Crucial P2: Heimlicher Wechsel auf QLC-NAND - Leistung der SSD fällt teils massiv
Crucial hat seine P2-SSD deutlich verändert: Statt TLC- kommt mehreren Berichten zufolge nun QLC-NAND-Speicher zum Einsatz. Wie ein Test zeigt, sinkt die Leistung mit dem neuen Speicher zum Teil deutlich. Besonders ärgerlich: Käufer werden darüber nicht aufgeklärt.
Hersteller von Speichermedien vermarkten normalerweise mehrere Produktreihen nebeneinander. So weiß jeder, welche Ausstattung er für sein Geld bekommt. Anders handhabt es neuerdings Crucial: Anstatt eine neue SSD-Reihe aufzulegen, hat man die P2 kurzerhand von TLC- auf QLC-NAND-Speicher heruntergestuft. Das berichten inzwischen mehrere Medien, zum Beispiel Computerbase unter Berufung auf Forenmitglieder. Tom's Hardware bestätigt den Umbau ebenfalls. Dort haben die Redakteure auch schon eine der "neuen" SSDs testen können - mit teils erschreckenden Ergebnissen.
Vergleichen wurde die 500 GByte große Version der Crucial P2 - einmal mit TLC- und einmal mit QLC-NAND. Erstere ist mitunter deutlich schneller, wenn auch nicht überall beziehungsweise mit gleichem Vorsprung. Praktisch nicht bemerkbar macht sich das QLC-Downgrade bei Spielen, wo man eine Ladezeit von 18,63 und 18,68 Sekunden zugunsten der Neuauflage misst. Hier bewegt man sich prinzipiell im Rahmen der Messungenauigkeit.
Crucial P2: Tom's Hardware spricht Kaufwarnung aus
Ganz anders sieht das bei Kopiertests aus. Da wird ein 50 GByte schwerer Ordner plötzlich nur noch mit 98 MByte in der Sekunde verschoben. Weltrekorde stellt zwar auch die "alte" P2 in dieser Disziplin nicht auf, leistet mit 428 MByte/s laut Test aber mehr als das Vierfache. Auch ein 6,5 GByte großer ZIP-Ordner liest die SSD jetzt nur noch mit halbem Tempo. Dabei verfügt die neue P2 laut Messungen, wohl um den langsameren Speicher auszugleichen, neuerdings über einen 135 GByte statt 24 GByte großen SLC-Cache.
Spannend: Im ATTO-Benchmark überflügelt das QLC-Modell die alte Garde mit einer Leseleistung von 3.000 MByte/s, obwohl der Hersteller die Leseleistung nur mit 2.400 MByte/s angibt. Diese Disziplin, zumal synthetisch, reicht den Kollegen von Tom's Hardware jedoch nicht für eine Empfehlung. Laut Bericht können Nutzer nicht einmal festhalten, ob sie gerade eine alte oder neue Version erworben haben.
"Es gibt keine Möglichkeit zu erkennen, welches Laufwerk welches ist. Es ist daher wohl am besten, wenn man davon ausgeht, dass alle P2-SSDs auf dem Markt jetzt mit QLC-Flash ausgestattet sind, und, dass die Crucial P2 den zahlreichen Produktbewertungen, die Sie im Internet finden, nicht gerecht wird." Mehr noch: "Denen, die eine preiswerte SSD suchen, können wir die SSD nicht mehr empfehlen. Wir würden sogar so weit gehen, sie auf unsere 'Nicht-kaufen'-Liste zu setzen."
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Passenderweise hielt sich Crucial in seinen Datenblättern stets bedeckt über den verbauten Controller und Speicher. Den Einsatz des Phison E13T ohne DRAM sowie von TLC-NAND-Flash teilte man seinerzeit nur auf Nachfrage mit. Wie Computerbase berichtete, behielt sich der Hersteller aber schon damals vor, die P2-Serie um QLC-Modelle zu erweitern. Davon hat Crucial nun offenkundig Gebrauch gemacht - jedoch ohne entsprechende Ankündigung oder Kenntlichmachung. So hatten es allerdings auch schon andere Hersteller gehandhabt, Adata zum Beispiel bei der SX8200 Pro. Ähnliche Berichte gab es auch an der Festplatten-Front. Dort hatten mehrere Anbieter im vergangenen Jahr die nachteilige SMR-Technik nicht angezeigt.
Quelle: Computerbase, Tom's Hardware

Sie haben den Controller der Pro auch auf die EVO gepflanzt weil sie dann nur noch einen Controllerchip fertigen müssen - die EVO wird dadurch sogar schneller.
Allerdings: "Komplett anders verhält sich die neue Version: Die Schreibrate beginnt bei deutlich höheren > 2.500 MB/s und bleibt bis zu einer Schreibmenge von etwa 115 GB auf diesem Niveau. Erst dann fällt die Leistung ab, mit nur noch etwa 800 MB/s allerdings sehr deutlich."
Wie Du schon anmerktest: Das darf so nicht sein. Wobei sich immer die Frage stellt, wer schreibt so große Daten in einem Block?
Also dürfen wir mangels Kenntlichmachung im Namen wieder mal die Techspecs vergleichen.
Und zu Crucial kannst Du getrost noch Adata dazuzählen.
Sie haben den Controller der Pro auch auf die EVO gepflanzt weil sie dann nur noch einen Controllerchip fertigen müssen - die EVO wird dadurch sogar schneller.
Kritik gibts trotzdem aus zwei Gründen:
1.) Es gibt bestimmte Workloads bei denen der neue COntroller schlechter ist als der alte, die "umgebaute" EVO ist also nur fast immer schneller als die alte, in seltenen Szenarien ist sie langsamer - das darf halt nicht sein
2.) Samsung gibt das zwar in den technischen Specs an aber ich hätte mir dennoch einen Namenszusatz gewünscht um ganz eindeutig zu sein. "970EVO Plus rev2" oder sowas.
Dennoch - das ist eine Revision mit der man noch gut leben kann. Die neue ist fast immer besser als die alte und es ist zumindest in den Specs sauber gekennzeichnet. Was Crucial macht ist ein ganz anderes Level.
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