Leistung und Fazit
In diesem Artikel
Leistung: Recht schwach, selbst für PCI Express 4.0
Mit sequenziellen Lesegeschwindigkeiten bis zu 5.000 MB/s liegt die 990 Evo auf dem Niveau der ersten PCIe-4.0-SSD von 2019. Das klingt nun rückschrittlicher, als es ist: Tatsächlich hat sich seitdem die SSD-Leistung in der Praxis(!) nur geringfügig gesteigert. Ja, es gibt mittlerweile 5.0-Modelle, die fast das Dreifache in der Spitze (und auch nur da) leisten, aber die Realität sieht anders aus: Die Unterschiede zwischen den NVMe-Modellen sind eigentlich nur im Kopieren großer Datenmengen vorhanden. Die 990 Evo kann, wie erwartet, nicht mit guten PCIe-4.0-Modellen mithalten und bietet bestenfalls eine Mittelklasse-Leistung. Damit passt sie aber auch genau in die Nische für anspruchslose Office-PCs, wofür die SSD-Leistung nahezu letztrangig ist und jede NVMe-SSD infrage kommen kann.
Die Beispiele der Ladezeiten zeigen, dass es für Gaming-PCs aber bessere Modelle gibt, die womöglich auch DRAM bieten und durchaus günstiger sein können. Da der Preis der 990 Evo zum Marktstart noch relativ hoch ist, wollen wir das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht bewerten.
Die 990 Evo folgt also nicht unbedingt der Tradiiton vorheriger Evo-Modelle, welche mit ihrer Leistung oben mitspielten und stets auch für ambitioniertere Anwender die erste Wahl waren. Die Leistung ähnelt vielmehr der Samsung-SSD 980 und der entsprechende Name der 990 (ohne Evo) wäre passender gewesen.
Spannend ist zudem die Frage, ob die 990 Evo mit einer PCIe-5.0-Anbindung mit nur zwei Lanes das Gleiche leistet wie im PCIe-4.0-Slot. Kurzum: Ja, das tut sie. Andere Tests berichten zwar von einer "geringeren Konsistenz" in der Leistung, wenn nur zwei Lanes an PCIe 5.0 zur Verfügung stehen, aber das können wir nicht bestätigen. Da nahezu identische Ergebnisse im zweiten Durchlauf auftraten, haben wir es uns gespart, die SSD im nativen 4.0-Slot in den Benchmarks aufzuführen. Im Testsystem nutzen wir für konsistente Ergebnisse stets den PCIe-5.0-x16-Slot mit einer entsprechenden 5.0-Adapterkarte.
Fazit: Innovative Hybrid-Funktion mit ungewisser Zukunft
Auch wenn das doppelgleisige Feature mit dem alternativen 5.0-x2-Modus grundsätzlich die SSD flexibler macht, ist die Funktion eine Wette auf die Zukunft, die aber nicht unbedingt aufgehen muss. Ob zukünftige Mittelklasse-Plattformen überhaupt M.2-Slots mit PCIe 5.0 x2 anbieten werden, ist noch überhaupt nicht absehbar. Ja, das kann Sinn ergeben, wenn vom System nur zwei Lanes abgezwackt werden und damit noch immer eine ausreichende SSD-Leistung geboten wird. Bislang waren aber Slots mir nur zwei Lanes recht selten. Nun wird auf die kommende Intel-Plattform Lunar Lake spekuliert, aber entsprechende Details, ob diese überhaupt SSDs in Notebooks per PCI Express 5.0 anbinden wird, ist bislang nicht bekannt. Selbst wenn es so weit käme, hätte die dann recht alte 990 Evo sicherlich umso mehr Konkurrenz von günstigen 5.0-SSDs, die in den kommenden Jahren zuhauf aufploppen werden. Erfahrungsgemäß werden Samsung-SSDs dann auch nicht unbedingt günstiger, denn sie zehren auf dem Markt noch immer vom großen Namen. Wohlverdient, denn zweifellos bekommt man hier zuverlässige Qualitätsmodelle. Aber von einer Reihe anderer großer Hersteller eben auch.
| Testtabelle | Samsung SSD 990 Evo |
|---|---|
| Kapazität im Test | 1.000 GB |
| Produktinfo/-name | SSD 990 Evo |
| Modellbezeichnung | MZ-V9E1T0BW |
| Hersteller (Website) | Samsung (samsung.de) |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3106312 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | 95,-/ausreichend |
| Preis pro GiByte | € 0,1/GiByte |
| Mittlere Ausfallzeit (MTBF) | 1.500.000 Stunden |
| SSD-Controller | Samsung Piccolo |
| Flash-Chips | 3D-NAND TLC, Samsung v6, 133 Layer |
| DRAM-Cache | Keiner (HMB) |
| Ausstattung (20 %) | 1,43 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 931 GiByte |
| Garantiegrenze (Zeit/TBW) | 5 Jahre/1.200 TB |
| Datenrate (Schnittstelle)/Formfaktor | 8 GByte/s (PCIe 4.0 x4)/M.2-2280 |
| Zubehör/Besonderheiten | - |
| Eigenschaften (20 %) | 1,90 |
| Crystal Disk Mark (max. Lesen, max. Schreiben) | 5.080 MB/s, 3.909 MB/s |
| AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) | 3.972 MB/s, 2.901 MB/s |
| Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) | 9,76 Sek. |
| Kopiertest 10 GB (Programme), 140 GB (Spielordner) | 18 Sek., 176 Sek. |
| Leistung (60 %) | 1,84 |
| Endnote | 1,77 |
| + | PCIe 4.0 x4 oder 5.0 x2 |
| - | Zu teuer |
Die große Evo-Tradition führt die neue 990 Evo auch nicht fort. Vielmehr tritt sie in die Fußstapfen der Samsung-SSD 980, die damals erste des Herstellers ohne eigenen DRAM-Cache. Auch die Leistung der 990 Evo ist von der 990 Pro weiter entfernt als noch die 980 von der 980 Pro. Während damals die 970er-Evo- und Pro-Modelle nur Nuancen getrennt hatte, sind es nun deutliche Unterschiede, welche die 990 Evo nun nicht unbedingt zur guten Preis-Leistungs-Empfehlung für nahezu jedermann werden lassen, sondern lediglich für anspruchslose Office-PCs und -Notebooks. Die 990 Evo tritt also in direkte Konkurrenz zur DRAM-losen Masse an relativ günstigen SSDs, wie etwa der Corsair MP600 Elite mit dem neuen Phison-E27T-Controller. Eine ebenso mittelschnelle Crucial T500 bietet immerhin dedizierten DRAM.
Und gerade in dieser Mittelklasse-Nische steht und fällt die Daseinsberechtigung am Preis. Während aktuell die 1-TB-Variante mit circa 90 Euro noch relativ teuer ist, trumpft die 2-TB-Variante mit ca. 160 Euro mit einem etwas besseren Preis pro Kapazität auf. Gemessen an der Konkurrenz aber ist das noch immer zu teuer. Vergleichen wir sie mit den anderen Samsung-Modellen, gibt es für den Preis schon eine Samsung 980 Pro, welche zwar etwas älter, aber mit DRAM und mehr Leistung, einfach auch mehr bietet. Oberklasse-4.0-SSDs mit DRAM und Leistung an der Schnittstellengrenze gibt es zumindest aktuell noch zu deutlich niedrigeren Preisen. Neben der direkten Konkurrenz aus dem eigenen Haus, der 980 Pro, sind da etwa die WD Black SN850X, eine Crucial P5 Plus, eine Adata Legend 960 oder Kingston KC3000 zu nennen - um nur einige hier aufzuführen. Deswegen wird es die 990 Evo, wie auch damals die 980 (ohne Pro) schwer auf dem Markt haben.

Samsung muss nicht die schnellste SSD verschiedener Preisbereiche anbieten, von Samsung erwartet man solide Leistung und Qualität fürs Geld. Das heißt lange Haltbarkeit bzw. Lebensdauer, konstante Leistung, auch bei hohem Füllstand. Dann lieber weniger Spitzenleistung wenn die Lese- und Schreibgeschwindigkeit dafür konstanter ist.
Ich finde die Leistung okay, klar wären 7GB/sek besser gewesen aber wenn es Effizienzgründen nicht gehen sollte dann ist das so ja auch in Ordnung... Und genau da liegen ja die Stärken mit 4,9 Watt Spitzenverbrauch. Die 990 PR0 verbraucht ja z.b. 8,5 Watt in der Spitze. Die Performance pro Watt ist also hier besser und die SSD ist dadurch für Notebooks interessant. Ebenso aber auch für Desktop Systeme, wenn man 8TB+ Speicher zu vernünftigen Preisen haben möchte. Gerade Intel hat da ja in der Vergangenheit gerne mal mit PCIe Lanes gegeizt.
Allgemein finde ich es aber gut, dass Samsung den Weg mit den PCIe 5.0 SSDs nicht so aggressiv mitgeht und wartet bist die Technologie effizienter zu realisieren ist.
Ich persönlich halte gar nichts von 15 Watt PCIe SSDs, deren Kühlung selbst in Desktop Systemen eine Herausforderung darstellt und im Notebook fast nicht machbar ist. Wir reden hier von 15 Watt unter Last, also genauso viel wie die Core Ultra 1xxu Prozessoren als TDP haben.... Für eine SSD die einem im Alltag kaum Leistungssteigerung bringt. Das ist doch verrückt.
Gruß T.