Stop-Killing-Games-Initiative hat Rückenwind: "Ein Spiel, das einmal verkauft wurde, gehört dem Kunden"

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Stop-Killing-Games-Initiative hat Rückenwind: "Ein Spiel, das einmal verkauft wurde, gehört dem Kunden"
Quelle: Erzeugt durch Midjourney

"Ein Spiel, das einmal verkauft wurde, gehört dem Kunden", sagt ein ranghoher EU-Politiker und macht Hoffnung darauf, dass die Stop-Killing-Games-Initiative ein Erfolg wird.

Lobby-Verband zu Spielerettungs-Petition: "Spiele werden dadurch teurer"

Original-Artikel vom 09.07.2025: Die Initiative "Stoppt die Zerstörung der Videospiele" hatte Ende der vergangenen Woche einen Meilenstein erreicht. Die vom Youtuber Ross Scott ins Leben gerufene Aktion erreichte die nötigen eine Million Unterschriften. Doch nun droht Gegenwind seitens der europäischen Spiel-Entwickler und -Publisher. Video Games Europe, ein Handelsverband, der Spieleentwickler und -verleger in der EU vertritt, veröffentlichte am Freitag eine Erklärung, in der er sich gegen Stop Killing Games ausspricht.

"Wir wissen die Leidenschaft unserer Community zu schätzen, aber die Entscheidung, Online-Dienste einzustellen, ist vielschichtig, wird nie leichtfertig getroffen und muss eine Option für Unternehmen sein, wenn ein Online-Angebot nicht mehr wirtschaftlich ist. Wir verstehen, dass dies für die Spieler enttäuschend sein kann, aber wenn es dazu kommt, stellt die Branche sicher, dass die Spieler in Übereinstimmung mit den lokalen Verbraucherschutzgesetzen angemessen über die bevorstehenden Änderungen informiert werden."

"Private Server sind nicht immer eine praktikable Alternative für die Spieler, da die Schutzmaßnahmen, die wir zur Sicherung der Spielerdaten, zur Entfernung illegaler Inhalte und zur Bekämpfung unsicherer Community-Inhalte ergriffen haben, nicht existieren würden und die Rechteinhaber haftbar gemacht würden. Darüber hinaus sind viele Titel von Grund auf so konzipiert, dass sie nur online gespielt werden können. Diese Vorschläge würden die Wahlmöglichkeiten der Entwickler einschränken, da sie die Entwicklung dieser Videospiele unerschwinglich machen würden."

"Wir begrüßen die Gelegenheit, unseren Standpunkt in den kommenden Monaten mit politischen Entscheidungsträgern und den Verantwortlichen der Europäischen Bürgerinitiative zu erörtern".

Zusammengefasst führt Video Games Europe, ein Lobbyverband für die Spieleindustrie in Europa, wirtschaftliche Zwänge an. Es sei zu teuer, Server endlos zu betreiben. Und es sei auch zu teuer, die Systeme auf Private Server umzustellen. Fanprojekte, um den Mehrspielermodus zu erhalten, würden für die Rechteinhaber ein Haftungsproblem darstellen. Solange es solche Fanprojekte gibt, spielen Spieler natürlich auch noch solche Spiele, weshalb die Argumentation kritisiert wird, dass Entwickler und Publisher den Stecker ziehen, wenn ihnen die Kosten für ein Spiel zu hoch werden, das ziemlich am Ende seines Lebenszyklus steht.

All die verbliebenen Spieler haben aber weiter ein Recht darauf, den einst bezahlten Lizenzvertrag zu nutzen. Und man ist dann wieder bei den langen Nutzungsbedingungen, die man quasi ungelesen beim Kauf abnickt. Möglicherweise kann die Stop-Killing-Games-Initiative hier wirken, um Klauseln in den Nutzungsbedingungen ungültig zu machen. So könnte ein Passus zum Beispiel lauten, dass der Support gesichert sein muss, solange ein Unternehmen auf die Urheberrechte besteht. Stellt ein Unternehmen das Projekt nach 10 Jahren als Open Source bereit, könnte die Community den Support übernehmen und das Unternehmen wäre aus der Pflicht entlassen.

Das aber ist nur ein Gedankengang. Der Lobbyverband befürchtet, dass die Kosten für Spiele explodieren, wenn Entwickler schon den EOL (End of Life) ins Spiel einbauen müssen - und viel schlimmer, dass mit den steigenden Kosten die vielfältige Entwicklerlandschaft geschädigt würde.

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Prominente Unterstützung aus der Politik

Update vom 14.07.2025: Während die Lobbyverbände der Entwickler und Publisher gegen die Stop-Killing-Games-Initiative sind, kommt aus der Politik erste, vorsichtige Zustimmung zum Vorhaben. Nicolae Ștefănuță, rumänischer Politiker und Vizepräsident des Europäischen Parlaments, hat sich zur Unterstützung von Stop Killing Games geäußert. Er sagte, er stehe "mit den Menschen" hinter der Initiative und dass "ein Spiel, sobald es verkauft ist, dem Kunden gehört und nicht dem Unternehmen".

Ștefănuță habe die Petition selbst unterzeichnet und werde sie unterstützen, wo er kann. Im Moment werden weiter Unterschriften gesammelt, damit am Ende sichergestellt ist, dass Streichungen nicht zur Disqualifikation führen. Die Kampagne kann mit ihren eine Million Unterzeichnern nun an die EU zur Prüfung gegeben werden und könnte in einer öffentlichen Anhörung und/oder Parlamentsdebatte enden.

Für einen Erfolg sind einige Hürden zu nehmen, weshalb die prominente Unterstützung von politischer Seite gern gesehen ist - vor allem von einem ranghohen Parlamentsmitglied. In Großbritannien, nicht mehr Teil der EU, hat die Initiative ebenfalls 150.000 Unterzeichner gefunden und muss damit im Parlament debattiert werden.

Quelle: Stop Killing Games (via Bluesky)

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    • Kommentare (46)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Flossenheimer PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Healrox
        Wenn das ein paar Bengels in ihrer Freizeit hinkriegen, werden es die Devs auch schaffen. Bin mir ganz sicher.
        Nur das es diese "Bengels" und Communitys es teils doch besser hinbekommen, als es manche Devs können oder wollen.
      • Von Flossenheimer PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Healrox
        Wenn das ein paar Bengels in ihrer Freizeit hinkriegen, werden es die Devs auch schaffen. Bin mir ganz sicher.
        Nur das es diese "Bengels" und Communitys es teils doch besser hinbekommen, als es manche Devs können oder wollen.
      • Von Healrox Software-Overclocker(in)
        Ich finde halt auch kein Argument, was nicht vorgeschoben wäre.
        Sie schreiben doch eh alles, in die AGBs, was ihnen einfällt. Dann können sie auch reinschreiben, das sie aus der Haftung sind, wenn das Spiel EOL ist.
        Das ist doch jedem klar, das du dafür verantwortlich bist, wenn du einen eigenen Server aufmachst.
        Und Online Zwang... Wissen wir auch alle... Du kannst auch Steam Spiele ohne Steam spielen. Seit es Clans und Bosse gibt, gibt es WOW Server abseits von Blizzard.
        Wenn das ein paar Bengels in ihrer Freizeit hinkriegen, werden es die Devs auch schaffen. Bin mir ganz sicher.
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Es ist schon lustig. Niemand zwingt Entwickler Inhalte online bereitzustellen oder ein System aufzubauen was zwingend Onlineserver bedingt. Das war eine Designentscheidung und meist für die Monetarisierung notwendig.
        Wenn es denen zu teuer ist sollen sie keine solchen Spiele entwickeln. Deshalb Leuten Zugang zu gekauften Inhalten zu verwehren ist eine Unverschämtheit.
      • Von Pleasedontkillme Software-Overclocker(in)
        Die Spieler haben sich immer gegen die Online-Zwänge aufgelehnt, aber die Publisher haben es trotzdem zuhaufen einfach durchgeboxt.

        Jetzt ist es unser Problem? NEIN!
        Niemand hat danach gefragt, jetzt sollen Sie es richten oder zurück erstatten.

        Schön waren die Zeiten, wo man im CounterStrike oder UT einen Server eröffnen konnte.
        Das Tool war einfach dabei.
        Und die Tools gibt es auch heute noch in den neuen Spielen, also rückt sie raus, wenn Ihr nicht mehr Hosten wollt.
      • Von Khaos-Thanathan BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von shaboo
        Sorry, aber genauso sehr, wie Lobbyverbände natürlich dazu da sind, einseitige Interessen zu vertreten, genauso wenig ist der übliche Forumsmob dazu in der Lage, eine objektive und ausgewogene Diskussion zu führen.
        Auch als "Forumsmob" kann man ziemlich objektiv sehen, dass betreffend digitale Güter stark zugunsten der Industrie ein Regelungsvakuum herrscht, das so betreffend analoge Güter nicht besteht. Allein schon der Umstand, dass du quasi jederzeit enteignet werden kannst, ist schon bezeichnend.
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