Skylake-SP vs. Epyc: Intel zieht merkwürdige Vergleiche - "Naples zusammengeklebt"
In seinen Präsentationen zur Veröffentlichung der Server-CPUs Skylake-SP hat Intel einige Energie darauf verwendet, AMD und seine Naples-basierten Epyc-CPUs schlecht zu reden. Das nimmt Ausmaße an, die ungewöhnlich anmuten. Bei Naples klebe AMD lediglich vier Desktop-Dies zusammen.
Intel hat seine Server-Prozessoren der Skylake-SP-Familie mit bis zu 28 Kernen offiziell veröffentlicht. Wie üblich gibt es zum Launch zahlreiche Präsentationsfolien, welche die Architektur- und Produktdetails herausstellen sollen. Auch Quervergleiche zur Konkurrenz sind üblich - in diesem Fall zu AMDs jüngst veröffentlichten Epyc-CPUs -, haben hier jedoch ungeahnte Ausmaße angenommen. Einmal mehr wird deutlich, dass sich Intel bedroht fühlt.
Die Kernaussage ist, dass Naples - so der Codename für die Epyc-CPUs bestehend aus vier Zeppelin-Dies zu je acht Kernen auf dem Sockel SP3 - nur "zusammengeklebt" sei. AMD nutze schlichtweg einen "Desktop-Die" für den Server-Bereich. Allerdings kann man das auch umdrehen: Ryzen könnte einen umfunktionierten Server-Chip nutzen, denn der HPC-Einsatz wurde beim Design ganz offensichtlich berücksichtigt, vor allem beim Infinity Fabric.
Beim direkten Vergleich der Spezifikationen verdreht Intel ein wenig die Werte: "Bis zu" 37,5 MiByte treten gegen "zerrissene" 8 × 8 MiByte an (weil auf vier "zusammengeklebte" Dies verteilt). Auf 64 MiByte zählt Intel nicht zusammen. Wohlgemerkt hat Skylake-SP wegen der geänderten Cache-Hierarchie deutlich größere L2-Caches. Das gleiche Spiel wird beim RAM fortgeführt: Skylake-SP hat sechs Speicherkanäle pro Die, Naples zwei - zusammenaddiert sind es eben "nur" sechs vs. acht. Intel gibt dafür korrekterweise an, dass ein Single-Sockel-Eypc zusätzliche 500 GiByte DDR4-RAM adressieren kann.
Ist man nachsichtig, könnte man meinen, der Vergleich zwischen einem Xeon Gold 6134 (2.215 USD) und einem Ryzen 7 1800X (499 USD), jeweils mit acht auf 2,2 GHz untertakteten Kernen, soll den Leistungsunterschied zu einem Epyc 7251 (475 USD) emulieren. Letzterer taktet aber eigentlich mit 2,1 GHz und hat im Gegensatz zum Ryzen acht statt zwei Speicherkanäle sowie 32 statt 16 MiByte L3-Cache. In jedem Fall bleibt der signifikante Preisunterschied.
Generell betont Intel sein deutlich größeres Ökosystem mit anderen Herstellern. Weil Ryzen im Spielebereich Optimierungen brauche, um optimal zu laufen, geht Intel davon aus, dass auch Naples ohne manuelle Anpassungen nicht gut laufe. Dass einige Virtualisierungs-Software nur mit Intel-Hardware läuft, ein sogenannter "Vendor-Lock", wird als positiv herausgestellt. Zu guter Letzt kreidet Intel der Konkurrenz an, dass Zen die erste neue Architektur seit sechs Jahren darstellt.

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Ha! Damit schießt sich Intel selbst ins Bein. Die Firma gesteht ein, dass ein Produkt, zusammengeklebt aus mehreren, minderwertigen Desktop Chips, mehr Leistung bringt als das eigene. Peinlich.
Doch, er dachte der Wert des 6950X wäre von einem Threadripper...
Schon etwas erbärmlich?