Samsung SSD 990 Pro im Test: Kapazitäten, Leistung und Fazit
Wie ist die Aufteilung des Caches und welche Leistung kann mit der neuen 990 Pro erzielt werden? Hier erhalten Sie die Antwort mit abschließendem Fazit.
In diesem Artikel
990 Pro: Nur noch zwei Kapazitäten, gleicher SLC-Cache
Wie jede SSD mit TLC- oder QLC-Flash nutzt auch die 990 Pro wieder einen Pseudo-SLC-Cache, den Samsung "Intelligent Turbowrite 2.0" tauft. Verglichen mit der 980 Pro gibt es kaum Unterschiede: Abgesehen davon, dass es die 990 Pro nur noch in Kapazitäten mit 1 TB und 2 TB geben soll, hat sich hier kaum etwas geändert. Je nach Füllstand der SSD variiert der SLC-Cache zwischen 6 GB und 114 GB bei der 1-TB-Variante. Beim 2-TB-Modell schwankt der SLC-Cache zwischen 10 und 226 GB. Kurz erklärt: Mit dem SLC-Cache wird die Zelle nur mit einem Bit beschrieben, um den Geschwindigkeitsmalus des TLC-Flashs zu kompensieren. Heißt: Ist der SLC-Cache voll, sinkt die Transferrate deutlich. Wir sparen uns den zusätzlichen Test, im Gegensatz zu anderen Kollegen, da dieses Szenario in der Praxis extrem selten vorkommen dürfte und davon abgesehen die Kopierdauer für den Privatanwender nicht allzu relevant sein dürfte.
Quelle: PC Games Hardware
Der SLC-Cache hat sich im Vergleich zur 980 Pro nicht wesentlich geändert.
Leistung: 990 Pro punktet in der Dauerleistung
Wie auch schon die 980 Pro kann sich die 990 Pro nicht ganz an die Spitze setzen, was die Marketing-trächtigen Maximalwerte angeht. Nun macht das die Samsung-SSDs gerade deswegen so sympathisch, weil sie anscheinend nicht mit praxisfernen Bis-zu-Werten brillieren wollen und lieber ein gutes, solides Gesamtbild abgeben. Aber schauen wir uns die Leistung im Detail an:
Samsungs 990 Pro küren wir zur neuen "Konsistenzkönigin". Der Consistency Benchmark von PCMark10 simuliert über einen langen Zeitraum hinweg fordernde Speicherzugriffe und gibt uns somit einen Indikator für die Dauerleistung. Nun ist das wirklich nur relevant für Nutzer, die Gigabyte-weise Daten auf die SSD schreiben, etwa in Render-intensiven Anwendungen wie Blender, After Effects oder anderen professionellen und anspruchsvollen Szenarien. Hier hat schon die 980 Pro ziemlich gut abgeschnitten, aber auch andere "Pro"-Modelle, wie eine Corsair MP600 Pro XT oder Seagate Firecuda 530.
In synthetischen Benchmarks rangiert die 990 Pro hinter fast allen Konkurrenzmodellen mit einem Phison-Controller, welcher wohl ziemlich gut dafür optimiert wurde. Bitte nicht falsch verstehen, der Phison E18 ist auch in der Praxis ein heißes Kraftwerk, dessen Leistung aber je nach Flash-Generation leicht variiert. Eine weitere gefährliche Konkurrenz ist die neue WD Black SN850X. Neben Samsung ist auch Western Digital einer der wenigen Hersteller, der nicht minder erfolgreich die meisten SSDs mit eigens entwickelten Controllern bestückt. Schauen wir uns unsere praktischen Kopiertests an, tummeln sich die beiden neuen SSDs stets in den oberen Rängen.
In den Spiele-Ladezeiten gibt es spätestens seit der zweiten Generation an PCI-Express-4.0-SSDs keine Unterschiede mehr. Fast alle Top-Modelle mit PCI-E-4.0 der letzten beiden Jahre unterscheiden sich in Sekunden lediglich in der Nachkommastelle und kommen je nach Rundung auf 10 oder 11 Sekunden. Auch Samsung betont, dass Spiele in Zukunft mehr von der SSD direkt laden werden, um den RAM zu entlasten und sieht die 990 Pro wie schon den Vorgänger 980 Pro bestens dafür gerüstet. Nun wird das aber spätestens mit Microsofts Direct Storage relevant werden, was softwareseitig erst implementiert werden muss und aktuell noch (lange) nicht der Fall ist.
Fazit: Gute, wenn auch geringe Weiterentwicklung
Warum wirft Samsung noch schnell eine PCI-Express-4.0-SSD auf den Markt, während doch gerade PCI Express 5.0 frisch erschienen ist? Weil Samsung es muss. Der Markt ist hart umkämpft: Phison hatte mit den ersten und schnellsten Controllern - und vor allem anderen Herstellern - vor drei Jahren das PCI-Express-4.0-Zeitalter eingeläutet. Und das, obwohl einst Samsung hier Technologieführer war. Gleichzeitig sind neue Player auf dem Markt, auch die Controller von Silicon Motion oder Innogrid können überzeugen. Samsung war im Zugzwang, gegen die Modell-Phallanx an SSDs mit Phison-E18-Controllern anzutreten. Western Digital hat das mit einem Nachschlag, der WD Black SN850X, schon etwas früher getan. Ja, der Marktanteil von Samsung ist nach wie vor groß, was sich allein am Beliebtheitsranking im Geizhals-Preisvergleich zeigt. Aber darauf können sich die Koreaner nicht ausruhen und wurden zur 990 Pro fast schon genötigt.
Ja, sie kann im Gesamtpaket überzeugen und zeigt eine sinnvolle Weiterentwicklung in Ausstattung und Leistung gegenüber Vorgänger und Konkurrenz. Aber ein Otto Normalanwender spürt die Unterschiede nicht und könnte genauso gut zu einem jahrealten Modell mit PCI Express 3.0 greifen. Deswegen ist auch die Samsung SSD 970 Evo Plus nicht tot zubekommen und wird munter weiterproduziert.
| Produktname | SSD 990 Pro |
|---|---|
| Modellbezeichnung | MZ-V9P1T0BW |
| Hersteller (Website) | Samsung (samsung.de) |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2795958 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | 175,-/ausreichend |
| Preis pro GiByte | € 0,09/GiByte |
| Mittlere Ausfallzeit (MTBF) | 1.500.000 Stunden |
| SSD-Controller | Samsung |
| Flash-Chips | 3D-NAND TLC |
| DRAM-Cache | 1 GiB (DDR4) |
| Ausstattung (20 %) | 1,33 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 1.862,65 GiByte |
| Garantiegrenze (Zeit/TBW) | 5 Jahre/600 TB |
| Datenrate (Schnittstelle)/Formfaktor | 8 GByte/s (PCI-E 4.0 x4)/M.2 2280 |
| Zubehör/Besonderheiten | - |
| Eigenschaften (20 %) | 2,03 |
| Atto Disk Benchmark (max. Lesen, max. Schreiben) | 7.144 MB/s, 6.644 MB/s |
| AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) | 3.049 MB/s, 5.149 MB/s |
| Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) | 10,80 Sek. |
| Bilder-Stapelverarbeitung, Kopiertest 10 GB, 140 GB | 323 Sek., 36 Sek., 63 Sek. |
| Leistung (60 %) | 1,21 |
| Endnote | 1,40 |
| + | Gute Konsistenz |
| - | Teuer |
Welches Argument spricht dann überhaupt für eine NVME-SSD der vielleicht letzten 4.0-Generation wie der 990 Pro? Allen voran der Preis: denn innerhalb 2022 sind die 4.0-Preise gut gesunken, auch bei den Top-Modellen. Und die 990 Pro wird die 980 Pro wohl sukzessive auf dem Markt ersetzen. Dann wäre noch das Argument der Zukunftssicherheit: Ja, für Direct Storage wird PCI Express 4.0 das Minimum werden. Aber, bis das relevant wird, gibt es sicherlich schon PCI Express 5.0 und womöglich auch ein paar neue, aktuellere 4.0-Modelle.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Dafür dass Deine Bench-Werte mit Hintergrund-Caching Software gefaked sind und Du eigentlich Deine RAM-Speeds gemessen hast, sind die Werte trotzdem recht schwach - alle Werte sind bei mir ca. 1,5x-fach, die 4K-Werte in der untersten Zeile eher 3x höher. Mit Deinem 4000er RAM sollten die Werte eigentlich sogar noch besser sein.
Dafür dass Deine Bench-Werte mit Hintergrund-Caching Software gefaked sind und Du eigentlich Deine RAM-Speeds gemessen hast, sind die Werte trotzdem recht schwach - alle Werte sind bei mir ca. 1,5x-fach, die 4K-Werte in der untersten Zeile eher 3x höher. Mit Deinem 4000er RAM sollten die Werte eigentlich sogar noch besser sein.