So, nun hätte ich aber gerne mein Geld - Die PCGH-Redaktionskolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche berichtet Daniel Möllendorf von einem ebenso fragwürdigen wie erfolgreichen Geschäftsmodell.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche berichtet Daniel Möllendorf von einem ebenso fragwürdigen wie erfolgreichen Geschäftsmodell.
"Wenn Sie mir jetzt fünf Euro überweisen, dürfen Sie in zwei Monaten eine komplette Kolumne von mir lesen; zwei Wochen vor allen anderen! Für sieben Euro füge ich sogar noch ein Bild ein - eventuell eins, das zum Thema passt, vielleicht aber auch ein lustiges Katzenfoto, so genau weiß ich das noch nicht. Außerdem als limitiertes Angebot: Wenn Sie jetzt zehn Euro überweisen, verewige ich Ihren Namen irgendwo in meiner Kolumne.
Sie sind skeptisch? Nun, das wäre ich auch. Doch es gibt ein Geschäftsmodell, das genau nach diesem Muster funktioniert - zu finden unter www.kickstarter.com. Bei der beliebten Crowdfunding-Plattform stellen Kreative ihre Projekte vor und werben um finanzielle Unterstützung. Je nach Betrag bekommt der Kunde (korrekte Bezeichnung: "Backer") eine Belohnung. Die reicht vom simplen Newsletter, über eine Erwähnung des Backers im finalen Produkt, bis zum Abendessen mit dem Team.
Im Spielebereich ist Kickstarter seit Tim Schafers Adventure-Projekt ein wichtiges Thema. Schließlich hat der Monkey-Island-Macher mehr als drei Millionen Dollar gesammelt. Für Entwickler ist Kickstarter natürlich ein Traum: Unabhängig von Publisher-Verträgen und auf prall gefüllten Geldsäcken sitzend, programmiert es sich eben am besten. Doch so sehr ich gerade ambitionierten Indie-Teams den Erfolg gönne: Für den Kunden bleibt stets ein Risiko, er kauft die sprichwörtliche Katze im Sack. Schließlich sind bereits die ersten Kickstarter-Enttäuschungen erschienen. Ein Beispiel ist für mich das Mobile-Game Star Command. Als Sci-Fi-Fan und FTL-Spieler habe ich mich sehr auf diese Raumschiff-Captain-Simulation gefreut. Doch erst nach reichlicher Verspätung erschien eine iOSVersion, bei der die Entwickler nach eigener Aussage lediglich 30 Prozent der geplanten Features umsetzen konnten. Von der Android-Variante fehlt, abgesehen von dem simplen Hinweis "coming soon", jede Spur. Auch die Android-Spielekonsole Ouya, für die ich vorab 145 US-Dollar locker gemacht habe, hing nach langer Wartezeit im Zoll fest; womöglich wegen eines fehlenden CE-Logos. Beim ersten Ausprobieren fiel dann gleich die rechte Schultertaste von einem der beiden Controller aus.
Was lernen wir daraus? Rein gar nichts. Denn wenn Chris "Wing Commander" Roberts eine Weltraumsimulation mit Cry-Engine 3 anpreist, zücke ich natürlich trotzdem wieder bereitwillig meine Kreditkarte, ganz nach dem Motto "shut up and take my money" ("seien Sie doch bitte ruhig und nehmen Sie mein Geld"). Einfach weil wir Spieler uns gerne mitreißen und begeistern lassen und Vorfreude immer noch die schönste Freude ist. So, nun hätte ich aber gerne meine zehn Euro. Henry Hagenstrom."

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht:
Battle worlds, Wasteland 2, Divinity: OS und auch das dann bald fertige Darkets Dungeon waren alles gute Spiele und lieferten, was versprochen wurde!
Ohne KS wären diese Spiele wohl nie Realität geworden.
Von daher, bei vielversprechendem Projekt spende ich, wie jüngst auch zu Bard´s Tale IV !
Von mir gibts nur Bares gegen "Wa(h)res" so einfach ist das. Erspart mir Entäuschungen
Danke für den Artikel und ich bin so froh das ich nicht nach einem Katzenfoto suchen musste sondern eins im Artikel drin ist, Danke dir dafür
würde mich mal interessieren, welche projekte du meinst.
Erster Google-Treffer
Aktuelles: Erster großer Betrugsversuch bei Kickstarter
Ich habe bisher ca. 76 Euro in Star Citizen gesteckt und dass hat mehrere Gründe:
- Ich bin ein Fan von Weltraumsimulationen, die in den letzten Jahren mehr als selten geworden sind (lassen sich ja auf Konsolen schlecht umsetzen und sind nichts für die breite Masse)
- Die Chance bei einem Entwicklungsprozess von Anfang an dabei sein zu können.
- Ich hab einfach den Einheitsbrei satt, der uns von den Publishern Jahr für Jahr vorgesetzt wird.
- Star Citizen wird ein Spiel, dass aktuelle Hardware endlich mal ausnutzt, ohne dabei nur eine schlechte Konvertierung zu sein.
Mir ist dabei durchaus bewusst, dass ich das ganze Geld dabei in den Sand gesetzt haben könnte, aber das ist mir mit regulären Spielen auch schon passiert.
Auch hier hatte ich Vertrauen in Spielefirmen gesetzt, die in der Vergangenheit gute Arbeit abgeliefert haben und dann nur noch Gurken geliefert haben.
Nur mal SimCity und DragonAge 2 als Beispiele genannt. Bei beiden habe ich aus Vertrauen jeweils die Digitalen Collector-Editionen vorbestellt.
Daher ist das Risiko hier nicht viel höher. Ich würde in ein Kickstarterprojekt niemals mehr investieren, als ich auch maximal für eine Collectors-Edition ausgeben würde.
Daher ist es für mich auch eher wie eine Vorbestellung mit dem Zusatznutzen, dass ich schon vorher die Alpha und Beta spielen kann und im Gegensatz zu den „Offenen Betatests“ die sonst so laufen und nichts anderes als verkappte Demos sind, habe ich hier noch die Hoffnung, dass gemeldete Fehler auch beseitigt werden.