PCI-E-5.0-SSDs: Ohne Kühler drohen Systemfehler bis zur Abschaltung
In Tests zeigt sich Corsairs neue MP700 ohne Kühlkörper stellvertretend für andere PCI-E-5.0-SSDs und speziell mit Phison-Controller problematisch heiß.
Die MP700 von Corsair gehört mit Übertragungsraten von bis zu 10 GB/s via PCI-Express 5.0 zu den neuen SSD-Topmodellen, die entsprechend ihrer hohen Performance mit rund 10 Watt unter Last auch eine hohe Leistungsaufnahme mit dazugehöriger Wärmeentwicklung aufweisen. Nach einer ursprünglich angekündigten Kühllösung mit wuchtigem Heatsink und aktiven Lüfter, ist das Modell jedoch auch ohne auf den Markt gekommen und der Hersteller empfiehlt die Installation eines vorhandenen Kühlkörpers vom Mainboard oder eines Drittanbieters.
PCI-E-5.0-SSD: Corsair MP700 überhitzt ohne Kühler
Dass dies auch dringend nötig ist, zeigen kürzlich durchgeführte Tests mit der MP700 von Phoronix und Techpowerup: Im ersten Fall kam es in weniger als drei Minuten zu Fehlfunktionen mit Dateisystemfehlern, während im zweiten Fall eine thermische Abschaltung in weniger als zwei Minuten festgestellt wurde. Auch verschwand die SSD dann zuweilen aus dem Gerätemanager von Windows und das System musste neu gestartet werden, um die MP700 wieder in Betrieb zu nehmen. Die aufgezeichneten Temperaturen erreichten in einem Fall etwa 87 Grad Celsius, während Corsair die MP700 mit einer Betriebstemperatur von bis zu 70 Grad spezifiziert.
PCI-E-5.0-SSD: Corsair MP700 drosselt nicht korrekt
Tomshardware hat sich daher mit dem Controller-Hersteller Phison in Verbindung gesetzt, wo man an einer verbesserten Firmware für den verbauten PS5026-E26 arbeitet, die notwendige Anpassungen an der thermischen Drosselkurve vornimmt. Der Stellungnahme nach sollte die SSD kontrolliert drosseln, statt die besagten Probleme zu verursachen. Es wird auch noch mal darauf hingewiesen, dass (im Gegensatz zu vielen älteren SSDs) der Einsatz einer Kühllösung notwendig ist und die Auslieferung ohne erfolgt, damit der Kunde seine eigene wählen kann. Wann die noch im Validierungsprozess befindliche Firmware für die Drosselung erscheint, ist noch nicht bekannt.

Das einzige, was ich mir vorstellen könnte ist, dass ich mir von der 4TB Platte/SSD auf der alle meine Steam Spiele sind, wenn ich mir dann eine neue hole alle Spiele rüberziehe.
Aber jetzt stell ich mir mal vor: ich hole mir einen neuen PC oder eine brandneue Platte und das Ding stürzt ausgerechnet dann ab, wenn ich sie grad eingebaut habe und alle Daten rüberziehe, quasi als Backup oder neue Spieleplatte.
Würd mich ziemlich frustrieren. Ich will ja nicht immer drauf achten besagten Use-Case (der wie gesagt wohl selten vorkommt bei mir, aber er könnte vorkommen, vor allem bei heutigen und vor allem künftigen Spielegrößen)...
Wohin geht hier eigentlich die Reise: PCIe6 ist dann doppelt so schnell aber doppelt so schnell "down". Kann man einen Controller nicht so bauen, dass er nicht so schnell überhitzt, so viel frisst oder sonstwas? Klar, IO kostet Strom, aber so hat diese Leistungsverdoppelung kaum Sinn.
Zumal der Nutzen überschaubar bleibt, abseits von Benchmarks
Bezüglich PCI-E 6.0: Müssen wir abwarten, aber ich rechne nicht mit einer Verdoppelung. Bereits die bis-zu-11-W-Verbrauch der neuen 5.0er liegen über den ursprünglichen M.2-Spezifikationen von 8,25 W. Ich kann nicht sagen, ob dieses Limit mal geweitet wurde*, aber selbst wenn man die Spezifikationen der einzelnen Adern ausreizst, sind nicht mehr als 14,85 W drin und neue Standards einzuführen, die eine höhere Leitungs- und Kontaktqualität erfordern, ist tricky. Ich erinnere da an die GPU-Fraktion. Zu hoffen ist also, dass "M.2"-SSDs unter 15 W bleiben, eventuell müssen sie gar zu 8 W zurück. Nicht ausschließen kann man aber, dass einfach "M.3" oder ähnliches kommt.
*: Versucht hab ich 's. Aber die PCI-E-Sig kennt das Konzept "Pressezugang" oder "Presseinformationen" leider nicht. Da PCGH kein Interesse hat, an zukünftigen Schnittstellenstandards zu arbeiten und dafür auch keinen Entwickler-Support braucht, leiten wir uns aber auch keine Vollmitgliedschaft bei dem Verein und haben deswegen keinen direkten Zugriff auf die Spezifikationsdokumente. Die neueste Fassung für M.2, die mir dennoch vorliegt, ist 10 Jahre alt und spezifiziert weiterhin neun Adern zu je 0,5 A, was bei 3,3 A für 14,85 W reichen würde, aber nur 2,5 A (also 8,25 W) insgesamt für den ganzen Steckplatz.