Legendäres Pirateriezitat von Gabe Newell: Sony beweist aktuell das Gegenteil
Sony kündigt Nutzern den Widerruf von mehr als 550 Filmen aus ihrer digitalen Bibliothek an - was ein 15 Jahre altes Softwarepiraterie-Zitat von Valve-Chef Gabe Newell an Relevanz gewinnen lässt.
"Piraterie ist ein Serviceproblem" - mit diesem Satz verewigte sich Steam-Gründer Gabe Newell in der ewig währenden Debatte rund um den illegalen Download kopiergeschützter Inhalte. Diese Aussage vertiefte Newell noch mit dem Zusatz, dass Unternehmen zum Eindämmen der Piraterie der Kundschaft einen "Service bieten müssen, der besser ist als das, was sie von Piraten erhalten".
Mehr als 550 Filme einfach weg
Diese inzwischen 15 Jahre alten Aussagen werden regelmäßig zitiert, sobald ein Online-Service seinen Dienst quittiert - oder Inhalte von einer Plattform genommen werden. Genau das geschieht auch im jüngsten Fall eines solchen Vorgehens: Sony kündigte an, dass zum 1. September 2026 mehr als 550 Filme von Playstation-Accounts entfernt werden.
Konkret geht es um Filme, die der Distributor Studio Canal im Portfolio führt - in Großbritannien erwischt es Titel wie Terminator 2 oder Apocalypse Now; hierzulande ist etwa die komplette Saw-Reihe betroffen.
"Aufgrund unserer Lizenzvereinbarungen für Inhalte können Sie ab dem 1. September 2026 keine Ihrer zuvor erworbenen Studio-Canal-Inhalte mehr ansehen, und die Inhalte werden aus Ihrer Videobibliothek entfernt." - Sony
Kauf vs. Erwerb: Sony-Service im Kreuzfeuer
Das Portal Windows Central nutzt die Ankündigung, um mit dem obigen Newell-Zitat als erneuter Grundlage Generalkritik an der heutigen Medienlandschaft zu üben. Sony beweise, wie man mit schlechtem Service die Kundschaft zur Piraterie fast schon nötigt:
"Wenn man durch den "Kauf" von Inhalten lediglich für einen unbestimmten Zeitraum Zugriff erhält, der von unbeständigen Lizenzvereinbarungen der Unternehmen abhängt, ist der Dienst grundsätzlich mangelhaft. Da ist es nur natürlich, dass die Nutzer nach anderen Möglichkeiten suchen, um an dieselben Inhalte zu gelangen." - Sean Endicott von Windows Central
In derselben Analyse wird eine weitere, weniger legendäre als vielmehr berüchtigte Anti-Piraterie-Kampagne zum Referenzpunkt - es geht um die "Du würdest kein Auto stehlen"-Werbung. Das Argument: Wenn der illegale Download digitaler Inhalte äquivalent zum Autodiebstahl ist, was ist dann Sonys jetzige Aktion?
Windows Central kommt hier zum Schluss, dass in dieser hypothetischen Welt Sony seinen Kunden eine DVD kauft, und irgendwann ins Haus einbricht, um diese zurückzustehlen. Die Anwälte des japanischen Unternehmens mögen hier argumentieren, dass Kunden den AGB zugestimmt haben, die Sony erlauben, die Lizenzen zu entziehen.
Das Problem an dieser Stelle sei allerdings, dass Sony explizit von einem "Kauf" und nicht von einem "Erwerb" der Inhalte sprach. Das Argument, dass Sony damit den "Kauf einer widerrufbaren Lizenz" meinte, greife hier zu kurz - dann hätte das Unternehmen nie einen Kauf-Button (der auch noch neben einem "Leih"-Button stand und so weiter in die Irre führte) integrieren sollen.
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Quelle: via Windows Central

Die Dienste sind halt bequem. Und genau in diese Kerbe schlug damals Gabe Newell. Von den Piratenseiten konnte man eben einfach downloaden. Vielen Leuten ging es gar nicht ums Geld. Sie waren einfach zu faul in einen Laden zu latschen, um sich dann dort erklären zu lassen, dass das Spiel gerade nicht vorrätig ist.
Heute sieht das anders aus und daher nutzen die Leute das auch, weil es halt einfach schön gemütlich ist. Nur solche Aktionen, wie hier von Sony, sind ein herber Vertrauensbruch. Kein Mensch liest diese AGBs.
Es ist die Frage, ob sich die Kunden das gefallen lassen.
So könnte ein digital erworbenes Produkt auch unabhängig vom jeweiligen Store bestehen.
Mehr noch, man könnte seinen NFT Token auch wieder verkaufen.
Ich schätze mal, dass es da nicht viele Kunden geben wird.
Zudem könnte jeder auf den Film zugreifen. Man könnte das ganze natürlich per Passwort schützen, nur wenn das in Umlauf gerät, dann kann da auch jeder drauf zugreifen.
Insgesamt eine schlechte Idee, wie das meiste, aus dem Umfeld der Kryptobros.
Das physische Medien in absehbarer Zeit aus dem Mainstream verschwinden werden ist abzusehen.
Wie wäre es z.B. wenn man für digitale Inhalte NFTs nutzt?
So könnte ein digital erworbenes Produkt auch unabhängig vom jeweiligen Store bestehen.
Mehr noch, man könnte seinen NFT Token auch wieder verkaufen.
Klar wird die Content-Mafia was dagegen haben, aber seit wann fragt man die Frösche, ob der Sumpf trockengelegt werden soll?