WD und Samsung: Geänderte SSD-Komponenten bei WD Blue SN550 und 970 Evo Plus
Anscheinend haben sowohl Samsung bei der 970 Evo Plus als auch Western Digital bei der WD Blue SN550 Komponenten ausgetauscht. Hinweise darauf liefern Auslese-Tools, die neuerdings schlechtere beziehungsweise andere Leistungswerte für die SSDs melden.
Vor nicht ganz zwei Wochen berichteten wird, dass Crucial bei der P2 neuerdings auf schlechteren QLC-NAND setzt, ohne dies für potenzielle Käufer kenntlich zu machen. Crucial ist hier aber offenbar nicht allein. Samsung und Western Digital scheinen mit einem jeweils sehr beliebten SSD-Modell nämlich ein ähnliches Spiel zu treiben. Im Falle der WD Blue SN550 berichtete die chinesische Website Expreview zuerst über einschlägige Hinweise.
Augenfällig war zunächst, dass die 1-TB-Version der SN550 Speicherbausteine mit anderer Kennung nutzt. Im Test zeigten sich dann auch tatsächlich Unterschiede. So wird die versprochene sequenzielle Schreibleistung von 1.950 MB/s mit bis zu 2.160 MB/s zunächst ein gutes Stück übertroffen. Sobald der 12 GiByte große SLC-Cache voll ist, sinkt die Schreibleistung jedoch massiv auf nur noch 390 MB/s. Die Sandisk Extreme, ursprünglich baugleich mit der 1-TB-Version der SN550, fällt nach "Volllaufen" des SLC-Speichers im Test der Kollegen jedoch nur auf 850 MB/s. Auch Tom's Hardware hat dem Thema einen Artikel gewidmet, kommuniziert allerdings "nur" 610 MB/s als ursprüngliche Schreibleistung der SN550. Bei der 500 GByte großen Version liefert das Netz inzwischen ebenfalls erste Hinweise auf ein technisches Downgrade.
Eine Anfrage von Computerbase ergab, dass Western Digital die Datenblätter der SSD aktualisiert hat - womit der Hersteller den Austausch der Komponenten bestätigt. Eine klare Kennzeichnung für Nutzer, um die unterschiedlich potenten Modelle im Handel zu unterscheiden, bleibt Western Digital jedoch schuldig. Mehr Transparenz in Form neuer Modelnummern verspricht Western Digital erst für die Zukunft.
Samsung 970 Evo Plus: Auch hier werden heimlich Komponenten getauscht
Seitens Samsung sind im asiatischen Handel neuerdings veränderte Versionen der 970 Evo Plus im Umlauf. Auch hier geht es um das einen Terabyte große Modell, wie der Youtube-Kanals 潮玩客 berichtet. Offenkundig wurde der Phoenix-Controller (S4LR020) durch einen Elpis-Controller (S4LV003) ersetzt, den Samsung auch auf der schnelleren 980 Pro einsetzt, bei der veränderten 970 Evo Plus aber mit PCI-Express 3.0 statt 4.0 läuft. Ebenfalls zum Einsatz kommt anderer 3D-NAND mit der Identifikationsnummer K9DUGY8J5B-CCK0.
Grundsätzlich langsamer zu sein, können die Tester der veränderten 970 Evo Plus derweil nicht bescheinigen. Doch auch sie verhält sich nachweislich anders. Erkennbar ist die Neuauflage anhand einer angepassten Verpackung sowie an ihrer Firmware, die auf die Bezeichnung 3B2QEXM7 hört. Die alte Version läuft mit der Firmware-Version 2B2QEXM7.
Der Neuling übertragt Daten mal langsamer, mal schneller als die alte Version. So erreicht die veränderte 970 Evo Pro beim "RND4K Q1T1" 82 MB/s statt zuvor 56 MB/s im "CrystalDiskMark". Trotz höherer 4K-Leistung hat die neue Variante der SSD allerdings höhere Latenzen.
Interessant ist, dass der "AS SSD Benchmark" teilweise höhere Lese-, aber schlechtere Schreibleistungen bescheinigt. Sequenziell liest die neue SSD nun beispielsweise mit 2.407,64 MB/s pro Sekunde, während der Youtube-Kanal die Schreibleistung mit 1.028,8 MB/s angibt. Die alte Version erreicht im Test 2.223,72 MB/s und 1.559,46 MB/s. In der Disziplin "4K-64-Thrd" kann die neue 970 Evo Pro jedoch sowohl den Lese- als auch und Schreibthron erklimmen. Hier stehen sich 1.701,87 und 1.779,49 MB/s sowie 2.233,5 und 2.511,02 MB/s gegenüber.
Der SLC-Cache der überarbeiten SSD fällt laut Test nun deutlich größer aus, allerdings sinkt die Schreibleistung nach Volllaufen umso mehr. Der Test mittels "HD Tune Pro" ergab konkret, dass die ursprüngliche Samsung 970 Evo Pro mit einer Schreibleistung von 1.750 MB/s startet und nach etwa 40 GByte nur noch 1.500 MB/s schafft. Die neue beginnt mit deutlich höheren 2.500 MB/s, hält dieses Niveau ganze 115 GByte, fällt hiernach jedoch auf rund 800 MB/s zurück.
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Welche SSD nun schneller ist, steht und fällt demnach mit ihrem Einsatzzweck. Für Samsung spricht, dass man den Komponentenaustausch kenntlicher gemacht hat als die Konkurrenz. Nutzer müssen dennoch ganz genau hinsehen, zu welchem Produkt sie da eigentlich greifen. Zur einfachsten Lösung - nicht mehr mit den bisherigen Komponenten verfügbare SSDs aus dem Sortiment zu nehmen und den Produktnamen zu aktualisieren - greifen in den genannten Fällen weder Samsung noch Western Digital noch Crucial.
Quelle: Expreview, Tom's Hardware, Reddit, Computerbase, Youtube (潮玩客)

Es kann auch genau so gut eine Mischung aus aktueller Chipknappheit und der Tatsache, dass jetzt genauer hingeschaut wird, sein.
Ansonsten ist das Verbrauchertäuschung.
Wesentlich wichtiger ist, dass die ganzen Tests üblicherweise mit den Exemplaren gemacht wurden, die ursprünglich ausgeliefert wurden. Es wird also eine falsche Erwartungshaltung hervorgerufen. Nur so funktioniert dieses "Bait and Switch".
Ich bin zweimal Opfer dieser Masche geworden.
Es ist nicht so schwer. Bei den besseren Nachfolgern wird das ja auch immer gemacht. Nur wenn die Leistung schlechter wird, dann wird die alte Bezeichnung oft beibehalten.