Lexar NM800 Pro, NM710 und NM620 im SSD-Test: PCI-Express 4.0 gegen 3.0

SSDs sind im Frühjahr 2023 so günstig wie nie. Während PCI-Express 5.0 noch immer nicht so recht ins Rollen kommen will, etablieren sich SSDs mit PCI-Express 4.0, aber auch noch 3.0 als Preis-Leistungs-Kracher. Lexar ist eher einer der kleineren Player auf dem Markt und spielt hier mit den SSDs NM800 Pro, NM710 und NM620 mit. Wir haben aktuelle 3.0- und 4.0-Modelle reinbekommen und stellen einen Vergleich zwischen den SSDs auf.

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Lexar NM800 Pro, NM710 und NM620 im SSD-Test: PCI-Express 4.0 gegen 3.0
Quelle: PC Games Hardware

Seit vergangenem Herbst gibt es Mainboards mit M.2-Slots für PCI-Express 5.0, aber kaum SSDs. Ganz langsam kommen sie auf den Markt, während die ersten Modelle noch mit Problemen des Phison-Controllers kämpfen. NVME-SSD mit PCI-Express 4.0 und 3.0 aber befinden sich in einem nie dagewesenen Preissturz. Gegen Mitte des Jahres können uns daher SSDs mit PCI-Express 5.0 samt ihren Hitzeproblemen, hohen Preisen und wenigem Praxisnutzen noch immer egal sein.

Die Preisentwicklung der Lexar NM620 zeigt stellvertretend, wie stark der NAND-Flash innerhalb der letzten Monate gefallen ist. Bei der NM620 handelt es sich nicht unbedingt um ein neues Modell. Sie ist seit Anfang 2022 schon im Preisvergleich gelistet und arbeitet noch mit PCI-Express 3.0. Trotz verfügbarer 5.0-Schnittstelle ist 3.0 keineswegs veraltet, denn wie unser Test zeigen wird, sind solche Modelle noch immer schnell genug für die meisten Anwendungen - erst recht Spiele. Dank des Preisrutsches aber sind 4.0-SSDs derart günstig geworden, dass es aktuell kaum einen Grund für PCI-Express 3.0 mehr gibt. Viele Top-Modelle mit schnellem Controller und DRAM-Cache, wie etwa die Lexar NM800 Pro sind äußerst erschwinglich geworden.

Preisentwicklung Lexar NM620

Wer dann doch einen etwas besseren Preis pro Kapazität sucht, wird bei den 4.0-Modellen ohne DRAM, wie etwa der Lexar NM710 fündig. Zugunsten des Preises wird auf die letzten Prozentpunkte an Spitzenleistung sowie auf den dedizierten DRAM auf der SSD gespart. Beides ist für viele Anwender ein absolut verschmerzbarer Kompromiss - zumindest ein besserer, als auf günstigeren QLC-Flash zu setzen. Nun sind SSDs mit QLC auch schon schnell genug für den Alltag, aber wegen der günstigen Preise der Modelle mit haltbarerem TLC-Flash, raten wir dann doch zu einer solchen bzw. ein QLC-Modell nur als Zweitlaufwerk zu verwenden.

NM800 Pro, NM710 und NM620: PCI-E-4.0 mit DRAM, 4.0 und 3.0 ohne

Wir möchten hier drei Modelle zusammen in einen Testbericht packen, weil sie wohl an sich zu unspektakulär sind für einen Einzeltest. Dennoch stehen sie stellvertretend für ihre jeweilige Nische an SSDs. 3.0-Modelle wie die NM620 mausern sich zum Spar-Tipp, die wir jedenfalls für die bessere Alternative als eine QLC-SSD halten, wie bereits erwähnt. Die NM710 steht für die DRAM-lose Preis-Leistungs-Mittelklasse, die noch immer eine gute Leistung bietet. Aber Enthusiasten und Power-User empfehlen wir dann doch die erschwinglichen Top-Modelle mit DRAM-Cache, wie eine NM800 Pro.

  Lexar NM800 Pro Lexar NM710 Lexar NM620
Schnittstelle M.2/M-Key (PCIe 4.0 x4) M.2/M-Key (PCIe 4.0 x4) M.2/M-Key (PCIe 3.0 x4)
Kapazitäten 512 GB, 1 TB, 2 TB 500 GB, 1 TB, 2 TB 256 GB, 512 GB, 1 TB, 2 TB
Lesegeschwindigkeit 7500 MB/s 4850 MB/s 3300 MB/s
Schreibgeschwindigkeit (SLC-Cached) 6500 MB/s 4500 MB/s 3000 MB/s
Speichermodule 3D-NAND TLC) 3D-NAND TLC 3D-NAND TLC
TBW (bei 2 TB) 2 PB 1.2 PB 1 PB
MTBF 1.5 Mio. Stunden 1.5 Mio. Stunden 1.5 Mio. Stunden
Controller InnoGrit Rainier IG5236 Maxio MAP1602 Lexar DM620
Cache DDR4-DRAM, SLC-Cache SLC-Cache SLC-Cache
Protokoll NVMe 1.4 NVMe 1.4 NVMe 1.4
Abmessungen 80 x 22 x 2.45 mm 80 x 22 x 2.45 mm 80 x 22 x 2.25 mm
Herstellergarantie 5 Jahre 5 Jahre 5 Jahre
Straßenpreis (2 TB) Ca. € 145,- Ca. € 110,- Ca. € 79,-
  • Die Lexar NM800 Pro ist eine NVME-SSD mit PCI-Express 4.0, verwendet den Innogrit Rainier (IG5236) Controller und 3D-NAND TLC Flash-Speicher. Die SSD hat einen 1 GiB DDR4-DRAM-Cache. SSDs mit diesem Controller sind eine ebenbürtige Alternative zu Modellen mit dem Phison E18, welcher in anderen vielen Top-Modellen zum Einsatz kommt. Die NM800 Pro gibt es in Varianten mit und ohne Kühler.
  • Die Lexar NM710 ist eine der günstigeren 4.0-SSDs, hat einen eher unbekannteren Controller, den Maxio MAP1602, und ebenfalls 3D-NAND TLC Flash-Speicher. Im Gegensatz zur NM800 Pro hat die NM710 keinen DRAM-Cache, sondern verwendet HMB (Host Memory Buffer). Im Gegensatz zur NM800 Pro kommt die NM710 stets ohne Kühler.
  • Die Lexar NM620 ist eine weitere M.2-SSD mit PCI-Express 3.0, entsprechend langsameren Maximaldatenraten und wie die NM710 auch ohne eigenen DRAM, nutzt aber genauso den HMB. Diese SSD verwendet ebenfalls 3D-NAND TLC Flash-Speicher. Auch die NM620 kommt ohne Kühler. Der eigens gelabelte Controller namens Lexar DM620 ist jedoch ein umgetaufter Innogrit IG5216. Da wir Modelle mit diesem Controller noch nicht getestet haben, können wir auch keine Unterschiede feststellen.

Leistung: Alle drei schneiden wie erwartet gut ab

An sich liefern alle drei Lexar-SSDs eine absolut ausreichende und erwartete Leistung, die jedem Privatanwender und erst recht Gamer genügen dürfte. Die Spreu trennt sich vom Weizen im Consistency-Tests von PCMark. Dort wird die SSD über die gesamte Kapazität hinweg mehrmals beschrieben. Dann läuft nicht nur der Pseudo-SLC-Cache über, sondern so manche SSDs drosseln dann auch, was bei uns aber nicht vorkommt, da wir die SSDs stets gekühlt, also unter Idealbedingungen, testen bzw. die meisten Modelle auch ungekühlt keine Drosselung erfahren. Gerade günstige Modelle knicken in der Leistungskonsistenz ein, die jedoch lediglich für Profis relevant ist, die Hunderte an Gigabytes auf die SSDs schreiben bzw. direkt rendern.

Gleich vorneweg: Zur Veröffentlichung des Tests ist unsere Datenbasis auf dem neuen PCI-Express-5.0-Testsystem etwas dünn. Wir integrieren daher vorläufig unseren Datenschatz, den wir auf der PCI-E-4.0-Streckbank erhoben haben. Bitte beachten, dass es sich dabei um zwei völlig unterschiedliche PC-Systeme handelt und die Werte der beiden Diagramm-Gruppen nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

Die obige Benchmark-Gruppe wird also regelmäßig mit der Zeit wachsen, da wir nach und nach ältere, noch immer aktuelle Modelle auf dem neuen System nachtesten werden.

Während die synthetischen Benchmarks, wie etwa CrystalDiskMark oder AS-SSD zwischen dem AMD- und Intel-System die geringsten Unterschiede aufweisen, gibt es deutlichere in den praxisnahen Tests, also gerade die Lade- und Kopierzeiten fallen auf dem neuen Intel-System deutlich schneller aus.

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Fazit: Aktuell kommt es auf den Preis an

Keine der SSDs lieferte im Test irgendeine Überraschung ab - weder positive noch negative. Das ist insofern gut, da es dann im Vergleich mit der Konkurrenz auf den Preis ankommt. Gerade die schwächste SSD der Dreien, also die Lexar NM620 tut sich hier besonders angenehm hervor. Zum Testzeitpunkt kostet sie mit satten zwei Terabytes nur läppische 85 Euro - und das für eine SSD mit gutem TLC-Flash und brauchbarer PCI-E-3.0-Leistung. Viel günstiger wird es in der Preiskampf-Klasse kaum, denn die NM620 konkurriert mit QLC-Flash-SSDs oder SATA-Billigheimern, die bei derartigen Preisen kaum noch zu

empfehlen sind.

Die NM710 mit ähnlichen Eigenschaften wie die NM620, jedoch schnelleren Controller und PCI-Express 4.0, hat es da schon schwerer: Mit 110 Euro ist sie deutlich teurer als die günstigste 3.0-Klasse, aber zu den Top-Modellen mit DRAM-Cache ist nicht mehr viel Luft. Für günstigere Gaming-PCs ist sie mit ihrem DRAM-losen Layout dennoch eine gute Wahl.

Modell Lexar NM800 Pro (2.048 GB) Lexar NM710 (2.048 GB) Lexar NM620 (2.048 GB)
Kapazität 2.048 GB 2.048 GB 2.048 GB
Produktinfo/-name NM800 Pro NM710 NM620
Modellbezeichnung LNM800P001T-RN8NG LNM710X002T-RNNNG LNM620X002T-RNNN
Hersteller (Website) Lexar (lexar.de) Lexar (lexar.com) Lexar (lexar.com)
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/2842856 www.pcgh.de/preis/2891626 www.pcgh.de/preis/2661656
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis 80,-/befriedigend 110,-/gut 85,-/gut
Preis pro GiByte € 0,04/GiByte € 0,06/GiByte € 0,04/GiByte
Mittlere Ausfallzeit (MTBF) 1.500.000 Stunden 1.500.000 Stunden 1.500.000 Stunden
SSD-Controller InnoGrit Rainier (IG5236) Maxio MAP1602 Lexar DM620
Flash-Chips 3D-NAND TLC 3D-NAND TLC 3D-NAND TLC
DRAM-Cache 1 GiB (DDR4) Keiner (HMB) Keiner (HMB)
Ausstattung (20 %) 1,30 1,30 1,40
Formatierte Kapazität (GiByte) 1.907,35 GiByte 1.907,35 GiByte 1.907,35 GiByte
Garantiegrenze (Zeit/TBW) 5 Jahre/2000, TB 5 Jahre/1200, TB 5 Jahre/1000, TB
Datenrate (Schnittstelle)/Formfaktor 8 GByte/s (PCI-E 4.0 x4)/M.2 2280 8 GByte/s (PCI-E 4.0 x4)/M.2 2280 4 GByte/s (PCI-E 3.0 x4)/M.2 2280
Zubehör/Besonderheiten mit Kühler - -
Eigenschaften (20 %) 1,95 2,00 2,00
Crystal Disk Mark (max. Lesen, max. Schreiben) 7466, MB/s, 6297, MB/s 4803, MB/s, 4410, MB/s 3560, MB/s, 3064, MB/s
AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) 5975, MB/s, 5408, MB/s 4077, MB/s, 4006, MB/s 2772, MB/s, 2415, MB/s
Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) 8,52 Sek. 9,70 Sek. 8,90 Sek.
Kopiertest 10 GB (Programme), 140 GB (Spielordner) 18 Sek., 63 Sek. 20 Sek., 68,3 Sek. 24 Sek., 96 Sek.
Leistung (60 %) 1,57 1,73 1,76
Endnote 1,59 1,70 1,74

Die Lexar NM800 Pro steht für die vielen Top-SSDs mit PCI-Express 4.0 und eigenem DRAM-Cache für alle Power-User, denen es nicht unbedingt um ein paar Euro Preisunterschied ankommt und stattdessen etwas mehr in die Spitzenleistung oder Zuverlässigkeit investieren. Gerade letzteres lässt sich kaum testen oder gar bewerten, wenn überhaupt mit dem oben genannten Konsistenztest oder der Ausstattung mit dem DRAM. Aber den plötzlichen Kindstod kann so ein Modell genauso gut sterben, MTBF oder TBW liefern dahin gehend keine Aussagekraft. Mit aktuellen 145 Euro wirkt die NM800 Pro auch angenehm günstig. Es gibt hier teurere Modelle, aber ebenfalls günstigere und gleichwertige.

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MightySH33p PC-Selbstbauer(in)
        Jetzt bin ich auch über ein MindStar Angebot gestolpert.
        Lexar NM790, 4TB für 189€

        Mir fiel bei Geizhals auf, dass es zwei unterschiedliche 800er Modelle gibt, also Augen auf beim Kauf.

        Und zweitens, die 790 scheint sich ja auch nur groß in einem anderen Controller zu unterscheiden und sonst nichts. Sehe ich etwas nicht oder macht die Modellunterscheidung für den Consumer keinen Unterschied?

        Lexar scheint ja Preismäßig echt gut zu sein. Ich beobachte schon lange die Preislage und wollte schon lange ein 2TB Modell von Corsair, Kingston o.Ä. kaufen, aber bei dem Preis ist Lexar definitv auf meiner Liste, bzw nicht nur beim Preis, die MN790 scheint ja nicht schlechter als die üblichen Verdächtigen zu sein.
      • Von MightySH33p PC-Selbstbauer(in)
        Jetzt bin ich auch über ein MindStar Angebot gestolpert.
        Lexar NM790, 4TB für 189€

        Mir fiel bei Geizhals auf, dass es zwei unterschiedliche 800er Modelle gibt, also Augen auf beim Kauf.

        Und zweitens, die 790 scheint sich ja auch nur groß in einem anderen Controller zu unterscheiden und sonst nichts. Sehe ich etwas nicht oder macht die Modellunterscheidung für den Consumer keinen Unterschied?

        Lexar scheint ja Preismäßig echt gut zu sein. Ich beobachte schon lange die Preislage und wollte schon lange ein 2TB Modell von Corsair, Kingston o.Ä. kaufen, aber bei dem Preis ist Lexar definitv auf meiner Liste, bzw nicht nur beim Preis, die MN790 scheint ja nicht schlechter als die üblichen Verdächtigen zu sein.
      • Von INU.ID Lötkolbengott/-göttin
        Die NM710 mit 1TB gibts gerade für nur 35€ inkl. Versand im Mindstar:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von lextul Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von PCGH_Manu
        Ich weiß, Leute, sind keine spektakulären Riegel..

        Aber sonst keiner ne Meinung zum Test? Habe ich alles abgeklopft, was ihr sehen wollt? Kritik bitte jetzt oder für immer schweigen
        Ich las, daß die NM620 einen Low Power Mode nicht unterstützt, was dazu führt, das die CPU nicht mehr richtig schlafen geht im idle. https://www.mydealz.de/co...
      • Von cordonbleu BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von INU.ID
        Und ob es wirklich noch TLC ist?
        Zumindest meine 1 Tb NM620 bricht nicht auf so katastrophale Raten ein, nachdem der Cache voll ist. Daher gehe ich mal von TLC aus. QLC geht ja auf zweistellige Schreibraten runter, wenn der Cache voll ist.
      • Von XT1024 Volt-Modder(in)
        Ist der Balken der 800er bei Copy 10 GB (program folder) falsch? 36 Sekunden vs. unten in der Tabelle deren 18.

        Zitat von INU.ID
        Und ob es wirklich noch TLC ist?
        Also wie gehabt doch lieber 20 € (auf die übliche Nutzungsdauer wurscht) mehr ausgeben für ein Mindestmaß an Qualität oder es als Mülllager egal sein lassen.
      Direkt zum Diskussionsende
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