OCZs 20-nm-Garde: Vertex 450 SSD mit 256 GB im Test
OCZ überholt die SSDs der Vertex-Reihe und springt von Version 4 direkt zur 450. Wir erklären in unserem Test, was es mit der neuen Namensgebung auf sich hat und wie sich die neueste SSD aus dem Hause OCZ im PCGH-Test schlägt.
Quelle: PC Games Hardware
OCZ Vertex 450 im Test
Die Vertex-Reihe hat bei OCZ eine lange Tradition, welche nun mit der Vertex 450 fortgeführt werden soll - und in gewisser Weise wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Denn die neue Vertex 450 SSD basiert erstmals seit der Ur-Vertex wieder auf einem Indilinx-Controller. Mit einem solchen war auch die erste Vertex ausgestattet, bevor zwei Sandforce- und eine Marvell-basierte Versionen folgten. OCZ hatte zwischenzeitlich Indilinx übernommen und so hat man in der neuen Vertex 450 nun die volle Kontrolle über den Controller-Chip und die verwendete Firmware. Lediglich die Speicherchips, auch NAND- oder Flash-Chips genannt, werden zugekauft.
Hier kommt die zweite Neuerung der Vertex 450 zum Tragen: Nachdem OCZ vor Jahren der Vertex 2 zunächst undokumentiert und daher viel kritisiert auf 25-nm-NAND umschwenkte, was neben einer geringeren nutzbaren Kapazität auch Performance-Auswirkungen hatte, gibt man sich beim 2013-Umstieg offen hinsichtlich der Ablösung der ein Jahr alten Vertex 4. Nicht nur kommuniziert man den industrieweit unvermeidlichen Umstieg auf kostengünstigeren NAND-Speicher der 20-nm-Generation offensiv, man gibt dem Produkt einen neuen Namen: Vertex 450. Diese bekommt, im Gegensatz zur alten Vertex 4 auch das von der Vector bekannte, die Abwärme besser ableitende Gehäuse aus Aluminium.
Die SSD hat das komplette Feature-Set moderner Flash-Speicher an Bord: Angefangen beim SATA-6,0-Gbps-Anschluss über einen leistungssteigernden DRAM-Cache, NCQ- und Trim-Support, AES-256-Verschlüsselung bis hin zur 7 Millimeter flachen Bauform und dem Bundle mit Acronis TrueImage in einer Win-8-kompatiblen Version.
OCZ bietet Kapazität von 128, 256 und 512 Gigabyte an und empfiehlt unverbindlich 130, 235 respektive 500 US-Dollar (abzüglich des jeweiligen Marketing-Cents). Im PCGH-Preisvergleich finden Sie jederzeit aktuelle Preise für die OCZ-Vertex-450-Reihe - das 512-GB-Modell ist derzeit allerdings noch bei keinem Anbieter aufgeführt. Hier die ÜBersicht der einzelnen Modelle samt Links zum PCGH-Preisvergleich.
• VTX450-25SAT3-128G
• VTX450-25SAT3-256G
• VTX450-25SAT3-512G
Neben der erwähnten Cloning-Software TrueImage von Acronis liegt OCZ-typisch ein "I love my OCZ-SSD"-Aufkleber mit im kleinen Karton. Bei der Montage der 7-mm-SSD im 2,5-Zoll-Format hilft ein Adapterrahmen für 3,5-Zoll-Einbauplätze samt passendem Schraubenset. Auf das gesamte Paket gibt OCZ drei Jahre Garantie, beschränkt diese aufgrund des 20-nm-Flashs auf einen durchschnittlichen Schreibdurchsatz von 20 Gigabyte pro Tag. Inwiefern andere Hersteller bei ihren 20-nm-Modellen hier ähnliche Beschränkungen einführen, wird sich zeigen müssen. Der aufgrund des 20-nm-Umstiegs derzeit im Preis steigende 25-nm-NAND erlaubte offenbar noch häufigere, sogenannte Proramm/Erase-Cycles, gewährten viele Hersteller wie Crucial, OCZ selbst und Seagate hier doch bis zu einem Schreibvolumen von 72 Terabyte (40 GB/Tag über 5 Jahre).
Doch nun genug der Vorrede, kommen wir direkt zum Kurztest der Vertex 450, welche OCZ uns in der 256-GB-Version, bestückt mit Firmware 1.00 zur Verfügung stellte.
Test-Details und Stromverbrauch OCZ Vertex 450 (256 GB)
Quelle: OCZ
OCZ Indinlinx Barefoot 3 M10 Blockdiagramm
Quelle: PC Games Hardware
OCZ Vertex 450 (256 GB FW1.00) NAND Flash Micron 29F128G08CFABB
Der Speicherplatz unseres Musters der Vertex 450 liegt bei 256
Quelle: PC Games Hardware
OCZ Vertex 450 (256 GB FW1.00) Indilinx Barefoot Controller IDX500M10 BC
Gigabyte, die komplett für den User nutzbar sind - und so vermarktet OCZ die SSD auch. Formatiert unter Windows 7 x64 bleiben 238,47 GiByte davon in der Windows-Anzeige übrig, der Unterschied kommt durch die verschiedene Berechnung zustande: 1.000 Byte sind ein Kilobyte (KB), 1.024 Byte dagegen ein Kibibyte (KiB). Das summiert sich in den Kapazitätsregionen der Vector auf bis zu 17,5 Gigabyte Unterschied.
OCZ verlötet auf Vorder- und Rückseite der SSD je acht ONFI-DDR-Bausteine von IMFT mit schnellen 166 MT/s - diese tragen im Falle unseres Testmusters die Kennung 29!18G0CFABB. Sie werden vom Indilinx Barefoot 3 (IDX500M10-BC), unterstützt von zwei 128 MiB großen DDR3L-1600-Bausteinen (ebenfalls von Micron, 2DM77 D9PFJ), angesteuert. Diese Kombination von Controller und Cache kommt auch schon in OCZs Vector-SSD zum Einsatz. Der Unterschied liegt im verwendeten Flash-Speicher und in der verwendeten Barefoot-3-Version. Die Vertex 450 erhält eine auf niedrigeren Stromverbrauch ausgelegte Variante mit geringfügig niedrigeren Taktraten.
Die Firmware der Vector für den Test ist die frische Version 1.0.
Der von uns gemessene Stromverbrauch der SSD liegt - wie bei der Vector gleicher Kapazität - bei 0,71 Watt im Leerlauf. Im IOMeter-Benchmark, der eine extreme Belastung darstellt, nimmt die Vertex-450-SSD 3,8 Watt auf. Angesichts der dabei erreichten Leistung von 90.500 IOPS ist das ein sehr guter Wert. Das Ergebnis im Leerlauf ist noch verbesserungsfähig - manch moderne SSD begnügt sich hier bereits mit weniger als der Hälfte (Toshiba THNSNF512GC) oder wie Samsungs SSD 840 (Pro) gar einem Drittel der 0,71 Watt, welche sich die OCZ Vertex 450 im Test genehmigt. Im Vergleich zur Vector mit aktueller Firmware sehen wir - trotz angeblich energieoptimiertem Controller und 20-nm-NAND - keine gravierenden Einsparungen.
Benchmarks OCZ Vertex 450 (256 GB)
Aufgrund der (besonders bei Sandforce-SSDs) auftretenden Messschwankungen haben wir jeweils fünf Durchläufe der Benchmarks durchgeführt und das jeweils höchste und niedrigste Ergebnis verworfen, aus den drei verbliebenen Werten haben wir das arithmetische Mittel gebildet.
Quelle: PC Games Hardware
OCZ Vertex 450 (256 GB FW1.00) PCB Perspective
Fazit: OCZ Vertex 450 (256 GB)
OCZ geht mit dem Wechsel auf 20 nm in die Offensive und versteckt die günstigeren Speicherchips nicht heimlich in bereits existierenden Produkten - auch die aktualisierte Variante der Vertex 3 bekam einen Namenszusatz. Man halt also aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und ist auf einem guten Weg, den angekratzten Ruf aufzupolieren. Gelungene. nicht beim Kunden reifende Produkte wie schon die Vertex 4, dann die Vector und nun die Vertex 450 tagen ihren Teil dazu bei.
In Sachen Performance wird der Kunde bei der Vertex 450 sicherlich keinen Grund zur Beanstandung finden, es fehlen nur wenige Prozentpunkte in einigen Disziplinen sowohl zu OCZs eigenem Topmodell Vector als auch zu den Spitzenmodellen anderer Hersteller. Die Leistungsaufnahme ist auf gutem bis sehr gutem Niveau, lediglich in Sachen eingeschränkter Garantie wird sich zeigen, ob OCZ hier übervorsichtig agiert.
Wie schon bei der Vector ist der zurzeit vergleichsweise hohe Preis der OCZ Vertex 450 ein Kritikpunkt - bei einem brandneuen Modell dauert es jedoch meist einige Zeit, bis der Markt diesen reguliert. Aktuell sind rund 30 Euro Preisunterschied zu ebenfalls schnellen und empfehlenswerten Konkurrenzmodellen zu verzeichnen.

Technisch gibt's gegen zumindest gegen die neueren Vertex 4 und Vector ja nichts zu sagen.
Das stimmt, ich bin bei OCZ auch extrem vorsichtig geworden. Die extrem hohen Ausfallraten hatten jedoch nicht alle Produkte.
Die 2 TB WD Red braucht mir zu lang und etwas schneller als die Cruical C300 darf es auch sein um die rund 10 GB kleine Dateien zu sichern.