Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

Während sich viele große Speicherhersteller bereits in die neue Dimension mit PCI-Express 4.0 wagen, will Toshiba mit der RC500 die preisgünstige Mittelklasse der PCI-Express-3.0-SSDs erobern. Der UVP mit nur 60 Euro für 500 GB mit einer NVME-SSD klingt zumindest interessant. Die Transferraten im Datenblatt klingen zwar nicht rekordverdächtig, aber lassen hier ein preiswertes Modell für den Otto Normalanwender vermuten, was wir hier im Test überprüfen.

7
Test Manuel Christa Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC
Quelle: PC Games Hardware

Vor einigen Jahren gab es unter den SSDs nur zwei Schubladen: Die Gut-und-günstig-Kategorie der SATA-Modelle, hauptsächlich im 2,5-Zoll-Format, und die dekadente Luxusklasse der NVME-SSDs im M.2-Format. Mittlerweile ist die NVME-Klasse viel breiter aufgestellt und es sind mehrere Preis-Leistungs-Kompromisse hinzugekommen, welche den SATA-SSDs gut Konkurrenz machen.

Die RC500 ist eine davon, die mit ihren Datenraten von circa 1.700 MB/s keine Rekorde bricht, aber mit ihrem günstigen UVP von 60 Euro bei 500 Gigabyte eine gute Alternative zur SATA-SSD zu sein scheint. Im August 2019 hat Toshiba neue PCI-Express-3.0-Modelle angekündigt, die beide auch zu erwarten waren, da sie OEM-Vorboten-Modelle hatten. Die RD500 ist die Consumer-Variante des OEM-Modells XG6, welche wir als Muster bereits Anfang 2019 zum Test bekommen hatten. Beide SSDs nutzen den aktuellen 96-lagigen BiCS-X3-Flash, unterscheiden sich aber im Controller. Der einer RC500 ist nur mit vier statt acht Kanälen an den Flash angebunden, was den Leistungsunterschied der beiden Modelle ausmacht. Die RC500 nutzt vier PCI-Express-3.0-Lanes und nicht etwa nur zwei, wie die Transverraten vermuten lassen und anderorts im Netz behauptet wird. Die Bandbreite Schnittstelle wird zumindest mit komprimierbaren Daten ausgereizt: Im Atto Disk Benchmark erreicht die SSD Leseraten über 3.400 MB/s.

Bildergalerie

Toshiba RC500: Passable Praxisleistung

Während die synthetischen Benchmarks lediglich die Herstellerangaben im Datenblatt bestätigen, macht die RC500 in unseren Praxistests einen guten Eindruck: Kleinere Gigabyte-Mengen sind für sie kein Problem und kopiert diese ähnlich schnell wie Oberklasse-Modelle, etwa eine WD Black SN750. Erst wenn der SLC-Cache voll ist und größere Mengen geschaufelt werden, etwa ein ganzer Spieleordner, trennt sich die Spreu vom Weizen. Hier kann sie sich wie erwartet zwischen der SATA-Mittelklasse und den neuen, teuren PCI-Express-4.0-Modellen positionieren. Wer also nicht häufig die großen Gigabytes jongliert, kann mit der RC500 einen guten Preis-Leistungsschnapper finden.

In unserem aktuellen Benchmark-Set finden sich noch wenige Modelle, weil wir mit PCI-Express 4.0 das Testsystem gewechselt haben. Tonnenweise andere SSDs und Benchmarks mit unserem alten (aber noch immer aktuellen) 3.0-Testsystem, sind in unserer SSD-Kaufberatung zu finden.

Toshiba RC500: Günstig, gut und schnell, aber ohne DRAM-Cache

Zum Testzeitpunkt ist die Toshiba RC500 zwar schon gelistet, liegt mit 75 Euro aber noch über dem Hersteller-UVP von 59,90 Euro. Nehmen wir jetzt mal an, dass die SSD zum Marktstart auf UVP-Niveau fällt, kann sie sich im Preis-Leistungsvergleich sehen lassen. Das gute SATA-Modell Crucial MX500 kostet bei gleicher Kapazität nahezu das gleiche. Der aktuelle Preis-Leistungs-Sieger der PCI-Express-Oberklasse, die Corsair MP510, kostet bei 480 GB so viel wie die RC500 jetzt gelistet ist. Ein nicht ganz unwesentlicher Unterschied zu diesen beiden Konkurrenten, aber auch zum großen Bruder RD500, ist der fehlende DRAM-Cache, der sich zwar nicht unbedingt in der Leistung bemerkbar macht, die SSD aber prinzipiell etwas haltbarer (nicht ausfallsicherer!). Toshiba hat bei der RC5000 wohl aus Kostengründen auf den DRAM-Cache verzichtet.

Aus Toshiba Memory wird Kioxia

Übrigens: Wer über den Namen "Kioxia" stolpert: Das ist der neue Markenname der Speichersparte von Toshiba. Künftige Modelle werden nicht mehr unter Toshiba, sondern unter dem Namen Kioxia erscheinen.

  Toshiba/Kioxia RC500
Kapazität 500 GB
Produktinfo/-name RC500
Modellbezeichnung THN-RC50Z5000C8
Hersteller (Website) Toshiba/Kioxia (toshiba-memory.com)
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/2166240
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 75,-/befriedigend
Preis pro GiByte € 0,16/GiByte
Mittlere Ausfallzeit (MTBF) 1.500.000 Stunden
SSD-Controller Toshiba
Flash-Chips 3D-NAND TLC (BiCS, 96 Lagen)
DRAM-Cache -
Ausstattung (20 %) 1,98
Formatierte Kapazität (GiByte) 465,66
Garantiegrenze (Zeit/TBW) 5 Jahre/ 200
Format M.2 2280
Zubehör/Besonderheiten SSD Utility
Eigenschaften (20 %) 2,0
Atto Disk Benchmark (max. Lesen, max. Schreiben) 3423 MB/s, 1649 MB/s
AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) 1371,34 MB/s, 1563,28 MB/s
Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) 11,44 Sekunden
Bilder-Stapelverarbeitung, Kopiertest 10 GB, 120 GB 264 Sek., 35,4 Sek., 277 Sek.
Leistung (60 %) 2,07
Endnote 2,04
7
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Zitat von fotoman
        Was ist denn eine Offenbarung für Dich?
        Ab 30% wird es bestimmt so langsam spürbar.

        Wenn aus einer werbewirksam 5-6x so hohen Geschwindigkeit zum fast dreifachen Preis (970 Pro?) dann 1-17% oder so etwas werden, ist das für mich ein recht fragwürdiger Gewinn.
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Zitat von fotoman
        Was ist denn eine Offenbarung für Dich?
        Ab 30% wird es bestimmt so langsam spürbar.

        Wenn aus einer werbewirksam 5-6x so hohen Geschwindigkeit zum fast dreifachen Preis (970 Pro?) dann 1-17% oder so etwas werden, ist das für mich ein recht fragwürdiger Gewinn.
      • Von fotoman Volt-Modder(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Zitat von XT1024
        Am interessantesten finde ich ja wieder den Ladezeittest. 1,5 Sekunden zwischen der schnellsten und der SATA.
        Und trotzdem gibt es bei manchen mit ihrer super plus deLuxe Pro SSD angeblich eine wahre Offenbarung.
        Was ist denn eine Offenbarung für Dich? Ich habe den Wechsel von einer alten Intel SSD 320 (280 MB/s lesen, 175 MB/s Schreiben) auf eine Intel 660p gemerkt. Mit der Zeit weiss man halt, wie lange man bei unverändertem System warten muss, bis alles läuft. Wenn das dann regelmäßig 10-20% schneller geht (Win 10 nach der BIOS-Meldung), dann ist sowas halt offensichtlich. Ob einem sowas Geld wert ist, ist eine ganz andere Sache.

        Wer dann sein System u.U. auch noch mit >32 genutzten GB Ram in den Ruhezustand (suspend to disk) fährt oder beim Shutdown seine gefüllte Ramdisk sichern lässt, der kann sich schon vorher ausrechnen, wieviel schneller der Shutdown und auch der Neustart ist. Die 32 GB wollen halt geschrieben und auch wieder gelesen werden. Ob ich mit einer aktuellen SATA SSD (zur einfachen Rechnung mit 500 MB/s angenommen) 64 Sekunden warte oder mit einer einfach NVMe (1500 MB/s) nur gut 21, merkt jeder, der seinen Rechner kennt.

        Bei dem "Copy Game folder" wäre u.U. noch interessant zu erwähnen, ob der Virenscanner dabei ruhig geblieben ist und ob mit dem Explorer kopiert wurde oder ob mit einem entsprechend dafür ausgelegten Tool mehrere Files parallel kopiert wurden?

        Außerdem finde ich es irgendwie schade, dass zwar im Text die Crucial MX500 erwähnt wird, als einzige SATA-Referenz dann aber eine TeamGroup ohne DRam-Cache genutzt wird, die aktuell sogar noch spürbar mehr wie die Crucial kostet.

        Am Ende merken hoffentlich die Interessenten, dass der Test nur für die 500 GB Variante gültig ist. Die 250GB Variante ist erwartungsgemäß langsamer und die auf Geizhals schon vorangekündigte Variante mit 1 TB gibt es bei Toshiba auf der Seite nicht.
      • Von der_yappi Volt-Modder(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Interessanter Test.
        In was für Speichergrößen wird es das Modell geben?
      • Von PCGH_Manu Software-Overclocker(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Auf die Offenbarung von PCI Express 4.0 jenseits synthetischer Benchmarks warte ich auch noch. Wer will den wo eine gehabt haben? Man offenbare mich!

        In der Stapelverarbeitung gab es am alten SSD-Testsystem schon noch Varianzen von +-20 %, auch wenn viele hier ein relativ ähnliches Ergebnis hatten. (guck: https://www.pcgameshardwa...) Ins CPU-Limit läuft das Szenario nicht, aber da es ein praktisches ist, wollte ich ihn nicht abschaffen.

        0 GB gefixt. Thx.

        Lasse gerade eine HDD durchlaufen. Atto und Ladezeiten sind schon eingetragen. Die Kopiertests, erst recht der lange, dürfte die Skala sprengen. Ich überlege, für HDDs ein extra Set zu basteln. Passiert aber erst nach und nach. Wie im Test erwähnt: Das System ist noch neu und es ist ein Progress
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        AW: Toshiba RC500 im SSD-Test: Mittelklasse-Riegel für den Alltags-PC

        Am interessantesten finde ich ja wieder den Ladezeittest. 1,5 Sekunden zwischen der schnellsten und der SATA.
        Und trotzdem gibt es bei manchen mit ihrer super plus deLuxe Pro SSD angeblich eine wahre Offenbarung. Was stimmt denn nun?

        Bei Kopiertests ist immer die Frage, wie viel unterschiedliche Größen ausmachen. Früher war es der Aufbau selbst und heute auch noch der SLC Cache.

        Zitat
        Batch conversion of 2.500 picture files
        Da habe ich sonst nie drauf geachtet aber hier fällt es auf: CPU Limit getestet? "5 MB" lesen, auf den Prozessor warten, "2 MB" speichern ist offenbar keine Herausforderung für SSDs.

        Zitat
        Adata XPG Gammix S50 (0 GB)
        Fehlt da etwas vor der 0?
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk