-Leckerbissen, welcher nicht nur technisch Maßstäbe setzte. Da wir von der PCGH jedoch Hardware-Nerds sind, werfen wir anlässlich des Geburtstages einen konzentrierten Blick auf die damals bahnbrechende Technik.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"MaxFX" war Programm

Als Max Payne im Sommer 2001 erschien, war die Welt eine andere. Intel arbeitete an der 10-GHz-Architektur, 64 MiByte VRAM galten als üppig, das iPhone war noch nicht erfunden und PC-Spieler trauerten dem kürzlich davongeschiedenen Grafikkartenpionier 3dfx nach. Es war eine Zeit, in der 1,5-GHz-Prozessoren mit einem "P-Kern" das Maß der Dinge waren. Grafikkarten erreichten dank rasanter Fertigungssprünge noch alle sechs Monate neue Leistungssphären. Anstelle von drei GPU-Schmieden gab es unzählige und sie alle versuchten, den noch jungen Markt der Grafikkarten zu erobern. Dieses Wettrüsten ging einher mit immer hübscheren Spielen, oft war von "Fotorealismus" die Rede - selbstverständlich auch bei Max Payne, welcher im Juli 2001 mit Lederjacke die Bühne betrat.

Die Pracht, welche Entwickler Remedy damaligen Spielern kredenzte, war atemberaubend. Polycount, Effekte, Animationen, Stil: Kein Spiel kam auch nur ansatzweise an Max Payne heran - und eine fantastische Vertonung, welche die düstere Atmosphäre unterstützte, gab es obendrauf. Die Basis dafür bildete die MaxFX-Engine, an der Remedy seit 1997 arbeitete und welche auch die ersten 3DMark-Benchmarks (inklusive des Vorläufers Final Reality) antrieb. Aus heutiger Sicht wirken die Foto-Texturen - gerade die starren Grimassen - altbacken, vor 25 Jahren dachte man jedoch, dass es kaum noch besser geht. Zeitgenössische PCs kapitulierten scharenweise, denn neben ungewohnt hohen Polygonmengen galt es auch, hochauflösende Texturen mit mehreren Lagen (inklusive Detail Textures) zu stemmen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"Payne to the Max" für Grafikkarten

Wer nicht gerade in eine sündhaft teure Geforce-3-Grafikkarte nebst Thunderbird-Prozessor investiert hatte, musste notgedrungen die Details und Auflösung reduzieren. Während sich ruckelresistente Enthusiasten an 1.600 × 1.200 Pixeln in 32 Bit Farbtiefe erfreuten, kämpften sich die meisten Spieler in 1.024 × 768 × 16 durch New York [selbstverständlich mit maximalen Details - Anmerkung des Autors]. Max Payne gehörte zu den ersten Spielen, bei denen eine Grafikkarte mit Hardware-T&L - einem neuartigen Rechenwerk, das sich um Polygonberechnung und Beleuchtung kümmert - für den Unterschied zwischen Spaß und Ruckelorgie sorgen konnte. Denn fehlte diese Einheit, musste sich der ohnehin überforderte Prozessor darum kümmern.

3dfx Voodoo, ATI Rage, PowerVR Kyro und viele andere Grafikkarten hatten somit deutliche Nachteile, während ATI Radeon und Nvidia Geforce ihre Muskeln zeigten. Da Upsampling noch nicht erfunden war, entlastete man überforderte Pixelschubser effektiv durch Absenkung der Auflösung und Farbtiefe. Die damals allgegenwärtigen Röhrenbildschirme spielten dabei nicht bloß mit, sondern dankten es mit höheren Bildwiederholraten - wie gesagt, andere Zeiten.

Wir feiern Max Paynes 25. Geburtstag - strenggenommen ist der Gute bereits 60 - mit frisch aufbereiteten Retro-Benchmarks. Einige davon stammen aus unserem Special 3dfx History und Voodoo 5, andere aus dem Test der Voodoo 5 6000. Enthalten sind Grafikkarten der Jahrgänge 1999 bis 2002, ohne dass ein CPU-Limit dazwischenfunkt. Wir zeigen nicht nur Max Payne, sondern auch den Nachfolger Max Payne 2: The Fall of Max Payne aus dem Jahr 2003. Letzteres schmeißt unter anderem die Detail-Texturen über Bord und weist trotz der abermals verfeinerten Grafik und Physik eine grundsätzlich bessere Performance auf. Falls Sie Max Payne (1) besitzen und die Werte nachstellen möchten: Wir testen die altehrwürdige PCGH's Final Scene No.1 (VGA-Demo).

Wie Sie sehen, unterscheidet sich die Performance zwischen Max Payne (Juli 2001) und Max Payne 2 (Oktober 2003) deutlich. Letzteres wurde erstmals konsequent auf 32-Bit-Farbtiefe getrimmt, während Teil 1 noch auf 16-Bit-Boliden wie der Voodoo 3 lauffähig ist (hier Werte mit stolzen 208 MHz). Offenbar floss viel Zeit in die Optimierung der Technik, während Teil 1 vor allem bombastisch aussehen sollte.

Randnotiz: Als Max Payne erschien, war Nvidias Geforce 3 die schnellste erhältliche Grafikkarte. ATIs Radeon 8500 nahm nur wenige Wochen später Platz auf dem Thron (August 2001), während die Geforce 4 Ti 4200 erst im Mai 2002 verfügbar war. Die meisten zeitgenössischen Grafikkarten hatten mit Max Payne (1) deutlich zu kämpfen - vor allem Voodoo-Modelle, deren Treiber-Support bereits Ende 2000 zum Erliegen kam.

Max Payne RTX & Remake

Nach dem kontroversen dritten Teil nahm sich Max Payne eine Auszeit. Zehn Jahre später meldete er sich zurück: Wie Remedy am 6. April 2022 verkündete, arbeite man an einem "Single Game"-Remake von Max Payne und Max Payne 2. Wenngleich die Ankündigung für Freude bei den Fans sorgte, spülte sie auch Bedenken hoch, denn erneut ist Rockstar Games, bekannt für die GTA-Serie, involviert. Wer die Pressemitteilung genauer liest, findet Erleichterung bei der Wortwahl: Rockstar übernimmt lediglich das Publishing (und somit die Finanzierung) - wie bei den ersten beiden Spielen.

Die Besorgnis basiert auf Max Payne 3, bei dem Rockstar auch die Entwicklung des Spiels übernahm und einen deutlich anderen Ton anschlug. Insofern Entwarnung: Das Remake von Max Payne und Max Payne 2 entsteht bei Remedy und wird deren Northlight-Engine (Nachfolger von "MaxFX") verwenden. Wann das Spiel erscheint, ist nicht bekannt, die jüngsten Gerüchte deuten jedoch darauf hin, dass es nicht mehr allzu lange dauern könnte - passend zu Max' 25. Jubiläum. Wer nicht warten kann, probiert eine der neuen Pathtracing-Modifikationen für das Original aus, welche auf Nvidias RTX Remix basieren.

Originale PCGH-Screenshots aus dem Juli 2001

Warum diese Retrospektive wichtig ist
  • Max Payne zeigt exemplarisch, wie leistungsfähige GPUs mit Hardware-T&L Anfang der 2000er den technischen Fortschritt bei PC-Spielen beschleunigten und ältere Grafikkarten schnell an ihre Grenzen brachten.
  • Die Retro-Benchmarks liefern Hardware-Fans einen seltenen Leistungsvergleich historischer Grafikkarten und zeigen, wie stark sich Optimierungen zwischen Max Payne und Max Payne 2 auf die Performance ausgewirkt haben.
  • Fans der Serie freuen sich auf das angekündigte Remake, das von Remedy entwickelt wird und die moderne Northlight-Engine nutzt - ein Veröffentlichungstermin steht aber noch aus.

Mitmachen und kommentieren

Max Payne, dearest of all my friends: Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre Meinung in den Kommentaren zu diesem Retro-Spezial. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

13
    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BeeBlink Komplett-PC-Käufer(in)
        Damals 2001 auf meinem ersten Rechner gezockt, und es war das erste Game, das ich überhaupt auf einem PC gespielt habe.

        Und es war komplett überwältigend. Ich erinnere mich daran wie ich dachte, zum ersten Mal ein Game mit einer „erwachsenen" Story zu sehen.

        Zwischendrin geschah 9/11 und ich überlegte, zumindest vorübergehend zu pausieren, aber schließlich stellte ich mir vor, die Terroristen über den Haufen zu schießen, dann ging es wieder. Aber für mich wird es auf ewig mit 9/11 verknüpft sein.

        Hardware war
        700MHz AMD Duron
        32 oder 64 RAM
        Hercules 3D Prophet GeForce 2 MX/32MB Dual Display
        Samtron 19 Zöller

        Kann nicht sagen, dass es geruckelt hätte, habe die Einstellungen soweit angepasst, bis es für mich nicht mehr stotterte.
        Aber ich war da nie empfindlich und bin heute noch mit 60 FPS zufrieden und kann auch noch mit 45 leben

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen][Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von BeeBlink Komplett-PC-Käufer(in)
        Damals 2001 auf meinem ersten Rechner gezockt, und es war das erste Game, das ich überhaupt auf einem PC gespielt habe.

        Und es war komplett überwältigend. Ich erinnere mich daran wie ich dachte, zum ersten Mal ein Game mit einer „erwachsenen" Story zu sehen.

        Zwischendrin geschah 9/11 und ich überlegte, zumindest vorübergehend zu pausieren, aber schließlich stellte ich mir vor, die Terroristen über den Haufen zu schießen, dann ging es wieder. Aber für mich wird es auf ewig mit 9/11 verknüpft sein.

        Hardware war
        700MHz AMD Duron
        32 oder 64 RAM
        Hercules 3D Prophet GeForce 2 MX/32MB Dual Display
        Samtron 19 Zöller

        Kann nicht sagen, dass es geruckelt hätte, habe die Einstellungen soweit angepasst, bis es für mich nicht mehr stotterte.
        Aber ich war da nie empfindlich und bin heute noch mit 60 FPS zufrieden und kann auch noch mit 45 leben

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen][Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von joecnstr Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Thilo
        Ich werde nie vergessen, wie ich meine ersten Shootouts mit Bullet-Time selbst gemacht habe - das war ein Coolness-Moment, der in meiner persönlichen Hitliste der nachhaltigsten Gaming-Momente lifetime sicher in den Top 10, vielleicht sogar Top 5 steht. Und das Feilen an den besten Screenshots hat dann noch mal sehr, sehr viel Bock gemacht.
        Ich weiss genau was du meinst und ich habe mich auch schon gefragt ob man nicht etwas verpasst hat wenn man das damals nicht selbst erlebt hat.

        Bei mir zum Beispiel: Tekken (1), Mitte der 90er auf einem Arcade Automaten gesehen. Sehr gutes Beispiel auch Max Payne, oder später Crysis: Das waren alles Momente in denen einfach die Kinnlade auf den Boden ist. Ein Sprung in der Grafik und Realismus der völlig begeistert hat.

        Heute gibt's das einfach gar nicht mehr. Jede neue Grafik ist nur noch minim anders, oft frage ich mich ob es überhaupt besser ist (wenn ich z.b. Effektqualität oder Raytracing anpasse kann ich gar nicht sagen ob es vorher oder nachher realistischer war)

        Könnte mir vorstellen dass KI, mit realistischen NPC und Interaktionen nochmal so einen Meilenstein zustande bringt
      • Von Mazrim_Taim Volt-Modder(in)
        Zitat von Svenc
        Inb4 Raffi was von Ruckeln (auf allem unter GeForce 2 GTS) sagt:

        Das ist Guru 3D. Und zwar nicht 2001 -- sondern 2016.

        Ich hatte damals übrigens ne GF2 MX -- erst später durch ne gebrauchte Pro getauscht.


        wobei an der Tabelle schon was dran ist.
        Ab 60+ FPS kann man heute noch wunderbar Shooter zocken.

        @ Max Payne 1
        Ich habe die Retail DVD (oder CD ?) und die Steam Version.
        Die Steam Version kriege ich nicht mehr am laufen.
        Weiß einer Rat?
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        MaxPayne1... hab ich damals gespielt auf ner GeForce256 und zwar alles auf max. - irgendwie waren damals die 20-25 fps die da rauskamen noch okayish, das Spiel hat ja sowieso was von nem alten 24-fps-Krimifilm.

        Und fairerweise muss man sagen dass es über weite Teile gar nicht sooo schlecht lief. In engeren Räumen oder je nach Blickwinkel waren da durchaus 40 fps und mehr drin, damals klappte anscheinend das Culling schon sehr gut. War halt bitter wenn man sich daran gewöhnt hat und man dann auf einmal in irgendne größere Lobby kommt mit vielen Objekten und dann vier, fünf Leute auftauchen und rumschießen. Schwupp, 15 fps
      • Von ArktosFFM Software-Overclocker(in)
        Früher-Modus an:
        Ich hatte damals die Geforce 2 MX drin gehabt.
        Die war damals auch bedingt durch die gute Presse (computec Verl) mein Kauf geworden.
        Dann hatte ich noch den Schulfreund mit der Geforce 2 MX missioniert, der sie sich auch holte,
        um sein Beben 3 im Clan zu zocken.

        @ Voodoo
        Krass wie schön die vier Recheneinheiten der Voodoo 6000 hier skalieren.
        Aber ich kann mir auch vorstellen, dass die damals nicht in jedes Gehäuse reingepasst hat.
        War die eigentlich laut, wenn dei 6000 in z.B. in Max-Payne auf Volllast lief ?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk