PCGH-Plus Label SSD-Special: Die "größten" Spiele vorgestellt plus Spiele-Installationsordner komprimieren

PCGH-Plus: Mittlerweile beanspruchen Spiele unheimlich viel Volumen auf heimischen Datenträgern und im Jahr 2018 scheint das eher die Regel als die Ausnahme zu werden. Außerdem belegen aktuelle Titel häufig 50 GiByte und mehr, kostbarer SSD-Speicher ist oft voll - per Komprimierung kann man dagegensteuern. Die beiden SSD-Artikel stammen aus PC Games Hardware 05/2018.

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SSD-Special: Die "größten" Spiele vorgestellt plus Spiele-Installationsordner komprimieren
Quelle: PC Games Hardware

Hinweis: Im Folgenden finden Sie gleich zwei Artikel zum Thema SSD in einem. Wir beginnen mit den "größten Spielen" und enden bei der Kompression von Spiele-Installationsordnern.


Neue Spiele gleich groß: Die "größten" Spiele bis heute

Viele werden sicherlich die News gelesen haben, dass das neue Final Fantasy 15 für den PC (erschienen am 6. März) satte 141 GByte an Daten besitzt, nur damit man das Spiel in seiner vollen, ultrahochauflösenden Pracht genießen kann. Zwar mag die Größe im Vergleich zu heute erhältlichen Festplattenkapazitäten noch im akzeptablen Rahmen liegen, dennoch sind bereits viele Spieler wegen Ladezeiten oder um Mikroruckler zu vermeiden, auf Solid-State-Drives (SSD) umgestiegen. Hier bewegt sich das Gros der Wechseldatenträger noch weit unter einem Terabyte, weil SSDs im Moment noch circa zehn Mal so viel pro Gigabyte kosten wie klassische HDDs. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn Systeme mit einer SSD und drei installierten Spielen an die Kapazitätsgrenzen des Speichermediums kommen. Doch welche Gründe gibt es für den enormen Anstieg an Speicher bei Videospielen? Wir haben es versucht, für Sie herauszufinden.

Im Wandel der Zeit

Wir müssen für diesen Artikel etwas weiter ausholen als sonst, damit man den Sachverhalt auch nachvollziehen kann. Denn die heutigen Dimensionen an herunterladbaren Dateien pro Videospiel werden mit aller Wahrscheinlichkeit in ein paar Jahren müde belächelt werden. Denken Sie nur einmal an die Einführung der DVD zurück, wie viel Speicherplatz mit dieser Technologie plötzlich zur Verfügung stand. Betrachtet man aber die Kapazität eines Silberlings nach heutigen Standards, fällt das Urteil für eine DVD vernichtend aus: 4,5 GB sind nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Unsere Computertechnik ist im rasanten Wandel und dank unserer Dokumentationswut sind vor allem Speichermedien im Fokus. Neue Technologien und erstaunliche Eigenschaften kommen aus den Labors zu Tage und schaffen es in wenigen Jahren, die Kapazitäten zu vervielfachen.

Hinweis: Battlefield-3-Texturpaket ist für Xbox  Hinweis: Battlefield-3-Texturpaket ist für Xbox  Seagates Roadmap bis 2025: Aktuelle Festplatten nutzen PMR, PMR+ und nun auch HAMR+. Mit HDMR soll ab 2025 eine 100-TB-Festplatte realisiert werden können. Quelle: Seagate Seagates Roadmap bis 2025: Aktuelle Festplatten nutzen PMR, PMR+ und nun auch HAMR+. Mit HDMR soll ab 2025 eine 100-TB-Festplatte realisiert werden können. Ausschnitt aus X-Plane 11. Je nachdem, welchen Detailgrad man möchte, steigt die Spielgröße bis in Terabyte-Bereiche. Der Vanilla-Installer ist alleine 65 GB groß. Quelle: Reddit-User Thing_On_Your_Shelf Ausschnitt aus X-Plane 11. Je nachdem, welchen Detailgrad man möchte, steigt die Spielgröße bis in Terabyte-Bereiche. Der Vanilla-Installer ist alleine 65 GB groß. So wurde die erste Festplatte der Welt 1956 von IBM vorgestellt und konnte 3,75 MB (nicht GB!) an Daten speichern, wog dabei aber ungefähr eine Tonne. Bis heute hat sich die Speicherkapazität ungefähr alle fünf Jahre verzehnfacht, sodass wir heute bei 14-TB-Laufwerken angekommen sind, die mit Heliumgas gefüllt werden, um unerwünschte Strömungseffekte im Gehäuse zu vermeiden. Geht die Entwicklung so weiter, können wir wahrscheinlich 2025 mit einer 100-TB-Festplatte rechnen. Solche Kapazitäten werden dann mit neuen Schreibverfahren wie dem HDMR (Heated Dot Magnetic Recording) erreicht.

Neben diesen "traditionellen" Wechselmedien gibt es noch Solid-State-Drives, die dank aktueller Entwicklungen bis zu 30 TB an Daten fassen können - also circa doppelt soviel wie die neueste Technologie bei Festplatten. SSDs wurden Ende der 70er von der Firma Storagetek eingeführt: Ein 45-MByte-Exemplar für 400.000 USD.

In der Grafik sehen Sie die Entwicklung im Speichermarkt für HDDs über die letzten Jahrzehnte. Wie Sie unschwer erkennen können, wachsen die Festplattenkapazitäten exponentiell an. Anfang des neuen Millenniums wird Breitband-Internet möglich und just zu diesem Zeitpunkt nehmen die Speichergrößen rasant Fahrt auf - hier korrelieren die Datensätze miteinander. Zu dieser Zeit wurden in den USA auch die ersten HD-TV-Sendungen ausgestrahlt und natürlich wenige Jahre später auch in Europa.

Interessant ist außerdem, wie sich der benötigte Speicher einer Windows-Installation über die Jahrzehnte wandelte. Anfänglich fraß Windows ganze elf Prozent der gesamten Festplatte, doch schon fünf Jahre später waren es bei Windows 3.1 nur noch 2,2 Prozent. Dieser Trend zieht sich durch die Versionsgeschichte des Betriebssystems, bis zu bereits erwähntem Zeitpunkt um die Jahrtausendwende. Hier springt der Wert wieder nach oben (auf 4,7 Prozent) und sinkt seitdem wieder. Im Jahr 2015 belegte eine Windows-Installation circa 0,15 Prozent einer 10-TB-Festplatte.

Aufgeblasene Spiele

Warum sind eigentlich seit einigen Jahren Spiele so gigantisch groß geworden? Wir wollen Ihnen einige Gründe für den enormen Anstieg nennen, denn nur weil Speichermedien größer werden, heißt das ja nicht, das auch Spiele wachsen müssen.

Als beispielsweise Titanfall vor knapp vier Jahren die magische 50-GB-Marke knackte, mussten sich die Entwickler von Respawn Entertainment noch rechtfertigen, warum das Spiel so viel Festplattenvolumen schluckt. Die Antwort war simpel: Weil 35 GB unkomprimierte Audiodateien, die zusätzlich in zig Sprachen synchronisert wurden, enthalten waren. Nach Richard Backer, Lead Engineer bei Respawn Entertainment, lag der Grund damals in den Minimalhardwareanforderungen, die das Spiel vorgab. Bei den damaligen Dual-Core-Prozessoren waren sich die Entwickler nicht sicher, ob der Arbeitsaufwand, die Audiodateien direkt zu dekomprimieren, nicht zu viel Leistung verschlingen würde und so den Titel unspielbar macht.

Anders war es bei Metal Gear Solid: Rising (2013) und Final Fantasy XIII (2009); hier haben die Entwickler die Videosequenzen (Full Motion Videos) in mehreren Sprachen mit auf die Disk respektive in den Download gepackt. In MGS waren das ganze 18 GB FMVs von 25 GB Datenvolumen für das ganze Spiel - das entspricht 72 Prozent des Downloads. In Final Fantasy XIII wurden sogar 76,7 Prozent durch FMVs besetzt. Das machte zu einer Zeit, als Grafikeinheiten zu schwach waren, um Videosequenzen hochauflösend und ansehnlich zu rendern, durchaus Sinn. Heutzutage sind die meisten Systeme in der Lage, Videos qualitativ zu berechnen und benötigen deshalb keine vorgerenderten FMVs mehr.

Seitdem nun aber ultrahochauflösende Fernseher und Monitore Einzug in die heimischen vier Wände ehalten, kommt noch ein Grund für überdimensionierte Download-Volumina hinzu: Texturen. Geht man zunächst nur von den Pixeln einer Textur aus, so hat man etwa bei den Abmessungen 1280 × 1280 lediglich 3,6 MB Daten, bei 2560 × 2560 bereits das Vierfache (bei doppelten Abmessungen) und bei 4K-Assets ist es fast 18 mal soviel wie noch bei der Ausgangsauflösung. Aber solche Texturen sind heutzutage nicht nur hochaufgelöst, sondern werden auch mit allerlei neuen Technologien beladen, die die Szenerie dadurch nicht nur komplexer, sondern auch realistischer erscheinen lässt.

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Das erwartet Sie im Artikel:
  • Geschichte der "größten" Spiele
  • Erklärungsversuche zur "Explosion" der Spielegrößen
  • Was der Breitbandausbau damit zu tun hat
  • Mögliche Lösung: Komprimierung der Spielerordner mit Tools
  • Benchmarks mit Auswirkungen auf Ladezeiten und Ruckelverhalten bei The Witcher 2 und Titanfall 2
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